SENDETERMIN Mi, 23.08.17 | 05:30 Uhr | Das Erste

Service: Meine Hormone spielen verrückt

mit Helmut Schatz, Internist

Service: Meine Hormone spielen verrückt | Video verfügbar bis 23.08.2018

Erkrankungen des Hormonsystems und Stoffwechselstörungen wie z.B. Diabetes, Schilddrüsenüber- und -unterfunktion, Osteoporose oder Bluthochdruck fallen in das medizinische Gebiet der Endokrinologie, der Lehre von Hormonen und Stoffwechsel.

Hormone werden von endokrinen Drüsen, z.B. der Schilddrüse oder der Hirnanhangdrüse, aber auch von bestimmten Zellen in Hoden und Eierstöcken, „endokrin“ ausgeschüttet, das heißt, nach „innen“ in das Blut abgegeben. Im Unterschied dazu geben „exokrine“ Drüsen, wie Speichel- oder Schweißdrüsen, ihre Sekrete nach „außen“ ab.

Die häufigsten Krankheitsbilder der Endokrinologie

Wachstumshormonmangel/- Überschuss: Bei Kindern ist das Hauptsymptom das verminderte Längenwachstum sowie Verzögerung der Knochenreifung, verspätete Zahndurchbrüche, ein puppenartiges Gesicht sowie kleine Hände und Füße. Bei Überschuss kommt es vor der Pubertät zu Riesenwuchs, nach der Pubertät zur Vergrößerung der Körperenden wie Nase, Kinn und Händen. Bei Erwachsenen können Muskelmasse und Knochendichte abnehmen, während Körperfett sich vermehrt am Bauch ablagert. Die Blutfettwerte sind oft erhöht, die Leistungsfähigkeit nimmt ab.

Schilddrüsenhormon-Mangel/-Überschuss: Produziert die Schilddrüse weniger Hormone als gebraucht werden, spricht man von einer Unterfunktion (Hypothyreose). Betroffene frieren, fühlen sich schwach und antriebslos, legen an Gewicht zu und haben Schwierigkeiten, sich zu konzentrieren. Manchmal kommt es durch Wassereinlagerungen zu Schwellungen z.B. der Augenlider. Verstopfungen, Zyklusstörungen bei Frauen und eine teigig geschwollene Haut sind weitere Anzeichen.

Eine überaktive Schilddrüse produziert zu viel Thyroxin. Das Schilddrüsenhormon beschleunigt den Kreislauf und die Herzfrequenz. Dies äußert sich in Schweißausbrüchen, Gewichtsabnahme und hohem Blutdruck. Menschen mit einer Schilddrüsenüberfunktion (Hyperthyreose)leiden oft unter innerer Unruhe, sind nervös und hyperaktiv.

Typ-2-Diabetes

Das Hormon Insulin ist ein zentraler Faktor im Zuckerstoffwechsel. Liegen eine Insulinresistenz oder eine Einschränkung der Insulinproduktion vor, sammelt sich der Zucker im Blut in sehr hohen Konzentrationen an und man spricht von einem Diabetes mellitus Typ 2. Neben anderen schweren Folgeerkrankungen ist dann das Risiko für Herzinfarkt und Schlaganfall deutlich erhöht.

Typ-1-Diabetes

hier fehlt das Insulin und eine Erkrankung tritt häufig bei Kindern und Jugendlichen auf.

Wechseljahre

Sie treten meist um das 50. Lebensjahr der Frau auf. Die Eierstöcke bilden immer weniger das Hormon Östrogen und es kommt zu Unregelmäßigkeiten im Zyklus. Nach der letzten Monatsblutung ist die Menopause erreicht. Hitzewallungen und Schweißausbrüche gehören neben weiteren Beschwerden wie Stimmungsschwankungen, Schlafstörungen und Gewichtszunahme dazu. Beim Mann gibt es keine Wechseljahre.

Osteoporose (Knochenschwund)

Mit zunehmendem Lebensalter wird die Knochendichte geringer und das Risiko für Knochenbrüche steigt. Die Ursache liegt in einer Störung des Knochenstoffwechsels. Spezialisierte Zellen erneuern das mineralische Gewebe bei gesunden Menschen kontinuierlich. Sogenannte Osteoklasten bauen die Knochenmasse ab, Osteoblasten bauen sie wieder auf. Hormone können den Knochenabbau fördern oder auch hemmen. Neben dem Vitamin D sind hierbei vor allem die Sexualhormone von großer Bedeutung: Östrogen bei der Frau, Testosteron beim Mann. Der Östrogenmangel bei Frauen nach den Wechseljahren ist die häufigste Ursache für Osteoporose, aber auch beim Mann ist sie häufiger als viele glauben

Weitere Informationen

  • Im Internet auf der Homepage der Deutschen Gesellschaft für Endokrinologie: www.hormongesteuert.net
  • Eine Broschüre zum Thema gibt es im Internet unter http://www.endokrinologie.net/files/download/hormontag/hormontag-2016.pdf

Stand: 23.08.2017 06:45 Uhr

Sendetermin

Mi, 23.08.17 | 05:30 Uhr
Das Erste