SENDETERMIN Di, 06.03.18 | 05:30 Uhr | Das Erste

Service: Was tun mit Überstunden?

mit Britta Beate Schön, Finanztip

PlayService: Überstunden
Service: Was tun mit Überstunden? | Video verfügbar bis 06.03.2019 | Bild: WDR

Die Deutschen sind Europameister - in Überstunden. Im Schnitt malochen Arbeitnehmer hierzulande fast drei Stunden pro Woche mehr, als sie laut Arbeitsvertrag müssten. Doch längst nicht alle Überstunden werden vergütet. Ist das zulässig?

Die wichtigsten Punkte

  • Niemand ist zu Überstunden verpflichtet. Etwas anderes kann sich jedoch aus Ihrem Tarif- oder Arbeitsvertrag ergeben, aus einer Betriebsvereinbarung oder in besonderen Situationen, wie z.B. bei personellen Engpässen durch eine Krankheitswelle.
  • Sie können Überstunden ablehnen, wenn Sie insgesamt mehr als zehn Stunden am Tag arbeiten sollen und innerhalb der nächsten sechs Monate nach Rücksprache mit dem Arbeitgeber keinen Freizeitausgleich erhalten können.
  • Steht in Ihrem Vertrag, dass Überstunden pauschal mit dem Festgehalt abgegolten sind, ist das unwirksam. Sie können Bezahlung verlangen.
  • Enthält Ihr Vertrag keine Informationen zur Bezahlung von Mehrarbeit, muss Ihr Arbeitgeber die Überstunden entlohnen, sofern das betriebs- oder branchenüblich ist. Verdienen Sie mehr als die Beitragsbemessungsgrenze (West: 76.200 Euro, Ost: 68.400 Euro in 2017), ist eine Bezahlung von Überstunden meist ausgeschlossen.

Checkliste zur Bezahlung von Überstunden:

  • Beweis der Überstunden: Können Sie die Überstunden beweisen? Wurden Sie an- geordnet oder von Chef/in hingenommen? Haben Sie die Stunden dokumentiert?
  • Regelung im Tarifvertrag: Gilt für Sie eine Regelung zur Bezahlung von Überstunden in einem Tarifvertrag? Erkundigen Sie sich dazu bei Ihrem Betriebsrat oder bei der zuständigen Gewerkschaft! Fordern Sie die Vergütung, die der für Sie einschlägige Tarifvertrag vorsieht. Eventuell gibt es sogar einen Überstundenzuschlag.
  • Regelung im Arbeitsvertrag: Steht in Ihrem Arbeitsvertrag etwas zur Vergütung von Überstunden? Falls eine Vergütung vorgesehen ist, fordern Sie diese ein.
  • Pauschale Abgeltungsklausel im Vertrag: Gibt es eine Klausel in Ihrem Vertrag, wonach Überstunden pauschal mit dem Festgehalt abgegolten sind? Dann ist die Re- gelung wahrscheinlich unwirksam. Folge: Sie können eine branchen- und betriebsübliche Vergütung verlangen.
  • Keine Regelung im Arbeitsvertrag: Enthält Ihr Vertrag keine Regelung, können Sie ebenfalls das verlangen, was branchen- und betriebsüblich ist. Gibt es einen Tarifvertrag für Ihre Branche, der aber in Ihrem Arbeitsverhältnis nicht gilt, weil Ihr Arbeitgeber sich nicht daran gebunden hat, können Sie trotzdem die dort festgelegte Bezahlung verlangen.
  • Höhe Ihres Gehalts: Verdienen Sie mehr als die Beitragsbemessungsgrenze, haben Sie nach der Rechtsprechung des Bundesarbeitsgerichts keinen Anspruch auf Bezahlung von Überstunden. Verdienen Sie weniger, können Sie Geld für die Überstunden verlangen.
  • Verjährung: Sämtliche Überstunden verfallen nach spätestens drei Jahren. Enthält Ihr Arbeitsvertrag eine Klausel, wonach die gegenseitigen Ansprüche nach einer kürzeren Frist nicht mehr verlangt werden können?

WEITERE INFORMATIONEN

Stand: 06.03.2018 09:22 Uhr

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