SENDETERMIN So, 17.02.13 | 16:30 Uhr

Lawinenrisiko – Wie geht es richtig vorbereitet in den Tiefschnee?

Lebensrettende Ausrüstung für den Tiefschnee.

Lebensrettende Ausrüstung für den Tiefschnee.

Das Ski- und Snowboardfahren abseits gesicherter Pisten gehört längst zum Angebot der meisten Wintersportgebiete. Im Tiefschnee geht es durch traumhafte Landschaften. Mit dabei ist aber ein erhebliches Risiko. Die Lawinengefahr wird oft ausgeblendet. Und nicht immer sind die Wintersportler vernünftig vorbereitet oder es fehlt an lebensrettender Ausrüstung. Was alles dazu gehört, hat unsere Reporterin Susanne Gebhardt in den Alpen erfahren – Ratgeber geprüft.

Freeride Safety Check

Der Kurs dient dazu, das Wissen und die Erfahrung im alpinen Raum abseits der Piste zu erweitern. Dafür fahren die Teilnehmer am frühen Morgen, noch vor der Eröffnung des Skigebietes, in die Berge und erleben die Sprengung einer Lawine. Diese Sprengung dient der Vorbereitung des Skigebietes mit seinen präparierten Pisten.

In einem theoretischen Teil werden sie über die Risiken des Freeridens und die Lawinengefahren aufgeklärt. Die Teilnehmer erlernen, wie sie die aktuelle Gefährdung anhand von Wetterdaten sowie Schnee- und Windsituation einschätzen können und graben in einem Hang ein Schneeprofil: Die Schichtung des Schnees erlaubt eine genauere Beurteilung der Lawinengefahr für konkrete Hänge.

Im praktischen Teil erlernen die Kursteilnehmer den Umgang mit für eine Tiefschneefahrt unabdingbaren technischen Geräten: Verschüttetensuchgerät, Schaufel, Sonde und Lawinenrucksack. Danach üben die Kursteilnehmer auf einem Suchfeld mit fest installierten Sendern das Aufspüren und Bergen eines oder mehrerer Verschütteter im Tiefschnee.

Zum Abschluss des Sicherheitstrainings stellt der Kursleiter verschiedene Tiefschnee-Routen im Skigebiet vor und weist die Teilnehmer auf die Wichtigkeit hin, Wildschutzzonen im freien Gelände zu umgehen. Auch hier gilt die Regel, nur die Gebiete zu befahren, die die Bergbahnen in Abstimmung mit Förstern u.a. freigegeben haben.

Fazit:

Für Tiefschneefahrten an Steilhängen gilt: Niemals ohne Lawinensuchgerät, Sonde und Schneeschaufel abfahren! Für die eigene Sicherheit ist darüber hinaus ein Lawinenairbag von großem Vorteil, da man nicht so tief verschüttet und schneller gefunden wird. Die Technik kann man im Skigebiet leihen. Außerdem sollte man bei der Beurteilung des Hangs alle Risikofaktoren nüchtern analysieren und im Zweifelsfall auf eine Abfahrt verzichten. Die präparierten Pisten des Skigebiets sind auf jeden Fall sicher.

Susanne Gebhardt im Kurs

Susanne Gebhardt hat Respekt vor dem Tiefschneefahren.

Reporterin Susanne Gebhardt hat während des Kurses im Versuchsgelände erfahren, wie lange es dauert und wie körperlich schwer es ist, im Schnee jemanden freizuschaufeln. Dabei zählt jede Sekunde. Daher lautet ihr Fazit: „Ich persönlich würde niemals ohne Bergführer ins Gelände fahren. Vor allem, weil ich mir nicht sicher bin, dass ich, wenn eine Lawine runter geht, überhaupt noch rational denken kann.“

Infos:

Eine Altersbegrenzung für die Teilnahme am so genannten Freeride-Safety-Check im Skigebiet Silvretta-Montafon gibt es nicht. Voraussetzung ist ein sicherer Parallelschwung auf roten und schwarzen Pisten. Außerdem müssen die Teilnehmer im Besitz einer gültigen Tages-, Mehrtages- oder Saisonkarte sein. Die Teilnahme am Kurs kostet inklusive der Leih-Ausrüstung 30 Euro pro Person.

Tiefschneefahren und professionelles Sicherheitstraining gibt es nicht nur im Skigebiet Silvretta-Montafon. Andere beliebte Gebiete für Freerider sind z.B. Verbier und Andermatt in der Schweiz sowie Chamonix in Frankreich.

Auf der Webseite der Europäischen Lawinenwarndienste (www.lawinen.org) findet man Informationen zu Schneelage und Lawinengefahr für die meisten Regionen der Alpen.

Links:


www.silvretta-montafon.at

www.verbier.ch

www.andermatt.ch

www.chamonix.fr

Stand: 20.06.2013 16:33 Uhr

Sendetermin

So, 17.02.13 | 16:30 Uhr

Produktion

Diese Sendung wurde vom
Saarländischen Rundfunk produziert.