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Cha ist zurück zu Hause, zurück in ihrem Bergdorf. Ein monatelanger Alptraum ist endlich vorbei.
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Cha bei der Arbeit
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Alles beginnt vor zwei Jahren: Sie arbeitet auf dem Acker. Und da ist dieser Junge, der sie heimlich besucht. Er schenkt ihr ein Handy. Ruft immer wieder an. Damals ist sie gerade 16 Jahre alt. Das erste Mal verknallt.
Die Stadt sieht sie nicht an diesem Tag. Der junge Mann nimmt ihr das Handy ab und bringt sie nachts an einen Fluss. Mit einem Boot legen sie an der anderen Seite an. Dass hier bereits China liegt, weiß sie nicht. Noch nie ist sie so weit von zuhause weg gewesen.
Über das zu reden, was dann passiert, fällt ihr schwer. Zwei Aufpasser lassen sie nie aus den Augen. Immer wieder kommen Männer in das Haus, um sie zu begutachten. Dann, nach zwei Monaten, wird sie an einen Chinesen verkauft. Sie versteht die Sprache nicht, kann sich kaum verständigen! Ein paar Tage später gibt es eine Hochzeit. Es ist ihre Hochzeit!
In ihrem Dorf leben 70 Familien. Sechs Mädchen sind in den vergangenen Jahren verschwunden. Nur Cha hat es zurückgeschafft.
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Hoang Thi Xay
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Nach acht Monaten sieht sie zum ersten Mal ihre Mutter wieder. Ihre Angst, ihre Tränen habe sie die ganze Zeit unterdrückt. Die Hoffnung, irgendwie fliehen zu können, habe sie alles ertragen lassen.
Die Provinz Lao Cai - hoch oben im Norden Vietnams - nahe der chinesischen Grenze. Die Bergvölker der Roten Dao und Schwarzen Hmong leben hier - abgeschieden und in einfachsten Verhältnissen.
Isolation, Armut, fehlende Bildung, all das macht sie zu leichten Opfer für Menschenschlepper.
Der Grenzübergang in der Provinzhauptstadt Lao Cai. Die 1200 Kilometer lange Grenze zu China - kaum zu kontrollieren!
Die Ein-Kind-Politik im Reich der Mitte hat zu chronischem Frauenmangel geführt. Nachbarländer wie Vietnam müssen herhalten, um die Nachfrage zu stillen!
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Nguyen Huu Hai, Grenzpolizei Provinz Lao Cai
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Drinnen stapeln sich die Fälle. Nur fünf Mitarbeiter für die Ermittlungsarbeit der ganzen Provinz. Gerade mal 29 Fälle konnten in diesem Jahr aufgeklärt werden. Das Thema ist sensibel. Unsere Fragen werden fleißig mitnotiert. Die Behörden sind angewiesen auf die Zusammenarbeit mit den Chinesen. Die Beziehung zum großen Bruder soll nicht belastet werden.
Nur von den Mädchen, die zwangsverheiratet werden, schaffen es einige wegzulaufen. Wer dagegen in die Bordelle Chinas verschleppt wurde, hat kaum eine Chance.
Zwangsprostitution in China
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Sen
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Sen möchte ihr Gesicht nicht zeigen. Sie ist 16 Jahre alt, als sie verschwindet. Sie wird eingesperrt, gezwungen, als Prostituierte zu arbeiten. Dann, nach vier Wochen soll sie weiterverkauft werden.
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Phuong Tao
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Hilfe hat Sen bei Miss Tao gefunden. Im Haus der Zuneigung hilft sie den Mädchen, mit dem Erlebten klarzukommen, das Trauma zu bewältigen!
Hilfe für die Mädchen
Es hat lange gedauert, bis Sen körperliche Nähe zulassen konnte; Monate bis sie zum ersten Mal ihre Geschichte erzählt hat.
Sens Alptraum ist noch nicht vorbei. In ihrem Dorf reden die Leute über sie. Plötzlich ist sie eine Außenseiterin, weil sie ihre Unschuld, ihre Jungfräulichkeit verloren hat.
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Cha mit Freundinnen
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Zurück in den Bergen. Es ist Sonntag und die Menschen strömen auf den Wochenmarkt in Bac Ha. Auch Cha ist gekommen. Sie traut sich wieder raus, hat Freunde gefunden, die sie nicht verurteilen. Heute ist sie 18 Jahre alt. Das Lachen hat sie wiedergewonnen und macht jetzt das, was Mädchen gern machen.
Einfach nur ein normales Mädchen sein, keine Angst mehr haben. Diesen Wunsch teilt sie mit all den anderen, die sich befreit haben. Aus einem Alptraum zurück ins Leben!
Autor: Norbert Lübbers, ARD Singapur
Dieser Text informiert über den Fernsehbeitrag vom 02.12.2012. Eventuelle spätere Veränderungen des Sachverhaltes sind nicht berücksichtigt.