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Ratgeber geprüft: Carsharing

Carsharing-Angebote

Verschiedene Carsharing-Angebote.

Mobilität bedeutet längst nicht mehr nur ein eigenes Auto zu besitzen. Gerade junge Leute greifen immer öfter zur Monatskarte für Bahn und Bus. Im Kommen sind auch verschiedene Modelle von Carsharing, inzwischen auch von privat zu privat.

Die Vorstellungen von Mobilität sind in Deutschland im Wandel begriffen. Gerade für junge Leute ist es inzwischen modern, eine Monatskarte für Bahn und Bus zu haben anstatt eines eigenen Autos. In den Haushalten der 18 bis 24-Jährigen sank die Quote der Autobesitzer von 65 Prozent im Jahr 2003 auf 56 Prozenzt im Jahr 2011. Auch in den Privathaushalten der 25-34Jährigen ist ein Rückgang um 10 Prozent zu verzeichnen. Ursachen fürs Umdenken: steigende Kosten beim Autofahren und die Sorge um die Umwelt.

Carsharing von privat zu privat

Im Kommen sind dagegen verschiedene Modelle von Carsharing, also des „Teilens“ bzw. gemeinsamen Nutzens, Vermietens von Autos. Inzwischen geht das auch von privat zu privat. Denn auch Autos, die nur herumstehen, kosten ihrem Besitzer Geld. Warum also nicht das Auto von dem nutzen lassen, der gerade eines braucht?

Privates Carsharing funktioniert bereits in größeren Städten gut, da gibt es viele Autos zur Auswahl. In kleineren Städten oder gar auf dem Land ist das Angebot noch nicht so groß.

In Deutschland gibt es vier Internetportale für privates Carsharing:

www.autonetzer.de
www.nachbarschaftsauto.de
https://www.rent-n-roll.de
www.tamyca.de

Vom Prinzip her funktionieren sie alle gleich: Als Autobesitzer kann man kostenlos sein Fahrzeug bei den Portalen ins Netz stellen und den Mietpreis auch selbst festlegen. Die Portale fungieren dann als Vermittler. Das heißt, sie informieren bei einer Anfrage den Mieter, ob der Vermieter eine Zu- oder Absage geschickt hat, außerdem regelt das Portal die Bezahlung mit Kreditkarte und schickt per Mail ein Übergabeprotokoll, das sich sowohl Mieter also auch Vermieter ausdrucken und bei der Übergabe des Autos ausfüllen müssen.

Susanne Gebhardt vor dem Auto

Carsharing im Test.

Zuvor muss der Mieter dem Portal die Daten seines Personalausweises und Führerscheins gemailt haben, ebenso Angaben zur Person.Die Portale schließen alle nötigen Versicherungen für Auto und Fahrer ab, auch gegen Diebstahl, Pannen etc. Sie informieren ausführlich über alles auf ihrer Homepage, auch unter FAQ (Häufig gestellte Fragen). Unbedingt auch die AGB’s lesen. Bei tamyca kann man auch noch einen zweiten Fahrer eintragen, auch der ist dann versichert.

Vom Preis, den man per Kreditkarte an das Portal zahlt, bekommt der Vermieter den größten Teil. Ein kleinerer Teil geht an die Versicherungen und das Portal. Der Preis variiert natürlich je nach Größe des Autos, Anzahl der angefragten Stunden/Tage und der vereinbarten Kilometer. Hinzu kommen für den Mieter die Kosten für das Benzin. Der Tank muss bei der Rückgabe des Autos wieder genauso gefüllt sein wie vorher.

Susanne Gebhardt am Computer

Susanne Gebhardt vergleicht Carsharing-Angebote.

Reporterin Susanne Gebhardt hat die Portale tamyca und autonetzer.de getestet und dafür mehrmals die auf den Internetseiten angegebene Hotline kontaktiert. Am Telefon hat sie ohne Probleme zu ihren Fragen Auskunft erhalten. Die Hotlines sind von Montag bis Freitag tagsüber besetzt. Die Übergabe war in beiden Fällen komplikationslos, die Autos waren in einem sauberen und gepflegten Zustand. Versteht sich von selbst, dass die Vermieter ihre Autos genauso wieder zurückhaben wollen – privates Carsharing ist Vertrauenssache.

Tipps:

  • Auf jeden Fall das Auto nicht zu kurz buchen

  • Wer das Auto länger fährt, ist nicht versichert. Sollte man das Auto nicht pünktlich zurückgeben können, wegen der Versicherung unbedingt das Portal kontaktieren.

  • Wenn man ein Auto anfragt, kann es sein, dass der Vermieter seinen Wagen selbst braucht oder gerade nicht antworten kann. Deshalb ist es ratsam, gleich mehrere Autos parallel anzufragen.

  • Anfragen rechtzeitig starten – es kann sein, dass bis zur Antwort ein bis drei Tage oder mehr ins Land gehen.

Stand: 10.12.2012 16:59 Uhr

Sendetermin

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