SENDETERMIN Do, 24.08.17 | 05:30 Uhr | Das Erste

Service: So war der Urlaub

mit Kay P. Rodegra, Rechtsanwalt

Service: So war der Urlaub

Hat eine Pauschalreise Mängel, so ist der Reiseveranstalter ersatzpflichtig. Reisende müssen sich allerdings an Spielregeln halten, damit nicht aus formalen Gründen Entschädigungsansprüche abgewiesen werden. So ist während und nach der Reise einiges zu beachten, um sein Recht durchsetzen zu können.

Wann liegt ein Reisemangel vor?

Einerseits beim Vorliegen eines Reisefehlers, wenn die Gegebenheiten am Urlaubsort nicht so sind, wie sie sein sollten (z.B. Baulärm). Eine sehr große Flugverspätung muss ebenfalls nicht hingenommen werden. Ebenso liegt ein Mangel vor, wenn der Reise eine zugesagte Eigenschaft fehlt, etwas im Katalog versprochen wurde, was gar nicht vorhanden oder kaputt ist (z.B. kein Pool, keine Klimaanlage im Zimmer, keine Minidisco).

Was ist der richtige (Beschwerde-)Weg, wenn ein Mangel festgestellt wird?

Immer sofort den Reiseveranstalter (Reiseleiter) informieren und Abhilfe fordern. Eine Mängelrüge an der Hotelrezeption reicht nicht, auch nicht beim Reisebüro. Verstreicht eine vom Kunden gesetzte Frist zur Abhilfe ohne Beseitigung des Mangels, sollten Beweise gesichert werden: Zeugen notieren, Fotos/Filme machen, Reklamationsprotokoll erstellen. Nur mit dem Nachweis der Mängel lässt sich nach der Reise ein Teil des Geldes zurück verlangen. Übrigens: Wird ein Koffer während des Fluges beschädigt, sofort am Airport bei der Fluggesellschaft anzeigen! Das erleichtert die Beweisführung.

Preisminderung und Schadensersatz

Liegt ein Mangel vor, kann der Reisepreis gemindert werden: Ein fehlender Pool bis zu 20, dauernder massiver Baulärm 50 bis 60 und bei einer Lebensmittelvergiftung im Hotel sind 100 Prozent möglich. Sind gravierende Mängel vorhanden oder kommt der Urlauber durch Verschulden des Reiseveranstalters zu Schaden, kommen Schadensersatzansprüche in Betracht, z.B. wegen entgangener Urlaubsfreude, Mehrausgaben (Arztkosten, Verdienstausfall etc.), auch kann ein Anspruch auf Schmerzensgeld gegeben sein.

Reklamationsfristen

Wer nach dem Urlaub Geld zurück haben will, muss auf eine sogenannte Ausschlussfrist achten. Der Urlauber muss innerhalb von einem Monat nach dem vertraglichen Ende der Reise seine Ansprüche beim Reiseveranstalter anmelden. Am besten per Einschreiben mit Rückschein. In der Reklamation müssen alle Mängel genau beschrieben werden, Fotos oder auch ein Mängelprotokoll vom Urlaubsort sollten beiliegen.

Damit dem Reiseveranstalter klar ist, dass der Kunde nicht nur seiner Verärgerung Luft macht, muss in dem Schreiben eine Entschädigung gefordert werden. Zahlungsfrist setzen nicht vergessen.

Achtung: Bei Schäden am aufgegebenen Fluggepäck gilt für die Schadensmeldung eine Frist von 7 Tagen, kommt das Gepäck zu spät und ein Ersatz der Zusatzkosten wird gefordert, gilt zur Schadensmeldung eine 21tägige Frist nach Erhalt der Koffer. In solchen Fällen sowohl die Fluggesellschaft als auch den Reiseveranstalter anschreiben.

Weitere Informationen

• ADAC-Tabelle zur Preisminderung
www.adac.de/-/media/adac/pdf/jze/reisepreisminderungstabelle.pdf

• Würzburger Tabelle zum Reiserecht bei Kreuzfahrten

Stand: 25.08.2017 07:41 Uhr

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