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Service: Was Azubis wissen sollten

mit Manuel Michniok, IG Metall Jugend

Service: Was Azubis wissen sollten | Video verfügbar bis 25.07.2018

Auszubildende dürfen nur Tätigkeiten ausüben, die dem Ausbildungsinhalt des Berufs entsprechen. „Ausbildungsfremde Tätigkeiten“ sind verboten, denn Azubis sollen nicht als billige Arbeitskräfte missbraucht werden. Jeder Auszubildende hat das Recht auf einen Ausbildungsrahmenplan. Dieser legt das Ausbildungsziel fest und wann welche Arbeitsbereiche und Aufgaben im Betrieb anstehen. Ausbildungsrahmenpläne zu sämtlichen Berufen gibt es beim Bundesinstitut für Berufsbildung.

Probezeit

Die Probezeit muss mindestens einen und darf maximal vier Monate dauern. In dieser Zeit sollen sich Arbeitgeber und Auszubildender gegenseitig kennenlernen und feststellen, ob der Beruf auch wirklich der richtige ist. Während der Probezeit kann sowohl der Azubi als auch der Betrieb ohne Begründung das Ausbildungsverhältnis jederzeit kündigen. Die Kündigung muss schriftlich erfolgen. Nach der Probezeit darf nur mit einer „wichtigen Begründung“, wie zum Beispiel Diebstahl, regelmäßige Verspätungen oder Fehlen außerordentlich gekündigt werden.

Arbeitszeit

Die Arbeitszeit muss im Ausbildungsvertrag festgelegt sein. Ausbildungsmaßnahmen wie die Berufsschule, werden als Arbeitszeit angerechnet. In jedem Ausbildungsbetrieb muss es ein Zeiterfassungssystem geben, das auch die Überstunden erfasst. Die genaue tägliche und wöchentliche Arbeitszeit hängt vom jeweiligen Tarifvertrag ab. Grundlage ist jedoch das Jugendarbeitsschutzgesetz, bzw. das Arbeitsschutzgesetz. Die maximale Arbeitszeit für Auszubildende unter 18 Jahren beträgt 40 Stunden pro Woche (5 Tage mit maximal 8 Stunden). Keine Arbeitszeit an Samstagen, Sonn- oder Feiertagen!

Überstunden

Überstunden sind für Auszubildende nicht vorgesehen und dürfen nur in Ausnahmefällen gemacht werden. Die Obergrenze sind achteinhalb Stunden pro Tag oder ein Einsatz an Wochenenden und Feiertagen. Das muss aber spätestens in der darauffolgenden Woche ausgeglichen werden. Personalknappheit ist kein Notfall. Über 18-jährige Auszubildende dürfen maximal 48 Stunden pro Woche bzw. acht Stunden pro Tag an maximal sechs Tagen die Woche arbeiten. Der Samstag zählt dabei als regulärer Arbeitstag. Das gilt nicht für Sonn- oder Feiertage! Pro Tag 10Stunden Arbeit, pro Woche 60 Stunden sind in Ausnahmefällen die absolute Obergrenze. Dafür darf dann in den folgenden sechs Monaten maximal acht Stunden im Schnitt gearbeitet werden.

Minusstunden

Minusstunden gibt es für Auszubildende nicht. Wer früher gehen darf, bekommt diese Stunden trotzdem bezahlt, denn Azubis haben das Recht auf Ihre tägliche Arbeitszeit, um dort lernen zu können.

Berufsschule

Der Unterricht in der Berufsschule ist Bestandteil der betrieblichen Ausbildung. Er ist für alle Auszubildenden verpflichtend und findet entweder im Block oder in Teilzeit statt. Der Arbeitgeber muss den Azubi für diese Zeit vom Betrieb freistellen und bezahlen. 

Urlaub

Wer zu Beginn des Jahres, in dem die Ausbildung beginnt, unter 16 Jahre alt ist, hat Anspruch auf mindestens 30 Urlaubstage. Unter 17-jährige auf 27 Tage und unter 18-Jährige auf mindestens 25 Tage. Wer bereits volljährig ist hat mindestens 24 freie Tage im Jahr. Der Urlaub darf aber nicht innerhalb der Berufsschulzeiten liegen.

Arbeitsmittel

Alles, was die Auszubildenden für die Ausbildung benötigen, zum Beispiel Sicherheitsschuhe oder Helm, muss der Ausbildungsbetrieb kostenlos zur Verfügung stellen. Das gilt auch für alle Ausbildungsmittel, die zur Berufsausbildung und zum Ablegen von Zwischen- und Abschlussprüfungen erforderlich sind.

Weitere Informationen

Profis im Ruhestand unterstützen Auszubildende

Im Rahmen der Initivative VerA vom Senior Experten Service (SES) unterstützen pensionierte Fachleute Auszubildende ehrenamtlich und kostenlos während ihrer Ausbildung.

www.vera.ses-bonn.de

IG Metall - Mit Durchblick in die Ausbildung

www.igmetall.de/jupo-ausbildungsstart-die-wichtigsten-fragen-und-antworten.htm#Wie_lange_habe_ich_Probezeit

Ver.di - Informationen zur Ausbildung von A-Z

www.ausbildung.info/ausbildung-a-z

Ausbildungsrahmenpläne zu allen Berufen

www.bibb.de/berufe

Bundesagentur für Arbeit - Rechte und Pflichten für Auszubildende

planet-beruf.de/schuelerinnen/ausbildung-so-laeufts/recht-finanzen/weitere-beitraege-recht-und-finanzen/rechte-und-pflichten-in-der-ausbildung/

Stand: 25.07.2017 08:00 Uhr

Sendetermin

Di, 25.07.17 | 05:30 Uhr
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