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Ratgeber geprüft: Was taugen die Zimmerportale im Internet?

Sie heißen 9flats, Wimdu oder airbnb. Diese Internetportale machen längst den Hotels auch hierzulande Konkurrenz. Statt gewöhnlicher Hotelzimmer bieten die Onlinebörsen Unterkunft bei Privatleuten. Das soll günstiger sein und auch praktischer. Unsere Reporterin Susanne Gebhardt hat den Test in München gemacht.

Sie haben Urlaub oder Geschäftstermine in einer fremden Stadt und keine Lust auf ein Hotel? Alternativen bieten so genannte Zimmervermittlungsportale an. Hier kann man Zimmer, Wohnungen und ganze Häuser von Privatleuten mieten. Gegen Geld versteht sich. Über solche Portale lassen sich Unterkünfte auf der ganzen Welt buchen.

Hier die bekanntesten Portale:

www.airbnb.de, das Original aus den USA

www.wimdu.de

So funktionieren die Portale:

Bei allen Anbietern funktioniert die Wohnungssuche gleich: Einfach die gewünschte Stadt eingeben, das Datum der Reise sowie die Anzahl der Personen, und schon werden die Zimmer und Wohnungen mit zahlreichen Fotos angezeigt. Auch von den Gastgebern sind Fotos eingestellt, zusammen mit Personenbeschreibungen, damit sich der Gast schon mal einen ersten Eindruck machen kann, mit wem er bald zusammen wohnen wird.

Austauschen oder Rückfragen gehen bis zu diesem Stadium nur per E-Mail übers Portal. Der Grund: Die Anbieter wollen sicherstellen, dass der Vertrag nicht hinter ihrem Rücken und damit ohne Provision geschlossen wird. Daher bekommen sowohl Gast als auch Gastgeber die jeweiligen Telefonnummern erst, wenn das Zimmer gebucht ist. Versucht man vorab, die Nummer in die E-Mail zu schreiben, wird sie vom Portal sofort gelöscht.

Bezahlt wird in der Regel mit der Buchung. Bei airbnb kann man nur mit der Kreditkarte zahlen. Bei wimdu hat man die Auswahl zwischen Kreditkarte, PayPal, Lastschrift und Sofortüberweisung. Bei 9flats hat man die Wahl zwischen Kreditkarte, Paypal und EC. Allerdings bucht dieses Portal das Geld erst ab, wenn der Gast eingezogen ist.

Was die Zimmer kosten - Portale verdienen mit

Die Portale arbeiten natürlich nicht kostenlos. Airbnb verlangt vom Gastgeber drei Prozent Provision, vom Gast sechs bis zwölf Prozent. Bei Wimdu sind es ebenfalls drei und zwölf Prozent. Lediglich 9flats verlangt vom Gast gar keine Provision. Die trägt alleine der Gastgeber.

Die Preise der Zimmer sind unterschiedlich und schwanken je nach Lage, Größe und Ausstattung. So war ein Zimmer mit Mitbenutzung des Bades in der Münchner Innenstadt mit 88 Euro wesentlich teurer als eine Einliegerwohnung mit Küche, Bad und separatem Eingang im 30 Minuten entfernten Gilching, die nur 58 Euro kostete. Wem es also nichts ausmacht, Fahrtzeiten in die Innenstadt in Kauf zu nehmen, kann mit einer Wohnung etwas außerhalb viel Geld sparen.

Bei den Zimmerpreisen sollte man zudem genau nachsehen: Zum Zimmerpreis kommen je nach Anbieter noch die Provision dazu. Außerdem schlagen manche Gastgeber auch noch Reinigungskosten auf den Zimmerpreis, so dass das Zimmer im Endeffekt wesentlich teurer sein kann als im Portal auf den ersten Blick angezeigt.

Genaue Info und Absprache sind wichtig

Die Beschreibung der Wohnung im Internet sollte man sich genau durchlesen. In der Regel sind die Bedingungen, unter denen der Gast wohnen wird, genau beschrieben. Ein Frühstück ist in der Regel nicht dabei. Wer nicht genau nachliest, kann daher auch unangenehme Überraschungen erleben. So fanden wir z.B. ein Zimmer, das vom Vermieter als Durchgangszimmer benutzt wird, weil sein Büro daneben liegt.  Manche Vermieter halten auch Tiere, Allergiker sollten daher vorsichtig sein. Und: Nicht immer sind die Vermieter auch zuhause, wenn man anreist. Wie man dann an den Schlüssel kommt, sollte man mit den Gastgebern daher genau besprechen.

Fazit: Wer schnell Kontakte in einer ihm fremden Stadt haben will, und wem es nichts ausmacht, eventuell das Bad mit den Gastgebern teilen zu müssen, ist bei den Portalen sicherlich gut aufgehoben. Durch die anschließende gegenseitige Bewertung von Gast und Gastgebern ist sichergestellt, dass die Wohnung auch hält, was sie verspricht. Wer allerdings gern seine Ruhe hat, auf niemanden Rücksicht nehmen möchte und eine durchgehend besetzte Rezeption schätzt, für den ist das Hotel sicher die bessere Wahl. Zumal gerade am Wochenende auch viele gute Hotels Sonderpreise anbieten.

Stand: 13.09.2013 09:28 Uhr

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