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Service: Margarine im Test

mit Nicole Merbach, Stiftung Warentest

Service: Margarine im Test | Video verfügbar bis 11.08.2018

Dank ihrer Pflanzenfette gilt Margarine als besonders gesund. Aber ist sie tatsächlich gesünder und besser als Butter? Wie gut sind Light-Produkte und Butter-Rapsöl-Kombinationen.*  Die Stiftung Warentest hat jetzt 19 Margarinen genau unter die Lupe genommen. Die Urteile reichen von „gut“ bis „mangelhaft“.

Margarine ist vom „Arme-Leute-Fett“ zur echten Alternative für Gesundheitsbewusste geworden und hat damit eine erstaunliche Karriere hingelegt. Im Wettstreit mit Butter hat Margarine heute einen Trumpf in der Hand: Die Pflanzenöle, aus denen sie hergestellt wird, sind gesünder als Milchfett. Bei ihrer Raffination entstehen jedoch Schadstoffe (Glycidyl-Ester), die sich auch mit modernen Herstellungsverfahren noch nicht ganz vermeiden lassen. Die Stiftung Warentest fand in sie allen Produkten. Ihr Gehalt ist bei den meisten Margarinen im Test sehr gering. Einige sind aber deutlich belastet und wurden dementsprechend mit „mangelhaft“ bewertet, da die Schadstoffe das Erbgut verändern können.

Viele Produkte (Vollfettmargarinen) haben im Test gute Noten erreicht. Ihr Fettgehalt beträgt mindestens 80 Prozent. Auch Streichfette mit einem etwas geringeren Fettanteil von 70 bis 75 Prozent waren bei dem Test mit von der Partie. Knapper Sieger ist „Deli Reform“. Weit vorn liegen auch sechs preiswerte Margarinen – von Aldi bis Rewe.

Tausendsassa für die Küche

Braten, backen, kochen, Brotaufstrich – Margarine ist vielseitig. Der Pro-Kopf-Verbrauch

in Deutschland beträgt etwa 5 Kilo pro Jahr. Der Brat-Test zeigte: Alle Produkte können zum Braten verwendet werden. Halbfettmargarinen eignen sich dafür nicht. Wer Kalorien sparen möchte, kann mit ihnen aber backen oder sie aufs Brot streichen. Nicht jede der Vollfettmargarinen und Streichfette im Test ist als Brotaufstrich ein Genuss: Einige riechen etwas käsig und kleben leicht im Mund.

Gesund fürs Herz

Etliche der Produkte enthalten grundsätzlich die richtige Mischung, die ein gesundes Speisefett ausmacht. Die Kurzformel lautet: Wenig gesättigte Fette, viele Omega-3-Fettsäuren. Die Fettsäuren wurden im wichtigsten Prüfpunkt bewertet, nämlich der ernährungsphysiologischen Qualität. Nur im Bezug auf die Fettzusammensetzung sind alle Produkte im Test leicht gesünder als Butter;elf sind sogar deutlich gesünder – zu diesen . Dazuzählen alle, deren Fettsäuremuster gut oder sehr gut ist – allen voran „Becel Gold“. Diese Margarine besteht vor allem aus Raps-, Sonnenblumen- und Leinöl.

Diese Pflanzenöle bringen viele ungesättigte Fettsäuren mit, die für Herz und Kreislauf förderlich sind. Wer einen hohen Cholesterinspiegel hat, dem rät die Stiftung Warentest, Margarinen mit vielen ungesättigten Fettsäuren zu verzehren, statt tierischer Fette mit einem hohen Anteil gesättigter Fettsäuren.

Margarine und Vitamin D

Margarine ist eines der wenigen Lebensmittel, denen Vitamin D zugesetzt werden darf. Das Vitamin stärkt die Knochen. Fast 60 Prozent der Deutschen sind damit nicht ausreichend versorgt. Die Margarine mit dem höchsten Gehalt, „Delikata“ von Aldi (Nord), deckt bei einer Tagesmenge von 40 Gramm etwa ein Fünftel des Bedarfs. Noch besser sieht es bei Vitamin E aus, einem Antioxidans: Viele Margarinen tragen etwa ein Drittel des Tagesbedarfs bei, „Alsan-S“ und „Rapunzel“ decken ihn fast komplett.

Butter liefert deutlich weniger Vitamin D und E.

Fazit des Tests: Margarine ist eine echte Konkurrentin für Butter. Sie enthält für die Gesundheit vorteilhaftere Fette und ist meist viel preiswerter. Weniger Kalorien als Butter hat die Vollfettmargarine aber nicht: 100 Gramm liefern jeweils 720 Kalorien. Es empfiehlt sich daher, beide nur sparsam zu nutzen.

Quelle: Stiftung Warentest, test 08/2017

* Diese Produktgruppen waren nicht im Test. Den Vergleich zu Mischstreichfetten (Pflanzenöl-Butter-Kombinationen) kann ich im Gespräch aber ziehen. Diese hatten wir 2013 geprüft.

Stand: 11.08.2017 06:58 Uhr

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