SENDETERMIN Di, 04.04.17 | 05:30 Uhr | Das Erste

Service: Versicherungen - Brauch ich die?

mit Eugénie Zobel-Kowalski, Stiftung Warentest

Service: Versicherungen - Welche brauche ich? | Video verfügbar bis 04.04.2018

Versicherte können häufig durch einen Tarif- oder Versicherungswechsel mehrere Hundert Euro im Jahr sparen. Oder die Bedingungen für die Verträge ändern sich und neue Tarife leisten mehr als alte. Und: Wenn Paare zusammenziehen oder heiraten, können Policen zusammengelegt werden. Grundsätzlich gilt: Unabhängig von Alter, Familienstand und Lebenssituation sollte sich jeder vor existenziellen Risiken schützen. Dazu gehören eine Kranken- und eine Haftpflichtversicherung. Darüber hinaus sollte jeder prüfen, welche Policen für ihn zusätzlich sinnvoll sind, welche überprüft werden müssen und welche gekündigt werden können.

Versicherungen regelmäßig checken

Ein regelmäßiger Versicherungscheck macht nicht unbedingt Spaß. Er ist aber sinnvoll. Drei Gründe sprechen dafür, den Versicherungsordner zur Hand zu nehmen und Verträge zu durchforsten.

Sparen durch Wechsel: Die Preise für Versicherungen ändern sich. Versicherte können in vielen Fällen durch einen Tarif- oder Versichererwechsel mehrere Hundert Euro im Jahr sparen. Besonders bei der Autoversicherung lohnt sich ein jährlicher Wechsel.

Moderne Policen wählen: Die Bedingungen für die Versicherungsverträge ändern sich. So leisten beispielsweise neue Tarife in der Privathaftpflicht- und Hausrat­versicherung mehr als alte. Wer umstellt, ist besser versichert.

Geänderten Bedarf berücksichtigen: Die eigene Lebenssituation ändert sich. Ziehen z.B. Paare zusammen oder heiraten, können einige Policen zusammengelegt werden.

Familien mit kleinen Kindern müssen prüfen, ob ihre Privathaftpflichtversicherung auch einspringt, wenn Kinder unter sieben Jahren einen Schaden anrichten.
Grundsätzlich ist es zwar so, dass Kinder unter sieben Jahre deliktunfähig sind, d.h. weder sie selbst noch ihre Eltern haften für den von einem Kind verursachten Schaden. Aber die Eltern haften, wenn sie ihre Aufsichtspflicht verletzen. In diesem Fall greift auch die Privathaftpflicht.
Einige Versicherungen bieten einen Einschluss des sogenannten Bausteins "Deliktunfähige Kinder". Hier leistet die Versicherung auch, wenn ein Kind unter 7 Jahren einen Schaden verursacht hat, ohne dass die Aufsichtspflicht verletzt wurde.
Haben die Eltern ihre Aufsichtspflicht nachweislich nicht verletzt und haften wie beschrieben weder Kind noch Eltern, bliebe der Geschädigte eigentlich auf seinem Schaden sitzen.
Hat die  Familie aber eine Privathaftpflicht mit dem Baustein "Deliktunfähige Kinder", reguliert diese auch in einem solchen Fall den Schaden und das nicht nur bei Verletzung der Aufsichtspflicht. Wem das wichtig ist, sollte diesen Baustein in seine Police aufnehmen, wenn der Versicherer diesen anbietet.

Wer ein Haus baut und in die eigene Immobilie einzieht, braucht eine Wohngebäudeversicherung.

Tipps

Bedarf: Prüfen Sie, ob Sie richtig versichert sind und den wichtigsten Schutz haben. Wenn Sie unsicher sind, hilft diese Faustregel: Stellen Sie sich den größtmöglichen Schaden vor, den eine Police abdeckt. Wenn Sie den Schaden nicht aus eigener Tasche bezahlen können, ist der Schutz sinnvoll.

Kündigen: Wenn Sie feststellen, dass es einen Versicherer mit besseren Vertragsbedingungen oder günstigeren Beiträgen gibt, sollten Sie Ihren alten Vertrag schriftlich kündigen. Die Kündigungsfristen stehen in Ihrem Vertrag. (Quelle: Finantest)

Weitere Informationen

Familien-Set, Stiftung Warentest, Spezial, Kapitel: Schutz und Trutz ,  12,50 Euro




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Stand: 04.04.2017 06:52 Uhr