SENDETERMIN Fr, 14.07.17 | 05:30 Uhr | Das Erste

Service: Rechtslage bei Ferienjobs

mit Kay P. Rodegra, Rechtsanwalt

Service: Rechtslage bei Ferienjobs | Video verfügbar bis 14.07.2018

Mindestalter

Schüler dürfen grundsätzlich ab dem 13. Lebensjahr jobben. Unter 13 Jahren ist Arbeiten nicht erlaubt, außer Tätigkeiten im Haushalt der Eltern. Schüler im Alter zwischen 13 und 15 Jahren dürfen mit Zustimmung der Eltern jobben, allerdings nur Arbeiten ausüben, die für Kinder auch wirklich geeignet sind (z.B. Austragen von Zeitungen, Babysitten, Nachhilfe, leichte Botengänge, Haustierbetreuung u.a.). Wer einen Ferienjob ausübt, erhält ebenfalls den Schutz des Arbeitsrechts, so gilt zum Beispiel auch Versicherungsschutz in der gesetzlichen Unfallversicherung.

Arbeitsvertag

Ferienjobber sollten mit ihren Arbeitgeber unbedingt einen schriftlichen Arbeitsvertrag abschließen. Im Arbeitsvertrag sollte unbedingt die Vergütung geregelt sein. Wichtigster Inhalt ist: Tätigkeitsbeschreibung, Arbeitszeit und Bezahlung.

Arbeitszeit

Für Jugendliche unter 18 Jahren sind die Regelungen des Jugendarbeitsschutzgesetzes (JArbSchG) zu beachten. So dürfen 13 bis 15jährige nur zwischen 8 und 18 Uhr arbeiten und täglich nicht mehr als 2 Stunden (bzw. 3 Stunden in landwirtschaftlichen Familienbetrieben).

Mindestens 15jährige dürfen darüber hinaus bis zu 4 Wochen im Jahr Ferienjobs übernehmen. Jugendliche zwischen 15 und 17 Jahren dürfen zwischen 6 und 20 Uhr (in einigen Branchen ab 16 Jahren auch bis 22 Uhr, zum Beispiel in der Gastronomie) arbeiten. In der Regel nicht mehr als 8 Stunden täglich und nicht mehr als 40 Stunden in der Woche.

Der Arbeitgeber muss ab einer Arbeitszeit von viereinhalb Stunden eine Pause gewähren. Am Wochenende gilt nach §§ 16 und 17 JArbSchG für Jugendliche ein Arbeitsverbot, allerdings gibt es auch hier je nach Branche Ausnahmen.

Gehalt

Der gesetzliche Mindestlohn von 8,84 Euro gilt für Ferienjobber nicht, wenn sie unter 18 Jahre alt sind. Der Ferienjob als kurzfristige Beschäftigung ist sozialversicherungsfrei, gleichwohl muss der Arbeitgeber den Schüler bei der Minijobzentrale anmelden.

Zahlt der Arbeitgeber Lohnsteuer an das Finanzamt, kann der Schüler sich diese über die Einkommensteuererklärung in der Regel erstatten lassen. Auch das den Eltern zustehenden Kindergeld wird von einem Arbeitsverdienst durch Ferienjobs in der Regel nicht beeinträchtigt.

Weitere Informationen

www.ihk-berlin.de/blob/bihk24/Service-und-Beratung/recht_und_steuern/Arbeitsrecht/Merkblatt_Ferienjobs_von_Schuelern_Studenten-data.pdf

www.dgbrechtsschutz.de/recht/arbeitsrecht/arbeitszeit/mein-recht-im-ferienjob

Stand: 14.07.2017 06:42 Uhr