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Service: Winterschlaf für den Garten

Expertin vor Ort: Dorothée Waechter, Gartenbau-Ingenieurin

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Nun ist es soweit: Die Blätter strahlen in prachtvollen Herbstfarben, rote Früchte leuchten an den Wildsträuchern und überall sind reife Fruchtstände zu sehen. Wie Wattebäusche sehen die Samenstände von Herbstanemonen und Astern aus. Dagegen erinnern die Blüten der späten Gräser an sprühende Fontänen. Kastanien, Eicheln und Bucheckern knacken und knistern unter den Schuhsohlen.

Für Gartenbesitzer steht nun eine letzte Runde Arbeit an: Der Garten wird winterfest gemacht. Die Blätter werden eingesammelt, Stauden und Rosen zurückgeschnitten, Erde angehäufelt, wo Schutz notwendig ist und Komposterde ausgestreut. Mit gehäckseltem Material wird der neue Kompost angelegt, der sich jetzt schnell füllt und in dem die Pflanzenreste zu wertvollen Nährstoffen umgesetzt werden. Alles, was besonderen Schutz braucht – Kübelpflanzen, Hochstammrosen und Kamelien – wird mit Schutzmaterialien bis zum Frühling sicher eingepackt.

Erst der Rückschnitt, dann winterfest machen

Im Beet stehen jetzt viele Pflanzen noch wunderschön da, aber beispielsweise Astern, die sich nur allzu schnell durch Aussaat vermehren, und Stauden, die bereits gelbe Blätter tragen, werden jetzt kräftig zurückgeschnitten. Hierzu gehören auch Phlox, Frauenmantel, welkende Taglilien und Funkien. Ganz wichtig ist es, diejenigen Beete gründlich zu reinigen, die im Frühling leicht von Schnecken befallen werden. Denn im Schutz der Horste und unter den trockenen Blättern überwintern die lästigen Fresser und können so im Frühling viel Schaden anrichten. Damit allerdings auch nützliche Kleinlebewesen ausreichend Möglichkeiten haben, den Winter gut zu überstehen, werden an einem geschützten Platz ein paar Strauchzweige mit Blättern gemischt und aufgeschichtet. So ein kleiner Totholzhaufen ist Gold wert, zumal sich hierhin auch der Igel zurückziehen kann. Einige dekorative oder noch blühende Arten wie später Eisenhut, Sonnenhut, Gräser und Knöterich bleiben stehen, damit ein natürlicher Ausklang des Jahres sich widerspiegelt. Die zurückgeschnittenen Staudenhorste – so werden die Pflanzenstöcke genannt – werden mit reifer Komposterde, Laub und Häckselmaterial abgedeckt. So werden die Pflanzen im Frühjahr direkt mit den rasch freigesetzten Nährstoffen versorgt. Unkraut wird entfernt und der Boden zwischen den Pflanzen leicht gelockert.

Laub gibt es jetzt mehr als genug

Jetzt fallen die Blätter und es sieht immer wieder schön aus, wenn sich leuchtendes Rot und strahlendes Goldgelb wie ein Teppich auf den Boden legen. Doch darunter leidet vor allem der Rasen. Die Blätter verhindern, dass die Gräser wachsen können und sorgen für eine feuchte, stickige Atmosphäre, die Wegbereiter für Rasenpilz ist. Daher sollte das Laub regelmäßig entfernt werden. Es kann entweder unter die Hecken gestreut oder auf den Kompost gegeben werden. Dabei hat sich eine Methode als hilfreich erwiesen: Der Rasenmäher saugt die Blätter auf und zerkleinert sie; so entsteht eine Mischung aus Rasen und Blätterschnipseln, die rasch verrottet und von Sommer bis Herbst auf den Beeten als Humus- und Nährstoffgabe verteilt werden kann. Alternativ kann man das Laub auch durch einen Häcksler geben oder einfach in Plastiksäcken mit Kompostbeschleuniger verrotten lassen. Wichtig: Die Säcke sollten mit Lüftungslöchern versehen werden, damit die Rotte in Gang kommt. Durch das Plastik wird die Wärme gespeichert und der Umsetzungsprozess auch bei Kälte angekurbelt.

Kompostieren leicht gemacht

Kompost ist das Gold des Gärtners, da so ein Kreislauf der Nährstoffe geschaffen und alles, was beim Schnitt verloren geht, dem Boden wieder zugeführt wird. Einige Sachen sollten jedoch nicht auf den Kompost: Fleischreste, Knochen, Bananenschalen, Schalen von Zitrusfrüchten, sowie harte, langsam abbaubare Blätter wie Kastanie, Eiche und Platane. Ebenso sollten keine kranken Blätter und Unkräuter auf den Kompost gegeben werden. Zwar wird durch die Erwärmung des Komposts vieles abgetötet, aber das ist nicht garantiert. An den Rändern können Pilzsporen und Samen überleben. Daher ist Hygiene unbedingt zu beachten. Je zerkleinerter die Materialien auf den Kompost gelangen, desto schneller beginnt die Rotte. Alles wird miteinander gemischt oder die unterschiedlichen Materialien werden dünn übereinander geschichtet. Als Standort ist ein schattiger Platz, an den Regen gelangt, ideal.

Winterharte Pflanzen in Töpfen und Kübeln sichern

Einige empfindliche Pflanzen, die über Winter draußen bleiben, werden in den nächsten Wochen verpackt, um strenge Kälte und trockene Luft zu vermeiden. Bei den Töpfen ist es sehr wichtig, dass sie nicht direkt auf dem Boden stehen. Sonst frieren die Löcher für den Wasserabzug zu und das Eis kann das Gefäß sprengen. Der Topf mit der Wurzel wird mit Draht und Laub, Filz, Styropor oder ähnlichen Isoliermaterialien verpackt. Die oberirischen Pflanzenteile schützt man mit Vlies, Jute oder alten Betttüchern, die locker über die Zweige gelegt werden und mit Wäscheklammern, Sisalgarn oder Jutebändern befestigt werden. Wichtig: Für das Einpacken der Zweige wird kein Plastik verwendet, da dieses die Entstehung von Schimmel fördert.

Dieser Text informiert über den Fernsehbeitrag vom 25.10.2012. Eventuelle spätere Veränderungen des Sachverhaltes sind nicht berücksichtigt.

Sendetermin
Do, 25.10.12 | 05:30 Uhr