SENDETERMIN Mo, 26.06.17 | 05:30 Uhr | Das Erste

Service: Wenn die Pflanzen durstig sind

mit Dorothée Waechter, Gartenbau-Ingenieurin

Service: Wenn die Pflanzen durstig sind | Video verfügbar bis 26.06.2018

Das Thermometer klettert auf 25, auf 28, auf über 30 Grad Celsius und vom blauen Himmel strahlt die Sonne. Das ist Sommer – und zwar ein recht perfekter Sommer. Wenn da nicht die Pflanzen wären, die dringend Wasser brauchen, damit sie weiter wachsen können. Schläuche, Gießkannen und Sprenger ersetzen den erfrischenden Regenguss von oben und sorgen dafür, dass sich die Pflanzen wieder regenerieren. Doch dafür müssen wir da sein, müssen den Wasserhahn aufdrehen und wissen, wann wieviel Wasser besonders gut tut.

Was heißt Welke?

Welke Pflanzen lösen bei uns reflexartig den Griff zur Gießkanne aus, um sie sofort von dem Leiden zu erlösen. Bei genauem Hinsehen lässt sich jedoch entdecken, dass Pflanzen, die am Vortag vollkommen welk ausgesehen haben, quasi über Nacht wieder in vollem Saft stehen. Bei der Welke hängen die Blätter schlaff nach unten. So verhindert die Pflanze, dass die Blattoberflächen bei strahlendem Sonnenschein verbrennen. Daher wäre mittags die Gabe von Wasser fatal. Außerdem können Wassertropfen auf den Pflanzenteilen dann wie ein Brennglas wirken. Über Nacht regenerieren die Pflanzen, die Temperaturen sinken, Wasser kondensiert und versorgt die Pflanzen mit dem kühlen Nass.

Gießen leicht gemacht

Wer gießt, sollte es mit Bedacht und ganz gezielt tun. Am besten in den Morgenstunden. Dann profitieren die Pflanzen am meisten davon, trocknen schnell wieder ab und können das Wasser für die Assimilation – den Stoffwechsel der Pflanzen – nutzen. Dabei sollten möglichst nur die Zier- und Nutzpflanzen gegossen werden, nicht die Zwischenräume. Ebenso ist es besser, dreimal in der Woche durchdringend zu gießen, als jeden Tag nur ein bisschen. Ein Sprenger wirkt für uns Menschen erfrischend wie eine Dusche. Für die Pflanzen ist es aber nicht ganz so gut, denn die auf den Blättern verbleibende Nässe kann Pilzkrankheiten fördern. Mitunter ist das kalte Wasser auch ein echter Schock. Also im breiten Strahl die Erde durchdringend wässern, so profitieren die Pflanzen am meisten.

Rasen, Schnitt und Wasser

Im Sommer kann der Rasen langsamer wachsen. Also wird er nicht ganz so kurz geschnitten. Die längeren Halme kämmen in den Morgenstunden das Tauwasser aus der Luft und der Rasen bewässert sich selber. Im Sommer wird auch kein erneuter Dünger gegeben, weil die Nährstoffe den Wasserhaushalt schnell durcheinander bringen, und bei geringerem Wachstum auch nicht so viele Nährstoffe gebraucht werden.

Pflanzen, die mit wenig Wasser auskommen

Pflanzen wie z.B. Hortensien brauchen viel Wasser. Daher sollten sie nicht in der Sonne stehen und vor allem nicht in zu kleinen Gefäßen gepflanzt werden. Wer dagegen Pflanzen sucht, die mit wenig Wasser auskommen, sollte zu Geranien, Sukkulenten und Yucca greifen. Sie können eine Trockenperiode gut überstehen und sich selber perfekt versorgen.

Stand: 26.06.2017 07:54 Uhr