SENDETERMIN Di, 15.12.15 | 05:30 Uhr | Das Erste

Service: Richtig umtauschen

mit Kay P. Rodegra, Rechtsanwalt

PlayMann freut sich nicht über Socken, Geschenke, Umtausch
Richtig umtauschen: Es gibt kein Recht auf Umtausch | Video verfügbar bis 15.12.2016

Recht auf Umtausch: Grundsätzlich gilt: Gekauft ist gekauft. Ist die Ware fehlerfrei, gibt es kein Recht auf Umtausch. Umtausch ist eine Frage der Kulanz des Händlers; es sei denn, er hat ein Umtauschrecht eingeräumt.

Nicht immer Geld zurück: In der Regel wird bei Rücknahme von Ware ein Gutschein ausgestellt oder Ersatz durch einen anderen Artikel geleistet; die Rückerstattung von Bargeld wird selten angeboten. Dieses Umtauschrecht sollte bereits beim Einkauf bestätigt und auch schriftlich festgehalten werden. Generell gilt: Unbedingt den Kaufbeleg aufbewahren.

Vom Umtausch ausgeschlossen: Selbst wenn der Händler ein Umtauschrecht einräumt, gibt es vom Umtausch gänzlich ausgeschlossene Waren: Artikel mit Gebrauchsspuren sowie Kosmetika und Lebensmittel, die aus hygienischen Gründen nicht zurückgenommen werden können. Oft ist auch bei reduzierter Ware ein Umtausch ausgeschlossen.

Wenn Kinder teure Geschenke kaufen: Kaufen Minderjährige ohne Genehmigung der Eltern ein Geschenk, ist der Kaufvertrag schwebend unwirksam und kann von den Eltern rückgängig gemacht werden. Kinder dürfen nur über ihr Taschengeld frei verfügen.

Gewährleistung bei Mängeln: Bei allen Käufen – ob sie nun im Geschäft, auf dem Weihnachtsmarkt, per Katalog oder beim Onlinehändler getätigt wurden – gilt bei mangelhafter Ware eine gesetzliche Gewährleistung von zwei Jahren: Der Verkäufer haftet in diesem Zeitraum für Mängel, die beim Kauf bereits vorhanden, aber nicht sichtbar waren. Bei Reklamation hat der Verkäufer das Recht zur Nachbesserung. Erst wenn Reparatur oder Ersatzlieferung scheitern, kann der Käufer die Minderung des Kaufpreises oder die Rückabwicklung des Kaufvertrages verlangen. Beim Kauf von gebrauchten Gegenständen kann vom Händler die Mängelhaftung vertraglich auf ein Jahr verkürzt werden, beim Verkauf unter Privatleuten kann die Gewährleistung sogar gänzlich ausgeschlossen werden.

Rückgabe ohne Kassenzettel: Grundsätzlich ist eine Rückgabe auch ohne Kassenbon oder Originalverpackung möglich, im Zweifelsfall kann der Kauf anhand des Kontoauszugs oder der Kreditkartenabrechnung belegt werden. Zur Not reicht auch ein Zeuge, der beim Kauf anwesend war.

Garantie: Neben der gesetzlichen Gewährleistung geben viele Verkäufer auch noch zusätzlich eine Garantie. Diese bezieht sich auf Schäden, die im Laufe des Gebrauchs entstehen und ist eine freiwillige Leistung des Händlers oder Herstellers.

Geschenke im Internet kaufen: Für Waren aus dem Katalog oder von einem Internethändler gelten besondere Regeln: Nach Zusendung der Ware hat der Käufer zwei Wochen Zeit, einen Widerruf zu erklären, auch ohne Angabe eines Grundes. Der Widerruf erfolgt am besten schriftlich mittels Einschreiben mit Rückschein. Das Widerrufsrecht gilt aber nicht für alle Waren: Ausgenommen sind z.B. entsiegelte Datenträger (CDs, DVDs), frische Lebensmittel, Blumen, Eintrittskarten, gebuchte Reisen oder Hotelzimmer und Sonderanfertigungen (z.B. Kleidung).

Gutscheine: Für Gutscheine gilt eine gesetzliche Verjährungsfrist von drei Jahren, die am Ende des Jahres der Ausstellung beginnt, es sei denn, der Händler legt eine auf dem Gutschein vermerkte kürzere Frist fest. Laut Rechtsprechung sind Fristen von unter einem Jahr in der Regel nicht hinzunehmen, eine eindeutige gesetzliche Regelung zur zeitlichen Befristung von Gutscheinen gibt es jedoch nicht. Nach Ablauf der Gültigkeit muss der Händler immer noch zumindest einen Teil des Geldes auszahlen, darf aber seinen entgangenen Gewinn einbehalten. Nach Ablauf der Verjährungsfrist verfällt der Gutschein gänzlich. Für Gutscheine, die für ein bestimmtes Ereignis ausgestellt werden, z.B. für einen terminlich festgelegten Theater- oder Konzertbesuch, gibt es keinen Ersatz, wenn man den Gutschein ungenutzt verfallen lässt. Gutscheine dürfen in der Regel auf andere übertragen werden, vor allem, wenn kein Name auf dem Gutschein notiert ist.

Stand: 15.12.2015 13:23 Uhr