SENDETERMIN Do, 18.05.17 | 05:30 Uhr | Das Erste

Service: Taxi und Recht

mit Kay P. Rodegra, Rechtsanwalt

PlayKay P. Rodegra, Ingo Lamberty
Service: Taxi und Recht | Video verfügbar bis 18.05.2018

Laut Gesetz müssen Taxis immer die kürzeste Strecke fahren! Doch bringen Taxis ortsunkundige Fahrgäste tatsächlich immer auf dem günstigsten Weg ans Ziel? Das haben die Kollegen aus der Wirtschaftsredaktion (WDR Hörfunk) in Köln, Essen und Münster zusammen mit der Servicezeit (WDR Fernsehen) in einer Stichprobe ausprobiert.

Ergebnis: Manche Taxifahrer neigen dazu, die längere Strecke zu fahren. In Köln beispielsweise mussten die Tester in 6 von 10 Fällen bis zu 30 Prozent mehr bezahlen, weil die Fahrer die zwar schnellere, aber längere Strecke wählten. Und das obwohl es die Fahrgäste nicht eilig hatten. In Münster hingegen kamen die Tester bei allen Fahrten auf dem kürzesten und günstigsten Weg ans Ziel.

In Deutschland gibt es keinen einheitlichen Taxipreis, sondern mehr als 800 verschiedene Tarifgebiete. Der Fahrpreis setzt sich aus einer Grundgebühr sowie einem Kilometerpreis zusammen.

Hinzu kommen die verschiedensten Gebühren und Zuschläge. Zum Beispiel für Wartezeit, Gepäck oder Nachtfahrten. Sobald das Taxameter eingeschaltet wird, erscheint die Grundgebühr. Fährt das Taxi los wird mit der gefahrenen Strecke das Kilometergeld hinzuaddiert.

Steht das Taxi an einer Ampel oder im Stau wird automatisch von der Strecken- auf die Zeitabrechnung umgeschaltet. Dabei ist der Preis für den gefahrenen Kilometer immer teurer, als der Preis für die Minute Wartezeit. Der Fahrpreis setzt sich also aus den Preisen pro Kilometer Strecke und pro Minuten Wartezeit, sowie den entsprechenden Zuschlägen zusammen.

Taxameter

Der Fahrer darf das Taxameter erst bei Fahrantritt starten, beim Einladen des Gepäcks

noch nicht. Ist das Taxi bestellt, darf bereits nach Bekanntgabe der Ankunft die Uhr laufen. Ebenso bei einem Zwischenstopp, etwa wenn der Fahrgast zur Toilette oder einem Geldautomaten geht. Im Stau, beim Warten vor einem Bahnübergang und bei langen roten Ampelphasen muss ebenfalls gezahlt werden.

Fahrstrecke

Wünscht der Fahrgast nichts anderes, muss der Taxifahrer den kürzesten Weg zum Ziel fahren. Nach Absprache kann ein längerer Weg gewählt werden, der schneller ist, etwa um einen Stau zu umfahren. Ist der Fahrgast einverstanden, muss er den Umweg bezahlen.

Fahrpreis

Innerhalb eines Tarifgebiets gilt der entsprechende Taxitarif und die Berechnung erfolgt über das Taxameter. Wer über die Tarifgrenze hinaus fährt, zum Beispiel zum weit außerhalb liegenden Flughafen, kann einen Pauschalpreis vereinbaren, dann kann das Taxameter abgeschaltet werden. Im Taxi muss über die Tarife informiert werden.

Bezahlung

Der Taxifahrer muss nur etwas Wechselgeld dabei haben, der Fahrgast ausreichend Bargeld. Hat er nur einen 500-Euro-Schein, muss er den Umweg zu einer Bank zum Wechseln bezahlen. Der Fahrgast hat immer Anspruch auf eine Quittung. In einigen Städten kann der Fahrer auch die Zahlung des voraussichtlichen Fahrpreises vor Beginn der Fahrt verlangen. Zum Beispiel in Berlin, Frankfurt oder Hamburg.

Beförderungspflicht

Taxis haben eine Beförderungspflicht, das heißt wer mitfahren will, muss mitgenommen werden. Das gilt auch für Kurzstrecken. Innerhalb des Tarif- bzw. Pflichtfahrgebietes muss jede Fahrt durchgeführt werden, Langstrecken können abgelehnt werden, etwa wenn es in eine andere Stadt gehen soll. Die Mitnahme kann aus wichtigem Grund verweigert werden, z.B. wenn der Fahrgast zu betrunken ist oder für Kinder ein Kindersitz fehlt.

Weitere Informationen

• ADAC Taxi-Test 2017

www.adac.de/infotestrat/adac-im-einsatz/motorwelt/taxitest_2017

Deutscher Taxi- und Mietwagenverband e.V.

www.bzp.org

Stand: 18.05.2017 07:29 Uhr