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Reiten - Sport für Tier und Mensch?

Mindestens einmal im Jahr guckt Deutschland auf die Welt der Pferde - dann wenn sich in Aachen die weltbesten Reiter zum CHIO versammeln. Dieses Jahr stellt das Turnier die Generalprobe für die olympischen Spiele in London dar! Doch wer ist denn nun der Sportler: Das Pferd oder der Mensch oder beide?

Grundsätzlich lässt sich festhalten: Sowohl Tier als auch Mensch müssen fit sein, um den Anforderungen der verschiedenen Reitdisziplinen gerecht zu werden. Die Schnittstelle Reiter - Pferd ist der zentrale Erfolgsfaktor. Das Gefühl des Reiters für das Pferd ist besonders wichtig. Er muss schon früh antizipieren, was das Pferd als nächstes tun wird und wo es Probleme geben könnte. Reiter müssen eine sehr gute Körperspannung haben, um die Bewegungen des Pferdes nicht zu behindern und zu unterstützen.

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Besonders im Springreiten spielt der kognitive Part eine besondere Rolle. Erfahrene Reiter haben hier deutliche Vorteile gegenüber den jungen. Dafür kann ein fortgeschrittenes Alter sogar von Vorteil sein. Nicht umsonst kommt der älteste Olympiasieger aus dem Reitsport. Bei den Pferden ist dagegen jugendliche Fitness entscheidend. Am jüngsten sind Galopprennpferde. (1-3 Jahre). Eine Dressurausbildung beginnt ab ca. 4 Jahren und eine Springausbildung sollte erst ab 6 Jahren begonnen werden. Erst dann sind die anatomischen Strukturen des Pferdes ausgebildet. Bei einem 600 kg Pferd kann es Belastungen von 1,5 Tonnen pro Bein geben. Die Belastungen beim Springreiten an Ross und Reiter sind nicht zu unterschätzen. Dies zeigt sich unter anderem an einer deutlichen Zunahme der Herzfrequenz und der Sauerstoffaufnahme im Springparcours. Reiter müssen darüber hinaus über weitere Fähigkeiten verfügen:

  • Muskelkraft in Rumpf und Extremitäten, um ständig die Kontrolle über das Pferd zu haben
  • Eine ausgeprägte Bewegungskoordination
  • Schnelle Reaktionsfähigkeit, wenn sich plötzlich unvorhergesehene Ereignisse einstellen und gerade „im Stechen“ auch mal ein Sprint eingelegt wird
  • Ausgeprägte Wahrnehmungsfähigkeit, die das eigene Handeln im Parcours ständig optimiert
Die Herzfrequenzen von Reiter und Pferd verändern sich je nach Belastung:
GangartHerzfrequenz Reiter (Schläge/Minute)Herzfrequenz Pferd (Schläge/Minute)
Schritt10860
Trab12870
Galopp14580 - 100
Springen172120

Reiten ist also Sport für Mensch und Tier! Nur wenn beide ausreichend trainiert sind und sich blind verstehen, kann eine optimale Leistung erzielt werden!

Dieser Text informiert über den Fernsehbeitrag vom 05.07.2012. Eventuelle spätere Veränderungen des Sachverhaltes sind nicht berücksichtigt.

Sendetermin
Do, 05.07.12 | 05:30 Uhr