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Schnappschuss Myanmar: Das Geheimnis der Langhalsfrauen

Schnappschuss Myanmar: Das Geheimnis der Langhalsfrauen

Warum tragen so viele Frauen des Kayan-Volkes in Myanmar schweren Halsschmuck und hablen so lange Hälse? Der "Schnappschuss" war vor Ort.

Schönheit, wussten schon die alten Griechen, liegt im Auge des Betrachters. Die Touristen im Land des Kayan-Volkes in Myanmar kommen wohl eher der Exotik wegen: Daw Mu Thu betreibt einen Andenkenladen und lässt sich fotografieren: Eine der vielen "Langhalsfrauen” im Land der Kayan.

Wird der Hals wirklich länger?

Mu Thu ist 46, seit ihrer Kindheit trägt sie die schweren Messingringe, die ihren Hals freilich nur optisch verlängern, durch heruntergedrückte Schultern. Kann es sein, dass sie sich schön findet, mit den polierten Ringen? 'Ich habe die Ringe von meinen Eltern geerbt, erzählt sie uns, ich wollte sie einfach tragen. An Touristen habe ich damals nicht gedacht'. "Meine Großmutter trug Ringe, auch meine Mutter. Aber woher diese Tradition kommt, sagt sie, weiß ich auch nicht."

Frau entfernt Halsringe von Hals
20 Minuten dauert es bis die Ringe wieder weg sind.

Das Dorf Pan Pet war lange Bürgerkriegsgebiet, viele Langhalsfrauen flohen nach Thailand. Jetzt kommen sie mehr und mehr zurück. Und Mu Thu ist eine gefragte Frau unter ihnen. Weil sie geschickt ist im Abnehmen und Wiederanlegen der Ringe. Ihre Freundin Daw Mu Htaung ist 63. "Der Halsschmuck besteht aus zwei langen Messingspiralen, eng um den Hals gewunden. Zwanzig Minuten dauert es, bis der Nacken freiliegt." Ein Bisschen schwindelig bin ich, ohne die Ringe, sagt sie. Manchen Frauen wird sogar übel dabei.

Schlafen und Waschen mit Ringen um den Hals

Mu Thu streckt das Messing, glättet Verbogenes. Die Frauen schlafen mit angelegtem Halsschmuck, ziehen beim Baden Waschlappen hindurch. Darum müssen die Ringe alle paar Monate neu geordnet werden. Mu Thu kann das am besten, sagt sie. Fühlen Sie sich schöner mit den Ringen? "Ja", sagt sie. "Wir fühlen das so. Das ist unsere ganz eigene Schönheit." Hier passt das Goethe-Zitat: Es ist das Vorrecht des Schönen, dass es nicht nützlich zu sein braucht. Die Dörfer der Kayan sind noch recht ursprünglich, erst seit kurzem können Touristen hier anreisen. Ein Krämerwagen ist da, mit Trockenfisch und Töpfen. Mu Htaung wird für den Sitz der frisch angelegten Ringe bewundert. Die natürliche Würde der Langhalsfrauen macht sie in der Tat: Schön.

Stand: 20.11.2017 12:54 Uhr

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