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Service: Alternativen zum Diesel

mit Günther Schuh, Fahrzeugentwickler, RWTH Aachen

Service: Alternativen zum Diesel - Das selbstfahrende Auto | Video verfügbar bis 18.09.2018

Laut Bundesrat sollen ab 2030 keine Fahrzeuge mit Verbrennungsmotoren mehr neuzugelassen werden. Weiterhin ist es Ziel der Bundesregierung, dass bis zum Jahr 2020 eine Millionen Elektrofahrzeuge zugelassen sein sollen. Aktuell sind E-Autos auf deutschen Straßen aber immer noch Mangelware. Welche ist also die beste Alternative zum Verbrennungsmotor?

Elektro

Antrieb durch Elektromotoren, Strom wird an der Steckdose getankt und in einem Akkumulator gespeichert. Umweltbilanz hängt von den Schadstoff-Emissionen ab, die bei der Erzeugung des Stroms entstanden sind.

Vorteile: Nahezu emissionsfreies und geräuscharmes Fahren, getankt wird einfach und kostengünstig an der Steckdose, Elektromotoren erfordern weniger Wartung.

Nachteile: Hohe Anschaffungskosten (Aufpreis ca. 10.000 Euro), dürftiges Angebot, eingeschränkte Reichweite, kein ausreichendes Netz von öffentlichen Ladestationen.

Erdgas

Besteht größtenteils aus Methan und wird komprimiert und als "Compressed Natural Gas" (CNG) verkauft. Wie Erdöl ist es eine begrenzte Ressource.

Vorteile: Minimaler Ausstoß von Rußpartikeln, 90% weniger NOX-Freisetzung als Diesel, bis zu 25% weniger CO2-Ausstoß als Benziner, preisgünstiges und leises Fahren.

Nachteile: Tankstellennetz in Ballungsräumen zwar gut ausgebaut, in ländlichen Gebieten eher lückenhaft (in Deutschland ca. 1000 Stationen), relativ geringe Reichweite (ca. 500 Kilometer), dünnes Angebot, höhere Anschaffungskosten (Aufpreis ca. 3.000 Euro), Aufrüstung möglich, aber nicht wirtschaftlich.

Flüssiggas (Autogas)

Das Gemisch aus Propan und Butan entsteht bei der Erdölförderung und wird als „Liquified Petroleum Gas“ (LPG) angeboten.

Vorteile: CO2- und NOX-Ausstoß im Vergleich niedrig, günstig und vielerorts verfügbar, Reichweite der eines Benziners, wesentlich leiser als Diesel-Aggregate.

Nachteile: Höhere Anschaffungskosten (ca. 3.500 Euro), Umrüstung (bis zu 3.000 Euro) nur für Benziner erlaubt, die Hälfte der ca. 6.500 Tankstellen hat nicht rund um die Uhr geöffnet, Nutzung von Tiefgaragen ist stellenweise verboten, Gesamtumweltbilanz aufgrund der LPG-Produktionsbedingungen umstritten.

Hybrid

Antrieb durch einem Elektromotor und einen weiteren Energiewandler.

Vorteile: Technik ausgereift und bewährt, Anwendung und Bedienung simpel, Sparpotential vor allem im Stadtverkehr, Preise vergleichbar mit Dieselfahrzeugen.

Nachteile: Geringere Höchstgeschwindigkeit und dann lauter, nicht geeignet für häufige Autobahnfahrten.

Lohnt es sich, jetzt ein Auto zu kaufen?

Alte Dieselfahrzeuge mit den Emissionsklassen Euro 1 bis 4 sollen vom Markt verschwinden. Fast alle relevanten Autohersteller bieten daher inzwischen Prämien an, wenn Kunden alte Fahrzeuge verschrotten lassen oder in Zahlung geben und sich für einen Neuwagen entscheiden. Jede Automarke kann eingetauscht werden, wenn das Fahrzeug mindestens sechs Monate auf den Halter zugelassen ist. Bei Verschrottung zahlen die Hersteller keinen Ausgleich. Es gibt Extra-Prämien für Elektroautos. Die Prämie beträgt 4000 Euro. Die eine Hälfte kommt vom Staat und die andere Hälfte von den Autobauern. Für Hybridautos gibt es eine geringere Prämie.

Weitere Informationen

Stand: 16.10.2017 12:56 Uhr

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