SENDETERMIN So, 26.05.13 | 16:30 Uhr

Ach so?! – Parkplatz-Zoff

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Wo darf man parken, und wo nicht?

Nicht nur gestresste Großstädter wissen, wie nervig die Parkplatzsuche sein kann. Dann stellt man sich eben auf den Mutter-und-Kind-Platz oder den Behindertenparkplatz. Geht das? Was rechtens ist und was gar nicht geht – wir sagen es Ihnen.

In Deutschland gibt es 350 verschiedene Verkehrszeichen und dazu zahllose Verkehrsregeln – wer kann sich das alles merken? Wir machen den Test und haben drei Fragen rund ums Thema Parken.

Mutter-Kind-Parkplatz

Zuerst wollen wir wissen: Was hat es mit dem Mutter-Kind-Parkplatz-Schild auf sich? Kann man sich da auch als Mann drauf stellen oder gibt es dafür etwa Bußgeld? Philipp Greiner, Fachanwalt für Verkehrsrecht, klärt auf: „Ein Mutter-Kind-Schild ist nach der Straßenverkehrsordnung nicht vorgesehen. Ein solches ist allenfalls auf Privatparkplätzen zu finden. Ein Bußgeld kann allerdings ein Privatmann nicht ausstellen.“ Dennoch: als echter Gentleman sollte man Müttern mit Kind den Vortritt lassen.

Behinderten-Parkplatz

Unser zweites Schild: Der Behindertenparkplatz. Dass man da als Autofahrer ohne Behindertenausweis nicht parken darf, versteht sich von selbst. Wie ist es aber mit kurz anhalten? Oder etwa einen Beifahrer im Auto warten lassen, der bei Bedarf wegfahren kann? Auch da gibt es klare Regeln. Philipp Greiner, Fachanwalt für Verkehrsrecht: „Wer auf einem Behindertenparkplatz parkt, dem droht nicht nur ein Knöllchen, sondern er kann auch abgeschleppt werden. Das Bußgeld kann er auch nicht dadurch verhindern, dass jemand im Fahrzeug die Stellung hält. Höchstens durch unverzügliches Wegfahren kann er das Abschleppen verhindern.“ Das Thema Behindertenparkplatz ist also für Nichtbehinderte absolut tabu!

Dürfen Fußgänger Parkplätze freihalten?

Und wie ist es geregelt, wenn ein Fußgänger einen Parkplatz frei hält und die Lücke blockiert oder andere Autofahrer abwimmelt? Parkplätze sind schließlich keine Tische im Restaurant, die man einfach mal reservieren kann. Oder etwa doch? Auch hier weiß Philipp Greiner, Fachanwalt für Verkehrsrecht, die richtige Antwort: „Das Freihalten einer Parklücke durch den Fußgänger ist rechtswidrig. Das Vorrecht auf die Parklücke hat der Autofahrer, der die Parklücke als erstes erreicht. Es gibt sogar eine Rechtsprechung, die annimmt, man dürfe den Fußgänger maßvoll aus einer Parklücke herausdrängen. Dies muss allerdings ganz besonders vorsichtig geschehen, etwa durch mehrmaliges Anhalten.“

Viele Schilder, viele Regeln – an die man sich auch halten sollte. Da man sich kaum alles merken kann, braucht es dafür ab und zu ein klein wenig Auffrischung.

Stand: 29.05.2013 16:06 Uhr

Sendetermin

So, 26.05.13 | 16:30 Uhr

Produktion

Diese Sendung wurde vom
Saarländischen Rundfunk produziert.