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Rallye mit Elektro-Autos durch Südtirol
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Der Blick auf die Spritpreise treibt immer mehr Autofahrern Tränen in die Augen. Gas- und Elektroautos könnten Alternativen werden; oder sind sie es schon? Wie alltagstauglich sind die leisen Stromer? Wie gut ist das Steckdosen-Netz? Und sind E-Autos in ihrem Radius auf die Stadt begrenzt oder auch für Überlandfahrten geeignet? Eine Rallye mit vier flotten Stromern durch Südtirol sollte Aufschluss geben.
Ohne Motorengeräusch, ohne Abgase über Alpenpässe rollen, das ist das Ziel der "Alpe Zero". Die Elektrorallye durch Südtirol soll zeigen, wie klettertauglich Fahrzeuge mit Elektroantrieb sind. Die Region will ihre Infrastruktur für die Elektromobilität ausbauen. Dazu zählen ein flächendeckendes Netz von Ladestationen und Fahrspuren nur für Elektrofahrzeuge. Doch auch die Urlaubsregion steht noch am Anfang der Entwicklung. Die vom ADAC und der Südtirol Marketing Gesellschaft (SMG) organisierte Rallye soll ein Zeichen setzen.
Am Start in Bozen: der Opel Ampera, der Smart electric drive, der Nissan Leaf und der Peugeot iOn. Am Steuer: gewöhnliche Autofahrer, die fünf Tage mit wechselnden Fahrzeugen in den Bergen unterwegs sind. Die Autos sind für sie neu, das Thema Eletromobilität nicht.
"Das kann schon eine Alternative sein", sagt Christian Sommer, einer der Rallyeteilnehmer. "Man sieht ja die Benzinpreise. Da gibt's nur eine Richtung und die ist steil nach oben." Das führt auch bei Andrea Stiegler zum Umdenken: "Wir werden gar nicht drum herumkommen bei den schwindenden Ressourcen. Es ist ein guter Ansatz.“
Für die Tage haben die Fahrer bei der "Alpe Zero" Gelegenheit, die Klettereigenschaften der Autos auszuprobieren. Keine einfache Aufgabe. Etappen von 150 Kilometern Länge und mehr als 4000 zu bewältigenden Höhenmeter stehen auf dem Programm. Das Ziel ist nicht Geschwindigkeit, sondern Gleichmäßigkeit. Es geht um energiesparende Fahrweise, das Ankommen.
Der Nissan und der Opel sind komfortable Mittelklassefahrzeuge mit Vollausstattung - weitgehend geräuschlos und ohne Abgase. Smart und Peugeot sind Kleinwagen mit zwei, beziehungsweise vier Sitzplätzen. Allen gemeinsam: Sie sind teuer - stolze 25.000 bis 45.000 Euro kosten die Elektroautos.
Und der Test zeigt: Alle Autos schaffen den Weg über die Alpenpässe. Die Reichweiten liegen auch hier bei 140 bis 170 Kilometern. Der Ampera schafft mit der ersten Batterieladung zwar nur bis zu 80 Kilometer. Doch dann liefert ein zusätzlicher Verbrennungsmotor im Fahrzeug neuen Strom. 500 Kilometer sind so möglich.
Am sparsamsten sind auch in den Bergen die Kleinen. „Der Smart und der iOn sind sehr nah beieinander. Mal ist der eine ein Tick besser, mal der andere", sagt Bernhard Tscheschner, Testingenieur des ADAC. "Aber beide sind derzeit diejenigen mit dem geringsten Verbrauch." Der Smart verbraucht beispielsweise etwas mehr als zwölf Kilowattstunden pro hundert Kilometer. Das entspricht knapp drei Euro bei den aktuellen Strompreisen. Der Nissan, deutlich stärker, schwerer, aber auch komfortabler, verbraucht 30 Prozent mehr Strom.
Und was sagen die Tester? "Ich persönlich halte die Elektroautos, auch wenn sie Spaß machen, wegen der geringeren Reihweite für nicht geeignet für eine Überlandfahrt - das gilt auch in den Bergen", meint Rallye-Teilnehmerin. Zu einem anderen Urteil kommt Testfahrer Maximilian Schneider: "Was in der Stadt funktioniert, funktioniert auch in den Bergen. Das war für die Autos kein Problem."
Positiv fällt auch das Fazit vom ADAC aus: "Die Technik funktioniert. Das hat die Rallye bewiesen", sagt Testingenieur Bernhard Tschenscher. "Die Fahrer können sich damit arrangieren. Sie müssen aber Pausen für das Aufladen der Batterien mit einplanen. Und somit sind auch längere Strecken zu bewältigen."
Dieser Text informiert über den Fernsehbeitrag vom 14.10.2012. Eventuelle spätere Veränderungen des Sachverhaltes sind nicht berücksichtigt.