SENDETERMIN Di, 08.08.17 | 05:30 Uhr | Das Erste

Service: Eierskandal

mit Christiane Kunzel, Verbraucherzentrale NRW

Service: Eierskandal | Video verfügbar bis 08.08.2018

Erst wurde nur vor Eiern aus den Niederlanden gewarnt, dann war angeblich auch eine deutsche Charge von der Belastung mit Fipronil betroffen, dann doch mehrere. Supermärkte nahmen die Eier aus den Regalen. Jetzt wird auch vor Salaten mit verarbeiteten Eiern gewarnt. Informationen zu den betroffenen Produkten gibt es hier:

www.lebensmittelwarnung.de/bvl-lmw-de/app/process/warnung/detail17/26699

Was ist Fipronil?

Fipronil wurde in den 1980er Jahren in Frankreich entwickelt und kommt als Pflanzenschutzmittel oder in der Veterinärmedizin zum Schutz von Hunden vor Flöhen und Zecken zum Einsatz. Da der Wirkstoff jedoch nicht nur für Parasiten, sondern auch für Honigbienen in hohem Maße giftig ist, hat die Europäische Union 2013 beschlossen, den Einsatz des Mittels in der Landwirtschaft einzugrenzen. Zum Schutz der Bienenvölker darf es z.B. nicht mehr zur Saatgutbehandlung von Mais verwendet werden.

Fipronil kann toxisch auf das Nervensystem wirken. Dies wurde in Tierversuchen bei höheren Konzentrationen festgestellt. Die Substanz ist in der Lebensmittelproduktion nicht zulässig.

Wie kam Fipronil in die Eier?

Nach heutigen Erkenntnissen wurde dem Desinfektionsmittel „Dega 16“ das Insektizid Fipronil illegalerweise zugemengt, so konnte es in die Eier gelangen. Auch in Niedersachsen haben Betriebe das Desinfektionsmittel verwendet. Dadurch sind neben den aus den Niederlanden importierten Eiern auch welche mit deutschem Code betroffen:
0-DE-0360521, 1-DE-0357731, 1-DE-0358001, 2-DE-0358621.

Die Codes der aus Holland stammenden Eier finden Sie auf der Homepage des Niederländischen Handelsministeriums (s.u.)

Gesundheitliches Risiko für Kinder möglich

DasBundesinstitut für Risikobewertung (BfR) geht davon aus, dass bei Gehalten von bis zu 0,72 Milligramm Fipronil pro Kilogramm Hühnerei weder für Erwachsene noch für Kinder ein akutes gesundheitliches Risiko besteht. Da in Belgien aber auch Analyseergebnisse mit Werten von bis zu 1,2 Milligramm Fipronil pro Kilogramm Hühnerei nachgewiesen wurden, hält das BfR eine akute gesundheitliche Gefährdung für Kinder für möglich.

TIPP: Wenn Sie betroffene Eier gekauft haben, sollten Sie sie zum Händler zurückbringen. Dort erhalten Sie Ersatz oder Ihr Geld zurück.

(Quelle: Verbraucherzentrale NRW)

Weitere Informationen

  • Codes der belasteten Eier finden Sie auf der Homepage des Niederländischen Handelsministeriums

www.nvwa.nl/onderwerpen/biociden/fipronil-in-eieren/eicodelijst


  • Informationen zu den Zahlen auf dem Ei

www.was-steht-auf-dem-ei.de

  • Neueste Warnungen bzw. Informationen zur Lebensmittelsicherheit


  • Umweltministerium NRW

www.umwelt.nrw.de/presse/detail/news/2017-08-01-biozid-belastete-eier-aus-holland-aktualisierte-verbraucherhinweise


  • Niedersächsisches Ministerium für Ernährung, Landwirtschaft u. Verbraucherschutz

www.ml.niedersachsen.de/aktuelles/pressemitteilungen/auch-eier-aus-deutschland-sind-mit-fipronil-belastet--156221.html

Stand: 08.08.2017 06:52 Uhr

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