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Service: Was ändert sich 2018?

mit Hermann-Josef Tenhagen, Finanztip

Service: Was ändert sich 2018? | Video verfügbar bis 29.12.2018 | Bild: WDR

Zum Jahreswechsel treten viele neue Gesetze und Regeln in Kraft. Für manches müssen Sie künftig draufzahlen, an anderen Stellen können Sie sich über mehr Geld freuen.

Unsere Liste der zwanzig Neuerungen 2018

1. Keine neuen 500er-Scheine mehr

Der 500-Euro-Schein wird gegen Ende des Jahres 2018 nicht mehr ausgegeben. Keine Angst, er behält natürlich seinen Wert. Und auch, wenn Händler ihn nicht mehr annehmen sollten, können Sie den 500er immer noch bei der Bundesbank eintauschen.

2. Automatischer Notruf bei Autounfall

Neu zugelassene Fahrzeugtypen müssen ab April 2018 mit dem sogenannten E-Call-Systemausgerüstet sein. Das automatische Notrufsystem informiert bei schweren Unfällen eigenständig den Rettungsdienst über Ort und Zeitpunkt des Unfalls und teilt der Rettungsstelle Ihre letzte bekannte Fahrtrichtung mit.

3. Keine Extrakosten für Kreditkarten

Online-Händler dürfen ab 2018 keine gesonderten Gebühren mehr von Ihnen verlangen, wenn Sie mit Kreditkarte bezahlen.

4. Streamen im Ausland

Ab 2018 lassen sich kostenpflichtige Video-Streaming-Dienste wie Netflix, Sky Go oder Maxdome auch im EU-Ausland nutzen, ohne dass die Anbieter zusätzliche Gebühren dafür verlangen dürfen.

5. Neue Unterhaltssätze

Die Düsseldorfer Tabelle wird 2018 ebenfalls verändert. Kurios: Geringverdiener bezahlen in vielen Fällen mehr Unterhalt für ihre Kinder, Gutverdiener oft weniger. Das liegt daran, dass mit dem Kindesunterhalt auch die Einkommensstufen angehoben werden.

6. Hartz IV an der Supermarktkasse

Der Hartz-IV-Satz steigt für Alleinstehende um 7 € auf 416 € und für Paare um jeweils 6 € auf 374 € im Monat. Die Auszahlung von Arbeitslosengeld soll 2018 ebenfalls flexibler werden. Bislang können Sie schon an der Supermarktkasse Bargeld abheben. 2018 soll das auch mit dem Arbeitslosengeld funktionieren.

7. Steigende Renten

Rentner bekommen ab Juli mehr Geld. Die Rente steigt um rund drei Prozent. Es kann allerdings sein, dass Sie durch die Rentensteigerung in die Steuerpflicht rutschen.

8. Der Beitragssatz für die Rentenkasse sinkt

Der Beitragssatz für die Rentenkasse sinkt um 0,1 Prozentpunkte. Allerdings steigt die Beitragsbemessungsgrenze für Renten- und Arbeitslosenversicherung um 1.800 € auf 78.000 € (West) und um 1.200 € auf 69.600 €(Ost).

9. Mehr Kindergeld

Ab dem 01.01.2018 steigt das Kindergeld um ein paar Euro. Für das erste und zweite Kind gibt es dann jeweils 194 € und für das dritte 200 €. Wollen Sie Kindergeld nachträglich beantragen, dann noch schnell in diesem Jahr erledigen, da nur noch höchstens sechs Monate rückwirkend Kindergeld an Antragssteller ausgezahlt wird.

10. Der Kinder- und Grundfreibetrag steigt ebenfalls

Diejenigen, die anstatt des Kindergeldes den Kinderfreibetrag nutzen, profitieren ebenfalls von einer Erhöhung ab 2018: pro Kind und Elternteil um 36 €, für beide Elternteile also um 72 € auf insgesamt 7.428 €. Neben höherem Kinderfreibetrag und Kindergeld steigt auch der Grundfreibetrag, und zwar auf 9.000 € für jeden. Zudem wird der Einkommensteuertarif um 1,65 Prozent nach rechts (zu höheren Einkommen) verschoben, sodass alle steuerlich entlastet werden.

11. Laptops schneller abschreiben

Die Grenze für „geringwertige Wirtschaftsgüter“ wird angehoben. Konnten Sie vorher beruflich genutzte Arbeitsmittel nur dann sofort abschreiben, wenn der Schreibtisch oder das Laptop höchstens 487,90 € inkl. Umsatzsteuer gekostet hat, wird dieser Wert auf 952 € fast verdoppelt. Wer den Kauf eines Handys für den Job ins neue Jahr verlegt, kann so Steuern sparen.

