Inhalt.
Hauptnavigation.
Suche.
Bildunterschrift:
Die Spätsommer- und Herbstzeit gilt als Hochsaison zahlreicher Pilzsorten.
]
Pilze wachsen eigentlich das ganze Jahr über. Trotzdem gilt vor allem die Spätsommer- und Herbstzeit als Hochsaison zahlreicher Pilzsorten. Dieses Jahr sprießen die Pilze aufgrund des verregneten Sommers relativ gut, jedoch durch den sehr trockenen Vorsommer sind einige "Wellen" ausgeblieben und es sind vermehrt Spätherbstpilze zu beobachten, die eigentlich erst einen Monat später dran sein sollten. Somit neigt sich die klassische Pilzsaison langsam dem Ende zu. Allbekannte Waldpilze sind Maronen, Pfifferlinge und Steinpilze. Maronen lassen sich bevorzugt unter Kiefern und Fichten finden, Pfifferlinge und Steinpilze sind in Laub- und Nadelwäldern zu entdecken. Auf Wiesen und Weiden ist der beliebte Wiesen-Champignon zu Hause. Allerdings wird dieser schmackhafte Pilz, aufgrund der Mastwirtschaft und der damit zwangsläufig verbundenen Überdüngung der Wiesen mit Gülle, immer seltener angetroffen.
Das Sammeln von Pilzen im Wald ist für Privatpersonen grundsätzlich erlaubt. Allerdings darf nur für den Eigenbedarf, das heißt maximal 2 kg, wie in der einheitlich festgelegten Bundesartenschutzverordnung festgelegt, gesammelt werden. "Professionelle" Pilzsammler müssen dagegen mit empfindlichen Geldstrafen rechnen, wenn sie ertappt werden.
In Naturschutzgebieten und Nationalparks ist das Sammeln von Pilzen grundsätzlich verboten! Auch das Verlassen der ausgewiesenen Wanderwege ist untersagt.
Pilze stellen ein wichtiges Element im Ökosystem Wald dar. So geht ein Grossteil der bekannten Speisepilze eine Symbiose mit den Wurzeln der Bäume ein. Die Pilze liefern den Bäumen Nährstoffe und Wasser und erhalten im Gegenzug vom Baum Zucker, der bei der Photosynthese entsteht. Aus diesem Grund sind Pilze für unseren Wald sehr wichtig. Daher sollte beim Pilzsammeln, im Interesse des Waldes, Zurückhaltung geübt werden. Lassen Sie zu kleine Pilze stehen und entnehmen Sie nur solche Pilze, die Sie auch tatsächlich essen wollen. Zu große, alte Pilze sollten Sie ebenfalls stehen lassen. Ist der Pilz zu alt, wird er ungenießbar und kann durch verdorbenes Eiweiß Giftstoffe bilden oder durch Gold- oder Silberschimmel die sogenannten "Sekundären Pilzvergiftungen" auslösen. Pilze sollten grundsätzlich nur in einem luftdurchlässigen Korb gesammelt werden. Nicht in einer Plastiktüte, weil sie dann gären und dadurch verderben und Giftstoffe bilden.
Die Pilzsuche sollte grundsätzlich nur mit Pilzkundigen erfolgen, damit nicht aus Versehen ein giftiger Pilz dazwischen gerät. In Europa existieren über 100 giftige oder giftverdächtige Pilzarten. Nur einer davon kann ausreichen, um nach dem Verzehr im schlimmsten Fall zum Tode zu führen. Daher: Finger weg von Pilzen, die Sie nicht kennen. Grundsätzlich sollten keine kleinen Pilze gesammelt werden, denn erst wenn die Pilze ausgewachsen sind, sind auch alle charakteristischen Merkmale ausgeprägt, und oft sind es die kleinen Unterschiede, die essbare von giftigen Pilzen unterscheiden. Gerade einige giftige Knollenblätterpilze werden häufig mit den essbaren Champignons oder grünen Täublingen verwechselt. Allerdings gibt es unter diesen sogenannten "Wulstlingen" exzellente Speisepilze, wie den geschätzten Perlpilz oder auch die Scheidenstreiflinge. Auch sollte man Pilze nicht roh essen. Außer Champions, sind so gut wie alle anderen Pilzarten, nicht ohne Gefahren, ungekocht zum Verzehr geeignet.
Wer sich seiner Sache nicht sicher ist, sollte sich an eine Pilzberatungsstelle wenden. Die Adressen stehen in den Tageszeitungen. Auch die Verbraucherverbände geben Auskunft. In Zweifelsfällen können Sie sich von einem Pilzsachverständigen beraten lassen.
Pilze sind kalorienarm und reich an Nährstoffen: So haben viele Pilze, wie Austernpilze oder Pfifferlinge, einen hohen Ballaststoffgehalt, der sogar über dem von Äpfeln liegt. Pilze enthalten Mengen an Folsäure, vor allem Nelkenschwindling, Pfifferling, Stein- und Austernpilz. Verschiedene Pilze können jedoch Schwermetalle anreichern. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung empfiehlt daher, nicht mehr als 250 g Wildpilze pro Woche zu verzehren. Laut Bundesamt für Strahlenschutz sind, bei dieser Menge von Pilzen, keine Gefahren durch die Anreicherung radioaktiver Stoffe, wie Cäsium-137, zu befürchten.
Treten nach einer Pilzmahlzeit Symptome, wie etwa Schweißausbrüche, Durchfall und Benommenheit auf, besteht Verdacht auf eine Vergiftung. Umgehend einen Arzt oder eine Klinik aufsuchen. In größeren Städten wie etwa Berlin, Hamburg und München gibt es auch Giftnotrufzentralen. Diese vermitteln, auch in den ländlicheren Regionen des jeweiligen Gebietes, die jeweils nächstliegenden Pilzexperten (sofern sie sich dort freiwillig – wie Andreas Kostka - eingetragen haben) als Ansprechpartner. Das wird auch oft von Kliniken in Anspruch genommen. Liegt die Mahlzeit weniger als fünf Stunden zurück, ist der Magen durch Erbrechen zu entleeren (Gaumen kitzeln). Das Erbrochene und noch vorhandene Speisereste, zur Identifizierung der Gifte, mit zum Arzt nehmen. Macht sich die Vergiftung erst nach acht oder mehr Stunden bemerkbar, sofort den Notarzt rufen, denn es besteht akute Lebensgefahr!
Deutsche Gesellschaft für Mykologie, Internet: www.dgfm-ev.de
Informationen zum Pilzsammeln von NRW Holz und Wald http://www.wald-und-holz.nrw.de/20Landesbetrieb/20Regionalforstaemter/RFA02/infobox320Pilze_Wald/index.php
Dieser Text informiert über den Fernsehbeitrag vom 12.10.2012. Eventuelle spätere Veränderungen des Sachverhaltes sind nicht berücksichtigt.