SENDETERMIN Mo, 30.10.17 | 05:30 Uhr | Das Erste

Livemusik: Selig

Neues Album "Kashmir Karma"

Livemusik: Selig | Video verfügbar bis 30.10.2018

Wer in den 1990'er Jahren das Radio - oder damals noch das Musik TV - einschaltete, der kam an der Hamburger Band Selig nicht vorbei. Damals galten sie als die deutsche Antwort auf die Grunge-Bands der us-amerikanischen Westküste. Selig haben viele dieser Bands überlebt, denn auch heute noch sind die Vier kreativ und produktiv. Bestes Beispiel: "Kashmir Karma", das siebte Studioalbum, das in diesen Tagen erscheint.

Startschuss

"Ohne Dich", "Wenn ich wollte", "Bruderlos", "Wir werden uns wiedersehen" - das sind nur einige der Hits von Selig. Eine Band, die vor allem durch die Stimme von Jan Plewka und die Gitarre von Christian Neander geprägt wird. 1993 lernten sich die beiden kennen und spürten sofort, dass sie gemeinsam etwas Besonderes auf die Beine stellen können. Das Vertrauen ging sogar so weit, dass Jan beim ersten Treffen Christian seine Tagebücher und Textideen zum Lesen mit nach Hause gab. Beim nächsten Treffen hatte Christian schon den ersten Song fertig, für den er das Material genutzt hatte.

Schlagzeug, Bass und Keyboard wurden mit befreundeten Musikern besetzt: Stephan "Stoppel" Eggert, Lenard "Leo" Schmidthals und Malte Neumann. Schon ihr erstes Konzert in der Hamburger Prinzenbar war so gut besucht, dass Selig zwei Mal hintereinander spielten.

Höhenflug und Absturz

Der Erfolg und der Rock´n Roll-Lifestyle hinterließen Spuren. Die Band nahm alles mit, was geht. Die einzige Absage, bekommen die Scorpions, die Selig als Vorgruppe mitnehmen wollen. Drogen, Albumproduktion in New York, Termine, Tourneen - die Band lebte Mitte der 1990'er Jahre auf der Überholspur und verlor sich dabei aus den Augen.

1997 verlässt Jan Plewka die Band. Offiziell lösen sich Selig zwei Jahre später auf.

Neuanfang

Nachdem sich die einzelnen Bandmitglieder in anderen Projekten probiert hatten, liessen sie 2008 Selig wieder aufleben. Zwölf Jahre nach ihrem letzten Studioalbum "Blender" veröffentlichten die Fünf wieder neue Songs und gingen auf Tour.

Nach drei weiteren Alben verließ Keyboarder Malte Neumann die Band. Selig waren jetzt noch zu viert und rückten noch enger zusammen.

Kashmir Karma

Die Songs für das siebte Studioalbum "Kashmir Karma" entstanden in einem Ferienhaus in Schweden. Hier konnten die Musiker von Selig ungestört völlig in ihre Sounds und Texte eintauchen.

Thematisch spielt die Wahl Donald Trumps genauso eine Rolle, wie die Lebenserfahrung der Musiker. Musikalisch ist es unverkennbar ein Selig Album. Da gibt es psychedelische Soundgewitter, verzerrte Gitarren, poppige Rocknummern, Balladen und über allem schwebt Jan Plewkas unverkennbare Stimme.

Gut, dass Selig (noch) da sind.    

Stand: 30.10.2017 11:27 Uhr