SENDETERMIN Fr, 20.10.17 | 05:30 Uhr | Das Erste

Service: Pilze sammeln

mit Meike Piepenbring, Goethe Universität Frankfurt

Service: Pilze sammeln | Video verfügbar bis 20.10.2018

Der verregnete Sommer verspricht gute Aussicht auf volle Körbe und eine ungewöhnlich große Artenvielfalt. Bekannte Waldpilze sind Maronen, Pfifferlinge und Steinpilze. Maronen lassen sich bevorzugt unter Kiefern und Fichten finden, Pfifferlinge und Steinpilze sind in Laub- und Nadelwäldern zu entdecken. Auf Wiesen und Weiden ist der beliebte Wiesen-Champignon zu Hause, doch auf der Wiese wächst auch der giftige Karbol-Champignon.

Darauf sollte beim Pilzsammeln geachtet werden

Pilze sind unverzichtbar im Ökosystem Wald. Viele verschiedene Pilze zersetzen totes Holz und andere Pflanzenreste und sorgen auf diese Weise für die Stoffkreisläufe im Wald. Andere Pilze gehen eine Symbiose mit den Wurzeln der Bäume ein. Diese Pilze liefern den Bäumen Nährstoffe und Wasser aus dem Boden und erhalten im Gegenzug vom Baum Zucker, der bei der Photosynthese entsteht. Aus diesen Gründen sind Pilze für unseren Wald sehr wichtig und es sollte beim Pilzsammeln Zurückhaltung geübt werden. Lassen Sie zu kleine Pilze stehen und entnehmen Sie nur solche Pilze, die Sie auch tatsächlich essen möchten. Alte, weiche Pilze sollten Sie ebenfalls stehen lassen. Ist der Pilz zu alt, wird er ungenießbar durch giftiges, verdorbenes Eiweiß oder durch Gold- oder Silberschimmel, wodurch er eine sekundäre Pilzvergiftung auslösen kann. Pilze sollten grundsätzlich in einem luftdurchlässigen Korb gesammelt werden. Nicht in einer Plastiktüte, weil sie dann gären und dadurch verderben und Giftstoffe bilden.

Giftig oder Essbar

In Europa existieren über 100 giftige oder giftverdächtige Arten von Großpilzen. Nur einer davon kann ausreichen, um nach dem Verzehr im schlimmsten Fall zum Tode zu führen. Daher: Finger weg von Pilzen, die Sie nicht kennen. Grundsätzlich sollten keine jungen, noch nicht vollständig entwickelten Pilze gesammelt werden, denn erst wenn die Pilze ausgewachsen sind, sind alle charakteristischen Merkmale ausgeprägt, und oft sind es die kleine Unterschiede, die essbare von giftigen Pilzen unterscheiden. Wer sich seiner Sache nicht sicher ist, sollte sich an eine Pilzberatungsstelle wenden.

Pilze dürfen nicht überall gesammelt werden

Das Sammeln von Pilzen im Wald ist für Privatpersonen grundsätzlich erlaubt. Allerdings darf nur für den Eigenbedarf, das heißt maximal 2 kg, wie in der einheitlich festgelegten Bundesartenschutzverordnung festgelegt, gesammelt werden. In Naturschutzgebieten und Nationalparks ist das Sammeln von Pilzen grundsätzlich verboten! Dort ist auch das Verlassen der ausgewiesenen Wanderwege untersagt.

Weitere Informationen

Deutsche Gesellschaft für Mykologie

www.dgfm-ev.de

NDR: Tipps für Sammler

www.ndr.de/ratgeber/verbraucher/Pilze-sammeln-welche-eignen-sich

BR: Auf die Pilze, fertig, los!

www.br.de/themen/ratgeber/inhalt/ernaehrung/pilze-schwammerl-pilzsaison

Stand: 20.10.2017 09:27 Uhr

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