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Sicherheit: Verhalten nach einem Unfall

Wenn es zum Unfall kommt oder der Wagen plötzlich liegen bleibt, handeln viele Autofahrer falsch. Sie gefährden sich und den nachfolgenden Verkehr. Warndreiecke werden gar nicht oder falsch aufgestellt. Nur wenige Autofahrer haben Sicherheitswesten dabei, schließlich sind sie ja in Privatautos keine Pflicht. Und statt in Sicherheit hinter der schützenden Leitplanke zu stehen, wird neben dem Auto auf Hilfe gewartet. Lebensgefährliche Fehler, warnen Verkehrsexperten.

Wenn man im Falle einer Autopanne oder eines Unfalles die liegen gebliebenen Fahrzeuge falsch, ungenügend oder unvollständig absichert,  kann es im weiteren Verlauf zu schweren Nachfolge-Unfällen kommen. Die richtige Absicherung am Unfallort ist deshalb das A und O bei einem Verkehrsunfall.

Maßnahmen zur Unfallabsicherung

Das Aufstellen eines Warndreiecks in der richtigen Entfernung vom Fahrzeug ist dabei absolut entscheidend. Hierbei gilt es, folgende Faustformel für den Abstand zu beachten: Innerorts rund 50 Meter, auf Land- und einspurigen Bundesstraßen mindestens 100 Meter, auf Autobahnen und Schnellstraßen etwa 150 bis 200 Meter.

Des Weiteren ist das Tragen einer Schutzweste, insbesondere bei schlechten Wetter-Verhältnissen und bei Dunkelheit, unabdingbar und kann lebensrettend sein. Nach einem Unfall sollte man sich außerdem nicht direkt am, oder im Fahrzeug aufhalten, sondern hinter der Leitplanke auf die gerufenen Einsatzkräfte warten.

Unfallursachen

Etwas über 2,2 Millionen Verkehrsunfälle ereigneten sich 2011 in ganz Deutschland. Auf das bevölkerungsreichste Bundesland Nordrhein-Westfalen mit seinen verkehrsgeplagten Städten und dem dichten Autobahnnetz entfielen allein über 578.000 Karambolagen. Dabei ereigneten sich über die Hälfte der Unfälle nicht auf der Autobahn, wie man vielleicht zuerst vermuten würde, sondern außerorts auf Land- und Bundesstraßen. Die Ursachen sind meistens kleinere Fehler der Verkehrsteilnehmer. Laut einer Studie des ADAC aus dem Jahr 2011 ist zu geringer Abstand z.B. die zweithäufigste Unfallursache, dicht gefolgt von Fehlern beim Überholen, Abkommen von der Fahrspur nach links, überhöhte Geschwindigkeit in einer Kurve. Spitzenreiter in der Ursachen-Statistik ist immer noch die überhöhte oder unangepasste Geschwindigkeit. Doch auch das so genannte "Sauwetter", also schlechte Wetterverhältnisse wie Regen, Schneeregen, Schneefall, Nässe, Nebel und Glatteis, sind besonders in der kalten Jahreszeit ein weiterer großer Unfallfaktor.

Unfallvermeidung

Deshalb sollte jeder Verkehrsteilnehmer unbedingt auf die richtige Bereifung achten. Winterreifen mit der entsprechenden Profiltiefe sind Pflicht, nur sie sorgen bei Temperaturen ab etwa plus sieben Grad abwärts für entsprechende Fahrsicherheit. Die Faustregel bei der Profiltiefe ist dabei: drei Millimeter bei Sommer- und vier Millimeter bei Winterreifen.  Dazu sollten Scheibenwischanlage, Frostschutzmittel, Licht und Bremsen geprüft werden, so ist man für die frostigen Tage gut gewappnet. Wichtigste Verhaltensweise: Die Geschwindigkeit an die Wetter- und Straßenverhältnisse anpassen! Das bedeutet auch, je nach Situation langsamer zu fahren, als es eigentlich erlaubt wäre.

Was ist ein VU-Team der Polizei?

Das TV-Team von Ratgeber Auto-Reise-Verkehr war mit einem so genannten Verkehrsunfall-Aufnahme-Team, kurz: VU-Team unterwegs. Das ist ein spezielles Ermittlungs-Team der Kölner Verkehrs-Polizei zur Aufnahme und Spurensicherung bei schweren Verkehrsunfällen. Die Teams wurden Mitte der 00er Jahre ins Leben gerufen, allein in Köln gibt es rund sechs Teams mit je drei Beamten, in ganz Nordrhein-Westfalen gibt es mittlerweile etwas über zwölf VU-Teams. Bundesweit gibt es keine seriösen Zahlen zu den Spezial-Ermittlerteams der Verkehrspolizei.

Bis zu 300 Mal müssen die Kölner-VU-Teams jährlich ausrücken. Mit modernsten technischen Hilfsmitteln werden die Unfälle punktgenau ausgemessen und mit einem digitalen Fotoapparat per Luftbildaufnahme festgehalten. Die Unfallstelle wird dazu in mehrere Referenz-Vierecke unterteilt. Die daraus entstanden Daten werden dann auf der Dienststelle der Polizei in den Computer übertragen und ergeben eine detaillierte, unverzerrte Skizze mit allen eingearbeiteten Unfallspuren.

Die Technik der Polizei:

Das Unfallaufnahme-Team ist deutschlandweit mit einzigartiger Technik ausgerüstet. Das Besondere ist die Fototechnische-Ausrüstung, das Team arbeitet dabei mit Spiegelreflexkameras, während die Kollegen in der Regel mit kleinen kompakten Kameras ausgerüstet sind. Des Weiteren werden Vermessungen mit so genannten Theodoliten durchgeführt, die wesentlich genauer sind als die üblichen Gerätschaften, die die Polizei zur Verfügung hat. Das Unfallaufnahme Team der Kölner-Behörde war einst Vorreiter, die rheinischen Ermittler verwenden aber noch weitere einzigartige Fotoapparaturen. Ebenfalls an Bord des etwa 100 000 Euro teuren, speziell für die Kölner VU-Teams gebauten Spezialeinsatzwagens sind zwei hochwertige Kameras - unter anderem, um aus erhöhter Perspektive bis zu 5,50 Meter Höhe über der Unfallstelle fotografieren zu können. So entstehen lückenlose, flächendeckende Aufnahmen des Szenarios, die mit spezieller Software am Computer im Anschluss zu einer maßstabsgetreuen, unversehrten Skizze des Unfalls zusammengefügt werden können.

Stand: 21.11.2012 16:24 Uhr

Sendetermin

So, 11.11.12 | 16:30 Uhr