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Video: Energiewende: Auch Deutschland hinkt den Zielen hinterher

21.03.17 | 04:14 Min. | Verfügbar bis 21.03.2018

Auch Deutschland, das weltweit Vorreiter bei der Energiewende sein will, hinkt seinen selbstgesteckten Zielen hinterher, erklärte die Energieökonomin Claudia Kemfert vom Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung, Beraterin der Bundesregierung in Umweltfragen. "Die selbstgesteckten Ziele sehen ja vor, dass wir minus 40 Prozent bis 2020 erreichen wollten. Wir haben noch immer sehr viel Kohle im Stromsystem, obwohl wir sehr viel erneuerbare Energien aufgebaut haben. Das treibt einerseits die Emissionen nach oben. Andererseits haben wir zu wenig gemacht im Verkehrssektor. Es gibt keine nachhaltige Verkehrswende. Und auch der Gebäudesektor müsste mehr machen. Und da müsste Deutschland einiges nachholen." Der G 20 sei aufgerufen, die Subventionen für fossile Energien deutlich zu senken, betonte Kemfert. Kohlestrom werde weiter subventioniert, leider auch zum Teil in Deutschland. In vielen anderen Ländern werde auch Öl noch subventioniert. Diese Subventionen müsse man abschaffen, betonte Kemfert. Jedes Land sei gefordert, erneuerbare Energien aufzubauen. In diesem Zusammenhang blickt die Energieexpertin mit Pessimismus in die USA. "Der Klimaschutz wird ohne Amerika nicht zu schaffen sein. Das sind jetzt vier schlechte Jahre für den Klimaschutz weltweit. Allerdings müssen die Länder hier vorwärts gehen. Die globale Energiewende wird nicht aufzuhalten sein aus ökonomischen Gründen, weil die erneuerbaren Energien immer billiger werden. Es wird wahnsinnig viel hinein investiert. Auch in Amerika, muss man sagen. Das wird die amerikanische Regierung nicht aufhalten können." Positiv beurteilte Kemfert, das Länder wie China sich verstärkt am Klimaschutz beteiligten. "Die haben jetzt auch eine Kooperation mit Europa. Es gibt eine neue Allianz für den Klimaschutz. China ist mit an Bord. Und dort tut man sehr viel. Man investiert in erneuerbare Energien im großen Stil."