12. Pauschale Steuer auf Investmentfonds

Zukünftig werden Aktien-, Misch- und Immobilienfonds anders besteuert. Abgeltungssteuer fällt künftig auf eine jährliche Pauschale an. Für die meisten Anleger reduziert sich hierdurch der Aufwand bei der Steuererklärung. Dies gilt auch für Anleger von Indexfonds (ETFs).

13. Neue Zahlungsrichtlinie für Banken

Ab Januar 2018 gelten für Banken neue Vorgaben für ihre Allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGB). Damit soll der Zahlungsverkehr verbraucherfreundlicher und sicherer werden. So muss der Bankkunde bei Missbrauch seiner Girocard oder Kreditkarte nur noch mit maximal 50 € haften. Außerdem sollen Drittanbieter mit Erlaubnis auf das Konto eines Kunden zugreifen dürfen. Konten bei unterschiedlichen Banken könnten dann gemeinsam verwaltet werden.

14. Mehr Sicherheit beim Online-Banking

Auch beim Thema Sicherheit hat sich etwas geändert: Wenn Sie zukünftig online auf Ihr Konto zugreifen oder etwas bezahlen, verlangt die Banken eine sogenannte starke Kundenauthentifizierung. Ihre Identität weisen sie dann durch zwei von drei möglichen Kriterien nach: Wissen (Beispiel: Passwort), Besitz (Beispiel: Chipkarte) und Inhärenz (Beispiel: biometrische Eigenschaften wie ein Fingerabdruck). Allerdings ist diese Art des Identitätsnachweises keine Pflicht.

15. Veränderte Kosten für die Krankenversicherung

Im kommenden Jahr steigt auch die Beitragsbemessungsgrenze für die gesetzliche Kranken- und Pflegeversicherung um 900 € auf 53.100 € Jahresverdienst. Wer so viel verdient, muss also mehr einzahlen. Dafür wird erwartet, dass die Krankenkassen Ihren Zusatzbeitrag im Schnitt um 0,1 Prozentpunkte senken. Die Grenze für das Jahresarbeitsentgelt erhöht sich ebenfalls. Eine gute Gelegenheit für alle, die unter die Grenze fallen: Sie können nun zurück in die gesetzliche Krankenversicherung wechseln.

16. Mehr Erwerbsminderungsrente

Die Zurechnungszeiten bei der Erwerbsminderungsrente werden ab 2018 stufenweise von 62 auf 65 Jahre ausgeweitet. Bei der Berechnung wird dann so getan, als hätte der Rentner bis zum 65. Lebensjahr gearbeitet. Erst ab 2024 profitieren Neurentner voll von der Anhebung. Wer 2018 erwerbsgemindert wird, hat aber unterm Strich trotzdem etwas mehr Geld raus.

17. Mehr von Betriebsrente und Riester-Rente

Wer „riestert“, bekommt künftig mehr Grundzulage: Die steigt nämlich um 21 € auf 175 €. Wer mit einer Betriebsrente privat für das Alter vorsorgt, bekommt künftig mindestens 15 Prozent vom Arbeitgeber pauschal dazu. Wir empfehlen aber, etwas mehr auszuhandeln.

18. Mindestlohn in jeder Branche

Der Mindestlohn von 8,84 € pro Stunde gilt künftig für Arbeitnehmer aller Branchen. Tarifverträge, die 2017 noch Löhne darunter vorsahen, müssen angepasst werden.

19. Mehr Kfz-Steuer durch den Abgas-Skandal

Der Diesel-Skandalwird 2018 die Kfz-Steuer nach oben treiben. Der Grund: Das bisherige Prüfverfahren zur Abgasmessung (NEFZ) wurde durch die WLTP-Norm abgelöst. Der neue Test liefert realistischere, also höhere Messwerte. Damit steigen auch der in den Papieren ausgewiesene Durchschnittsverbrauch und der CO2-Ausstoß. Das hat wiederum Auswirkungen auf die Kfz-Steuervon Neuwagen. Die Erhöhung greift für Erstzulassungen ab 1. September 2018. Wer vorher einen Neuwagen kauft, profitiert noch von der alten Einstufung.

20. Mehr Verbraucherschutz für Häuslebauer

Bauherren genießen künftig mehr Schutz. Baufirmen müssen künftig detaillierte Baubeschreibungen aushändigen und angeben, wann die Immobilie fertig wird. Außerdem gilt für Bauverträge ab 2018 eine 14-tägige Widerrufsfrist.

Stand: 29.12.2017 07:42 Uhr