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Sicherheit: Fahrrad fahren im Winter

Fahrradfahrer im Winter

Wie kommt man auf dem Fahrrad sicher durch Wind und Wetter?

Dunkelheit, Kälte und Nässe – da macht Fahrrad fahren wenig Spaß. Als Zweiradfahrer ist man Wind und Wetter noch mehr ausgeliefert als im Auto. Wir verraten, wie Sie trotzdem sicher durch den Winter kommen.

Radfahren im Winter? Das ist nichts für jeden. Manchen ist es zu kalt und zu nass, anderen zu gefährlich. Aber es gibt auch Unverzagte, die nicht nur das ganze Jahr lang fahren, sondern auch noch Spaß daran haben. „Man muss nur die richtige Ausrüstung haben und sich an ein paar Verhaltensregeln halten“ sagt z.B. Bernd Zanke vom ADFC. Wir haben seine persönlichen Tipps und die vom ADFC zusammengefasst:

1. Verhaltensregeln:

  • Insgesamt deutlich erhöhte Aufmerksamkeit aufbringen, besonders bei Dunkelheit und schlechter Sicht! Die meisten schweren Unfälle passieren durch spontan geöffnete Autotüren und rechts abbiegende LKWs.
  • In Kurven nicht Treten und möglichst nicht Bremsen.
  • Bremsen allgemein: Sehr vorsichtig und so gut wie nur mit der Hinterradbremse.
  • Auf Glatteis: Einfach Ausrollen lassen.

2. Technische Ausstattung:

  • Licht: Die Straßenverkehrsordnung schreibt vor, dass sich vorne eine weiße Leuchte mit Reflektor und hinten eine rote Leuchte mit Reflektor befinden muss. Außerdem müssen Räder und Pedalen mit Reflektoren ausgestattet sein.
  • Bei Rädern über elf Kilo Gewicht ist die ausschließliche Verwendung von Batterieleuchten nicht erlaubt. Zusätzlich machen sie Sinn, allerdings können Stirnlampen andere Verkehrsteilnehmer blenden und das kann gerade in Gefahrensituationen für alle Beteiligten kontraproduktiv sein.
  • Dynamo: Der klassische Seitenläufer hat ausgedient. Zu häufig verhindert Schneematsch den Kontakt mit dem Rad. Alle neuen Fahrräder sind daher mit Nabendynamo ausgestattet. Vorderrad inklusive Einbau gibt es ab ca. 100 Euro.
  • Bereifung: Seit einiger Zeit gibt es Winterreifen und sogar Spikereifen für Fahrräder (im Gegensatz zum Auto beim Fahrrad erlaubt). Unser Test auf einer Eisbahn hat gezeigt, dass ein Unterschied spürbar ist, wenn auch kleiner als erwartet. Unser Fazit: Spikereifen sind gut für die wirklichen Enthusiasten. Winterreifen machen auch für den Normalfahrer Sinn. Kostenpunkt für die Mäntel mit Spikes: zwischen 40 und 90 Euro (je nach Anzahl Spikes). 30 bis 40 Euro kosten die Winterreifen.

3. Bekleidung:

  • Funktionskleidung hält warm und trocken. Mit dem Zwiebelprinzip lässt sich der Wärmehaushalt und damit das Schwitzen kontrollieren.
  • Helmmützen passen unter den Helm und ermöglichen so auch bei niedrigen Temperaturen das Tragen des Kopfschutzes.
  • „Hot Ears“ sind spezielle Ohrenwärmer für Helmträger, die sich an den Gurten anbringen lassen.
  • Antibeschlag Brillen sorgen auch bei Feuchtigkeit für Durchblick.
  • Handzeichen sind besser sichtbar durch Handschuhe in Signalfarben.
  • Reflektionsbänder (um Knöchel und Handgelenke) ergänzen die Reflektoren auf der Kleidung.
  • Stulpen zum drüberziehen halten warm und schützen vor Nässe.

Fazit:

Sinnvolle Ausstattung gibt es ausreichend und man braucht bestimmt nicht alles, aber gezielte Investitionen machen das Fahrradfahren auch im Winter angenehm und sicher.

Stand: 10.12.2012 17:00 Uhr

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