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Service: Mietwagen im Urlaub

Service: Mietwagen im Urlaub | Video verfügbar bis 28.07.2018

Vor dem Buchen vergleichen

Wer früh bucht und im Internet aufmerksam recherchiert, kann richtig sparen. Die Preise für Mietwagen schwanken sehr, vor allem zu den Ferien ziehen die Preise ordentlich an. Außerdem reduziert sich das Angebot der Fahrzeugmodelle. Achten Sie bei der Recherche auf den tatsächlichen Endpreis. Internetanbieter locken gerne mit "Schaufensterpreisen".

Am besten, den Mietwagen für den Urlaub bereits in Deutschland buchen. Wer vor Ort bucht, muss damit rechnen, dass der Vertrag in der Landesprache oder in Englisch abgefasst ist. Der Kunde könnte also nicht alle Vertragspunkte verstehen. Das gilt besonders hinsichtlich des Versicherungsumfangs, der Eigenhaftung im Schadensfall und auch anfallenden Mehrkosten bei zu später Rückgabe. Wer den Vertrag in Deutschland abschließt, hat den Vorteil: Kommt es mit dem Mietwagenunternehmen zum Streit vor Gericht, findet das Verfahren in Deutschland statt. Ein weiterer Pluspunkt: Der Kunde bezahlt den Mietwagen in Deutschland. Viele Autovermieter verlangen am Urlaubsort eine Kreditkarte und eine Blanko-Unterschrift, das heißt, ein fester Betrag wird zunächst nicht eingetragen. Davon ist abzuraten, da es oft zu Ärger führt, wenn mehr als vereinbart abgebucht wird.

Vertrag

Alle relevanten Daten müssen im Vertrag aufgenommen werden: die Dauer der Anmietung, der Fahrzeugtyp, vor allem aber Angaben über die freie Kilometerzahl, Kosten für Mehrkilometer, Überschreiten der Mietdauer, Vorschäden am Pkw und Versicherungen sowie die Info, wer das Fahrzeug fahren darf. Und wie bei allen Verträgen gilt: Unbedingt das Kleingedruckte genau lesen.

 Versicherung

Für den Mietwagen ist es sinnvoll, eine Vollkaskoversicherung mit Diebstahlschutz abzuschließen. Hier gibt es im Schadensfall oft eine Selbstbeteiligung. Bei der Haftpflichtversicherung sollte gerade bei Buchungen im Ausland unbedingt auf die Deckungssumme geachtet werden. Sie ist manchmal viel zu gering. Der Mindestschutz für Personen- und Sachschäden ist in einigen Ländern so niedrig, dass es im Schadensfall eng werden könnte. Mindestens zwei Millionen Euro sollte die Deckungssumme schon sein, besser noch 7,5 Millionen Euro, wie in Deutschland üblich. Einige Versicherungen gewähren im Rahmen des eigenen Pkw-Vertrags eine sogenannte "Mallorca-Police", bei der der Versicherungsnehmer auch im Mietwagen im Ausland bis zur Höhe des deutschen Vertrages haftpflichtversichert ist. Auch eine Diebstahlversicherung lohnt sich, sofern sie nicht in der Vollkasko enthalten ist. Mithaftung von Schäden einschränken und auf sogenannte Verzichtserklärung mit Kürzel SCDW (Super Collision Damage Waiver) oder CDW achten. Reifenschäden sind meist nicht abgedeckt. Oft wird vertraglich auch verboten, dass man mit dem Ferienauto auf unbefestigten Straßen, an den Strand oder Off-Road fährt. Kommt es auf solchen verbotenen Wegen zu Schäden, dann zahlt der Kunde selbst.

Extras und Freikilometer

Freikilometer: Unbegrenzte Kilometer sind inzwischen eigentlich Standard. Dennoch stehen in den Verträgen ab und zu beschränkte Laufleistungen, bei deren Überschreitung es dann richtig teuer wird.

Extras: Kindersitz, Navi oder auch ein zweiter Fahrer können den Preis kräftig in die Höhe treiben. Auch lässt der Zustand des Zubehörs oft zu wünschen übrig. Ein portables Navi und die eigenen Kindersitze mit auf die Reise zu nehmen, ist im Zweifelsfall die bessere und günstigere Alternative.

Sicherheitsausrüstung: Eine Warnweste pro Insasse ist in den meisten Ländern inzwischen Pflicht. Am besten die Westen selber mitbringen, da diese in den Mietwagen häufig fehlen. Auch Warndreieck, Auto-Verbandskasten und Reserverad sollten unbedingt vorhanden sein.

Übernahme und Rückgabe

Übergabe: Erkennbare Schäden sollten bei der Übergabe unbedingt und akribisch dokumentiert werden. Auch hierfür ausreichend Zeit nehmen, um einen gründlichen Blick unter anderem auf die Bereifung und die Verglasung vornehmen zu können.

Rückgabe: Auch hier sollte der Kunde zusammen mit einem Mitarbeiter der Vermietung den Zustand dokumentieren. Dafür lieber mehr Zeit nehmen und nicht auf die Schnelle „blind“ unterschreiben. Es ist ratsam, auf einen Durchschlag des Rücknahmeprotokolls zu bestehen.

Tankregelung

Die nachvollziehbarste Regelung ist voll/voll. Steht die Anzeige bei der Rückgabe auf voll (eventuell Handy-Foto mit Kilometerstand und Tankuhr machen), gibt es im Nachhinein wenig zu diskutieren. Mit Kraftstoff geizen lohnt sich übrigens nicht, denn wer das Nachtanken der Autovermietung überlässt, darf sich anschließend wundern, wie teuer Kraftstoff sein kann. Immer mehr Vermieter gehen allerdings dazu über, einen Preis für den bereits gefüllten Tank zu berechnen. Diese Füllung ist zumeist überteuert, auch weil Restbenzin bei der Rückgabe in der Regel nicht berücksichtigt wird.

Strafzettel

Verstöße gegen die Vorschriften des jeweiligen Landes zahlt immer der Mieter. Wenn möglich, die Strafe noch vor Ort mit Beleg bezahlen; manche Vermieter verlangen eine hohe Bearbeitungsgebühr zur Feststellung des Fahrers. Bis der Strafzettel in Deutschland ist, kann sich die Höhe des Bußgeldes leicht verdoppeln.

Weitere Informationen:

https://www.ace.de/der-club/news/ace-darauf-muessen-urlauber-beim-mieten-eines-autos-achten.html

ACE Auto Club Europa e.V.

Schmidener Straße 227
70374 Stuttgart
www.ace.de

Stand: 28.07.2017 07:25 Uhr

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