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Triumphe, Erfolge, Ruhm – Nicht nur hier im heruntergekommenen Vorort der Millionenstadt Saparischschja wirkten die Bilder des Schwergewichts-Weltmeisters wie die aus einer anderen Welt.
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Vitali Klitschko im Wahlkampf
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Aber da stand er dann tatsächlich. Und Klitschko teilte aus, wie im Ring, Haken und Geraden gegen eine korrupte Regierung.
Und dann war er wieder weg. Mehrere Auftritte am Tag - Klitschko suchte den direkten Kontakt zum Wähler, so wie seine Kandidaten von der Partei UDAR, "Der Schlag." Denn sie alle leiden unter Angriffen der regierungstreuen Medien.
Auf dem zentralen Platz von Saparischschja, auf dem Klitschko eigentlich auftreten wollte, hatte die Stadtverwaltung schnell eine Hubschrauberausstellung genehmigt.
Auch die Werbeflächen der Stadt hatte die Regierungspartei belegt - Klitschko blieben Laternenpfähle. Der Boxweltmeister als Polit-Underdog.
Vor acht Jahren: Die Orangene Revolution lässt beide Klitschkos nach Kiew eilen: Wie sein Bruder Wladimir lässt sich auch Vitali vom Protest der Massen gegen die mutmaßlichen Wahlfälschungen von Janukowitsch anstecken.
Auch die Klitschkos setzen ihre Hoffnungen in Juschtschenko. Vitali beschließt, sich politisch zu engagieren. 2006 bewirbt er sich um das Amt des Bürgermeisters. Er unterliegt. Auch in einem zweiten Anlauf 2008 klappt es nicht.
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Vitali Klitschko und seine Ehefrau
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Klitschko ist beliebt, doch ihm fehlt die politische Rückendeckung von Julia Timoschenko. Aber Klitschko zieht ins Stadtparlament ein. Er sammelt politische Erfahrungen, kämpft da bereits gegen die grassierende Korruption. Seit Jahren lebt er in Kiew, er hat geheiratet, mit Ehefrau Natalia bekommt er drei Kinder.
Und jetzt will der Profiboxer mit seiner Partei hierhin, ins ukrainische Parlament, berüchtigt nicht nur für amateurhafte Schlägereien der Abgeordneten, sondern auch für Stimmenkauf und Fraktionswechsel. Klitschkos Kandidaten mussten schwören, das nie zu tun.
Eine ehrliche Haut, geprägt von westlichen Werten - diese Anmutung hilft Klitschko, aber mehr noch die Abwesenheit seiner großen Rivalin Julia Timoschenko: Verurteilt zu sieben Jahren Straflager, zur Zeit in der Eisenbahnerklinik in Charkiw, wo die Regierung sie filmen lässt - und die Videos im Internet kursieren. Öffentliche Empörung und Anteilnahme wiegen jedoch ihr Fehlen im Wahlkampf nicht auf.
Mit ihrer Ikone hinter Gittern ist die Vaterlandspartei nur noch ein Schatten ihrer selbst: Der neue Spitzenkandidat müht sich redlich, aber doch nur, um das zu hören: "Julia, Julia!" "Sie hört euch", sagt der Kandidat.
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Wahlkampf im ganzen Land
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Vitali Klitschkos Konvoi kommt auch in entlegene Ecken: Moskovka, nur ein paar Hundert Seelen wohnen hier. Aber auch hier wissen alle, wovon Klitschko redet.
Doch dann würde dieser Polizist Klitschkos Kandidaten sofort verhaften: Der beliebte Landwirt Wadim Kriwochatka könnte hier ein Direktmandat gewinnen. Genau darum aber, glauben Klitschkos Anhänger, lässt der Gouverneur ihn jetzt vom Staatsanwalt anklagen – wegen konstruierter Delikte. Klitschko ist in ihr Dorf gekommen, um trotz der Repressionen Flagge zu zeigen.
Wir suchen nach dem untergetauchten Direktor des landwirtschaftlichen Betriebes. Ein mutiger Mann soll er sein, sagen seine Arbeiter. Wer hier offen die Fahne von Klitschkos Partei UDAR hisst, muss das aber wohl auch sein. Hier ist Janukowitsch-Land.
Ein geheimes Treffen wird kurzfristig wieder abgesagt.
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Mykola Kniazhytsky
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Der kleine, regierungskritische Sender TVI in Kiew. Statt Hofberichterstattung über Präsident Janukowitsch nur ein Foto. "Hier spezialisieren wir uns mehr auf Enthüllungsgeschichten", so der Geschäftsführer, "zu Korruption und Amtsmissbrauch. Zum Beispiel zu Steuergeldern, die für den Wahlkampf missbraucht werden."
Und dann Reporterglück: Sie hier haben den untergetauchten Klitschko-Kandidaten gefunden, wir bekommen Kriwochotka zu Gesicht.
Wadim Kriwochatkas Sieg sollte um jeden Preis verhindert werden, glaubt der Reporter. Das war wohl ein Befehl des Gouverneurs an die Staatsanwälte.
Nehmerqualitäten – Boxer Klitschko wird sie auch im neuen Beruf brauchen, als Abgeordneter im ukrainischen Parlament. Und seine Fans träumen schon von anderen Titeln.
Autor: Udo Lielischkies / ARD Moskau
Dieser Text informiert über den Fernsehbeitrag vom 28.10.2012. Eventuelle spätere Veränderungen des Sachverhaltes sind nicht berücksichtigt.