DasErste.de - Springe direkt zu

Inhalt.
Hauptnavigation.
Suche.

Aufmachergrafik zu Ratgeber: Auto - Reise - Verkehr
Inhalt

Sightseeing in Barcelona zum Nulltarif

Susanne Gebhardt in Barcelona  (Bild: SR) Bild vergrößern bzw. verkleinern Bildunterschrift: Moderatorin Susanne Gebhardt in Barcelona ]
Kurzreisen oder Städtetrips sind "in“, besonders seit es Billigflieger gibt. Aber billig ist oft nur der Flug; vor Ort schmilzt das Budget oft ganz schön schnell. Am Beispiel von Barcelona haben wir nachgeprüft, ob das so sein muss.

Gaudí umsonst

Wer Barcelona besucht, kommt um die Sagrada Familia nicht herum, die noch immer unvollendete Mega-Kirche des berühmten Architekten Gaudí. Sie ist Wahrzeichen der Stadt und deshalb auch vielbesucht. Der Eintritt in die Basilika samt Aufstieg auf die Türme kostet 16 Euro.

Viele Besucher finden den Preis überteuert: "Ich finde es ein bisschen viel“, sagt eine Touristin aus Deutschland, "man möchte sich hier in Barcelona ja auch noch andere Sachen anschauen".

Unsere Testreporterin, Susanne Gebhardt, zeigt Alternativen auf und stellt sie auf den Prüfstand. Statt in die Sagrada Familia geht sie in den Park Güell, auch ein Bauwerk von Gaudí. Der Eintritt in den Park ist frei. Die Anlage war Anfang des zwanzigsten Jahrhunderts der Versuch, mitten in der Natur eine Wohnsiedlung zu errichten. Schließlich wurde ein Garten daraus, der heute mit den für Gaudí so typischen Jugendstil-Details Touristen aus aller Welt anlockt. Susanne Gebhardt gefällt der Park Güell von allen Gaudí-Bauten in Barcelona am besten: "Unter anderem weil man hier die vielen Mosaike sehen kann. Leider ist das Ganze kein Geheimtipp mehr. Die Stadt überlegt den Park zu privatisieren, so dass es sein kann, dass man auch hier bald Eintritt zahlen muss.“

Preiswert unterwegs

Der Modernisme, der katalanische Jugendstil, ist nicht nur Architektur. Im Nationalmuseum für katalanische Kunst sind auch Möbel zu sehen. Das Besondere in diesem Museum ist aber die große Sammlung romanischer Originalfresken. Das Ticket kostet zehn Euro. Wer es einrichten kann, am ersten Sonntag im Monat herzukommen, für den ist der Eintritt frei. Und mit der „Barcelona Card“ kommt man sogar immer kostenlos ins Nationalmuseum. Die Karte lohnt sich aber nicht unbedingt, denn bei vielen Sehenswürdigkeiten ist der Preisnachlass damit nur gering. Der Drei-Tages-Pass kostet 35 Euro. In einem aktuellen europäischen City-Card-Vergleich hat das Angebot das Testurteil "ausreichend“ bekommen. Die öffentlichen Verkehrsmittel können mit der Karte kostenlos genutzt werden, sind aber ohnehin günstig. Eine Zehnerkarte gibt’s für 9,45 Euro. Damit kostet zum Beispiel eine Hin- und Rückfahrt zum Tibidabo, dem Hausberg von Barcelona, nur 1,89 Euro – was die wenigsten Touristen wissen. Sie nehmen nämlich diese Standseilbahn und zahlen noch mal 7,50 Euro extra.

Dabei führt auch eine andere Bergbahn hinauf zum Stadtteil Vallvidrera Superior. Die Fahrt ist im Metro-Ticket inbegriffen. Von der Bergstation geht’s per Bus weiter zum Gipfel – oder man geht wie Susanne Gebhardt zu Fuß weiter: "Nach dem ganzen Tag in der Stadt eine Wanderung machen, klingt anstrengend, aber es ist total entspannend auch mal raus zu kommen.“

Der Tibidabo

Eine der Touristen-Attraktionen auf dem 500 Meter hohen Tibidabo ist der Vergnügungspark. Der Eintritt kostet 28,20 Euro. Der historische Bereich kann dagegen kostenlos betreten werden.

Stattdessen kosten die über achtzig jährigen Fahrgeschäfte pro Trip zwei Euro, bei fünf Fahrten also zehn Euro – nur ein Drittel im Vergleich zur Eintrittskarte für den gesamten Park. Für Susanne Gebhardt steht fest: "Mit der Achterbahn fahren kann man überall. Das Schöne hier im Park sind die historischen Fahrgeschäfte und der grandiose Blick über die Stadt.“

Schlemmen auf der Rambla

Selbst wenn’s mal regnet, wird die Rambla, Barcelonas Hauptflaniermeile, von Touristen überschwemmt. Trotzdem sind die Restaurants hier überraschend günstig: Hähnchen oder Beefsteak gibt es ab elf Euro. Es geht aber auch weniger touristisch, zum Beispiel auf den kleinen Plätzen der Altstadt. Der spanische Bohneneintopf mit Blutwurst und Chorizo kostet in einem von uns getesteten Lokal 6,50 Euro – und schmeckt, wie Susanne Gebhardt findet: "Es lohnt sich wirklich ein bisschen zu suchen und auch mal in die Seitengassen reinzuschauen und einfach in die Lokale zu gehen, in denen auch die Einheimischen essen“.

Barcelona günstig - das geht

Die Stadt ist ein Besuchermagnet. Jährlich kommen siebeneinhalb Millionen in Metropole am Mittelmeer. Es ist also logisch, dass in Barcelona mit Touristen richtig viel Geld verdient wird. Aber: „Da muss man nicht mitspielen“, meint Susanne Gebhardt, „wir haben’s ausprobiert. Beim Sightseeing kann man sparen und trotzdem viel sehen.“

Wie zum Beispiel auch die Wasserorgel am Placa Espana, kann eben vieles auch kostenlos erlebt werden, oder zumindest günstiger. Die Eintritte und Fahrpreise der von uns getesteten Attraktionen summieren sich auf über sechzig Euro. Unser Alternativ-Programm hat dagegen nur knapp zwölf Euro gekostet.

Adressen und Links

Tourismusbüro, Barcelona Card:
www.barcelonaturisme.com

TMB U-Bahn, Tram, Bus:
www.tmb.cat

Sagrada Familia:
www.sagradafamilia.cat

Park Güell:
www.parkguell.es

Nationalmuseum für katalanische Kunst:
www.mnac.cat

Vergnügungspark Tibidabo:
www.tibidabo.cat

Restaurant Café Babel:
Carrer del Correu Vell 12
08002 Barcelona

Dieser Text informiert über den Fernsehbeitrag vom 14.10.2012. Eventuelle spätere Veränderungen des Sachverhaltes sind nicht berücksichtigt.

Sendetermin
So, 14.10.12 | 16:30 Uhr