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Kommunikation im Fußball

von Stefan Sauerzapf und Uwe Goertz

Kommunikation ist im Fußball wichtiger als viele denken. Fußball ist nicht nur laufen, schießen und siegen. Ein gutes Spiel setzt eine funktionierende Zusammenarbeit zwischen vielen Beteiligten voraus.

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Fußball ist heute ein multilinguales Geschäft. So gewinnt vor allem auch die Sprache, in der kommuniziert wird, eine immer größere Bedeutung. Die beste Ansprache des Trainers nützt nichts, wenn der Spieler sie nicht versteht! Viele ausländische Spieler haben einen Berater, der sämtliche sprachliche Barrieren für sie überwindet. Doch auf dem Platz muss der Spieler selber klarkommen.

Nicht nur die gesprochene Sprache, auch nonverbale Kommunikation spielt eine ganz entscheidende Rolle während des Spiels. Setzen die herkömmlichen Sprachkurse vor allem auf das Erlernen einer guten Grammatik und den Erwerb der Alltagssprache, haben Sprachwissenschaftler nun einen "Deutsch für Fußballer"-Kurs entwickelt. Hier sollen dem Spieler möglichst schnell und effektiv die wichtigsten Kommunikationswörter im Fußball vermittelt werden.

Ingo Froböse (Bild: WDR)Bildunterschrift: Prof. Ingo Froböse beantwortet Fragen rund um den Spitzensport. ]

Kommunikation bedeutet aber mehr als das Überwinden einer fremden Sprache. Die Beziehungen Spieler - Trainer und Spieler - Spieler stehen im Mittelpunkt eines gut funktionierenden Systems. Wie erreicht der Trainer die Spieler im Training, während des Spiels und in der Halbzeit? Bringt das Geschrei vom Spielfeldrand etwas? Liebstes Mittel vieler Trainer sind die Vieraugengespräche. Blickkontakt ist eines der Erfolgsprinzipien - ein persönlicher Kontakt des Trainers vermittelt dem Spieler einen gewissen Anreiz, das Gesprochene ernst zu nehmen.

Um der Mannschaft neue Taktiken beizubringen, bedarf es vor allem eines visualisierten Lernens. Eine akustische Vermittlung alleine reicht meistens nicht aus, um im Gehirn einen nachhaltigen Reiz zu setzen. Unterstützung, z.B. durch ein Video oder eine Taktiktafel, erweist sich hier als sinnvoll. Nach der Ausführung eines neues Spielzugs sollte es eine direkte Rückmeldung vom Trainer zum Gelingen geben und ggfs. eine erneute Ausführung, damit das Neuerlernte sich von Beginn an richtig im Gehirn abspeichert und der Spieler während des Spiels auf die richtigen Strategien zurückgreifen kann.

Wichtig ist, dass neue Taktiken und Spielzüge automatisiert ablaufen. Das Gehirn des Menschen unterscheidet zwischen bewussten und automatisierten Prozessen. Je automatisierter eine Bewegung ist, desto mehr „Speicher“ bleibt dem Spieler für die Aufnahme von anderen Reizen, z.B. dem Erahnen des Laufweges des Gegners. Außerdem wird ein automatisierter Prozess deutlich schneller in eine konkrete Bewegung umgewandelt.

Während eines Spiels steht vor allem die Kommunikation unter den Spielern im Mittelpunkt. Hierbei ist es von Bedeutung, dass alle Spieler gewisse Signalwörter einordnen können. Schlagwörter wie "Hintermann“ oder "Linie" sollten automatisiert zu einer Handlung führen. Der Trainer hat ein bis zwei Spieler, die regelmäßig verbal und nonverbal mit ihm kommunizieren und diese Ansagen dann auf dem Spielfeld weitergeben. In der Halbzeitpause können Ansprachen vor allem noch einmal motivierend wirken, gravierende Veränderungen des Systems sind unter dem Einfluss des Adrenalins und in der Kürze der Zeit nur sehr bedingt möglich.

Dieser Text informiert über den Fernsehbeitrag vom 13.09.2012. Eventuelle spätere Veränderungen des Sachverhaltes sind nicht berücksichtigt.

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Sendetermin
Do, 13.09.12 | 05:30 Uhr