SENDETERMIN Do, 27.07.17 | 05:30 Uhr | Das Erste

Service: Hochwasser

mit Kay P. Rodegra, Rechtsanwalt

Service: Hochwasser | Video verfügbar bis 27.07.2018

Eine große Unwetterfront hat Deutschland aktuell fest im Griff. Überflutete Keller, zerstörte Fensterscheiben, Schäden am Auto. Die Schäden gehen in die Millionen. Bei solchen naturgegebenen Schadensfällen heißt es, gut versichert zu sein.

Schäden am Hausrat

Wird ein Fenster vom Sturm zerschlagen und es regnet in die Wohnung oder ins Haus, übernimmt die Hausratversicherung die Schäden am Mobiliar und dem anderen Hausrat. Die Versicherung zahlt auch bei Blitzeinschlag ins Haus mit anschließendem Feuer. Wer jedoch seine Fenster offen lässt und es regnet rein, verliert seinen Versicherungsschutz.

Wird der Keller überflutet, reicht die normale Hausratversicherung nicht aus. Man benötigt hierfür eine zusätzliche Elementarversicherung, die in einigen Hausratsversicherungen aber bereits beinhaltet ist.

Schäden am Gebäude

Stürzt ein Baum vom Nachbargrundstück auf ein Haus, haftet der Baumeigentümer, wenn ihm ein Vorwurf gemacht werden kann. War der Baum sichtbar morsch und hätte längst gefällt werden müssen, muss er den Schaden übernehmen. Ansonsten hilft eine Gebäudeversicherung weiter. Ab Sturmstäke 8 übernimmt die Versicherung die Sturmschäden, soweit das Risiko versichert ist.

Kommt es zu Überschwemmungsschäden am Haus, muss eine ergänzende Elementarschadenversicherung abgeschlossen worden sein.

Schäden am Auto

Kommt es sturmbedingt zu Schäden am Auto, greift die Teilkaskoversicherung ein, wenn der Sturm eine Windstärke von mindestens 8 erreicht hat. Kommt es zu Schäden bei geringerer Windstärke, hilft die Vollkaskoversicherung.

Wird das Fahrzeug am Straßenrand überflutet, greift ebenfalls die Teilkaskoversicherung. Wer mit seinem Auto aber beispielsweise bewusst in eine überflutete Unterführung einfährt, kann nicht auf Hilfe der Teilkaskoversicherung hoffen. Für solche Fälle besteht kein Versicherungsschutz und auch die Vollkaskoversicherung kann dem Fahrzeugführer grobe Fahrlässigkeit vorwerfen.

Kommt es sturmbedingt zu einem Unfall, übernimmt die Vollkaskoversicherung den Schaden am eigenen Auto. Schäden Dritter werden durch die Kfz-Haftpflichtversicherung abgedeckt.

Personenschäden

Wer durch herumfliegende Teile, einen Ast oder Dachziegel verletzt wird, ist durch seine Krankenversicherung geschützt: diese übernimmt die ärztlichen Behandlungskosten. Wird jemand beispielswiese durch einen morschen Ast oder durch einen Dachziegel von einem ohnehin schon maroden Dach verletzt, kann man den Eigentümer des Grundstücks haftbar machen und auch ein Schmerzensgeld fordern.

Der Hauseigentümer kann sich durch eine Haus- und Grundbesitzerhaftpflichtversicherung schützen.

Bewohner von Wohnungen mit Balkon haften zum Beispiel, wenn Blumentöpfe ungesichert auf dem Balkon stehen, die bei Starkwind auf die Straße geschleudert werden.

Weitere Informationen bei allen Versicherungsgesellschaften

Stand: 07.08.2017 12:33 Uhr