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Geisterfahrer: Was tun?

Warnschild Geisterfahrer

Können Warnschilder helfen?

Der Horror kommt einem entgegen und man kann ihm kaum entgehen. Im Schnitt sind zwei Geisterfahrer pro Tag auf deutschen Autobahnen unterwegs. Was tun?

Trauriger Rekord im Oktober und November: 20 Tote innerhalb von sechs Wochen durch Falschfahrer! So heißen Geisterfahrer offiziell. Bundesweit werden pro Jahr mindestens 1700 Fälle gemeldet. Nach den Schreckensmeldungen der letzten Wochen haben viele Verkehrsteilnehmer das beklemmende Gefühl, solche Unfälle passieren immer öfter. Doch ob es mehr Falschfahrer gibt, kann niemand mit hundertprozentiger Sicherheit sagen.

Keine offiziellen Zahlen

Eine offizielle Statistik gibt es dazu in Deutschland nicht. Die Verkehrsunfallstatistik müsste erweitert werden. Im Moment werden aus dem Verkehrsfunk Schlüsse gezogen. Damit es erst überhaupt nicht zur gefährlichen Geisterfahrt kommt, wurden im Rahmen eines Pilotprojekts an der A8 bei Rosenheim schwer zu übersehende Warntafeln installiert. Sie sollen Autofahrer von der falschen Fahrtrichtung abhalten. Darüber hinaus testet man neue Streckenführungen an den Auffahrten.

Alarmsysteme nur bedingt sinnvoll

Österreich macht es vor. Dort gibt es grelle Falschfahrerwarntafeln und Bodenmarkierungen schon seit Ende der 90er Jahre. Und man geht dort noch weiter: An rund 20 Auffahrten gibt es - sogenannte „Geisterfahrerkrallen“. Doch mittlerweile werden keine mehr gebaut. Denn die Krallen können Geisterfahrer nicht verlässlich abhalten, aber Rettungsfahrzeuge behindern.

Auto nach einem Unfall

Wie kann man Unfälle durch Geisterfahrer verhindern?

Autohersteller versuchen sich an anderen Lösungen. BMW z.B. entwickelte bereits 2007 ein Alarmsystem, das den Fahrer warnt. Doch kam es nie auf den Markt. Grund: Angst vor Haftungsansprüchen bei einer Fehlfunktion des Systems, z.B. ausgelöst durch ungenaue Navigationsdaten.

Navigationssysteme sind grundsätzlich in der Lage zu erkennen, ob sich der Fahrer auf der richtige Straßenseite der Autobahn bewegt oder ob er als Geisterfahrer auf falsch unterwegs ist. Bei Baustellen kann aber eben nicht erkannt werden, dass der Fahrer bewusst falsch geleitet wird und von daher wird häufig diese Lösung nicht angeboten. Doch im Zweifel könnte der Fahrer das Warnsystem in Baustellen abschalten.

Allerdings ist auch die fortschrittlichste Technik machtlos, wenn jemand in selbstmörderischer Absicht zum Geisterfahrer wird. Bundesweit starben im Jahr 2012 schon überdurchschnittlich viele Menschen durch Unfälle, die von Geisterfahrern verursacht wurden. In Relation zur Gesamtzahl der Verkehrstoten sicherlich ein recht geringer Anteil. Doch es kann jeden treffen, der auf der Straße unterwegs ist.

Stand: 10.12.2012 16:56 Uhr

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