SENDETERMIN Mi, 06.09.17 | 05:30 Uhr | Das Erste

Service: Erben und vererben

mit Ralf Alexander Muhs, Rechtsanwalt

Service: Erben und vererben | Video verfügbar bis 06.09.2018

Wer möchte, dass nach dem eigenen Tod die Menschen, die einem nahe stehen, gut versorgt sind, der sollte ein Testament verfassen. Das Gesetz regelt zwar die Erbfolge, doch diese entspricht nicht immer den Vorstellungen des Erblassers.

Testament

Das Testament regelt die Anordnungen und Bestimmungen, die nach dem Todesfall den Nachlass betreffen. Zum Beispiel wer als Haupterbe eingesetzt wird oder wer nur eine bestimmte Sache aus dem Nachlass erhalten soll. Jedermann darf selbst über seinen Nachlass verfügen.

Ein Testament kann man selbst erstellen (eigenhändiges Testament). Es muss handschriftlich verfasst und unterschrieben sein und sollte eine Datums- und Ortsangabe enthalten. Eine weitere Möglichkeit ist es das Testament von einem Notar erstellen zu lassen (öffentliches oder notarielles Testament).

Egal welche der Möglichkeiten Sie nutzen, ein Testament kann jederzeit vom Aussteller widerrufen oder geändert werden. Um sicherzustellen, dass ein handschriftliches Testament im Todesfall in die richtigen Hände kommt, sollte es beim Amtsgericht hinterlegt werden.

Gemeinschaftliches Testament/Berliner Testament

Ein gemeinschaftliches Testament können nur Eheleute bzw. eingetragene Lebenspartner erstellen. Die Eheleute/Partner können in einem solchen Testament beide Erbfälle regeln. Verstirbt dann der Erste von beiden, wird das Testament dann für den Längerlebenden bindend. Er kann also kein neues Testament mehr errichten. Wer dies nicht möchte, muss eine besondere Anordnung in das Testament aufnehmen.

Das gemeinschaftliche Testament muss ebenfalls handschriftlich gefertigt werden und von beiden Partnern unterschrieben werden, dabei sollte auch unbedingt eine Ort- und Datumsangabe gemacht werden. Auch die Erstellung durch den Notar ist möglich. Ein gemeinschaftliches Testament kann nicht einseitig geändert werden. Will nur ein Partner das Testament ändern, ist die Hilfe durch einen Notar erforderlich. Wird die Ehe geschieden, verliert das gemeinschaftliche Testament fast immer seine Wirksamkeit.

Erbvertrag

In einem Erbvertrag werden zwischen mindestens zwei Vertragsparteien Regelungen für den Todesfall einer Vertragspartei getroffen. Anders als beim gemeinschaftlichen Testament müssen die Vertragsparteien keine Eheleute sein, sondern einen solchen Vertrag kann man mit einem beliebigen Dritten abschließen. Ein Erbvertrag muss beim Notar geschlossen werden. Eine einseitige Änderung bzw. Rücktritt vom Erbvertrag ist in der Regel nicht möglich, es sei denn, entsprechende Möglichkeiten sind im Vertrag ausdrücklich mit aufgenommen.

Stand: 06.09.2017 08:12 Uhr

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