SENDETERMIN So, 17.02.13 | 16:30 Uhr

Urlaubsgrüße – Was tun mit Knöllchen aus dem EU-Ausland?

Rasen im Ausland kann teuer werden.

Rasen im Ausland kann teuer werden.

Wenn die Ferien längst vorbei sind, gibt es für manchen Autofahrer unangenehme Post aus dem Reiseland. Nämlich dann, wenn die Urlaubsfreude den Blick auf die Verkehrsschilder getrübt hat oder die Verkehrsregeln im Nachbarland doch andere waren. Für das Eintreiben von Bußgeldern helfen sich die EU-Staaten aus, dafür gibt es klare Regeln. Aber nicht immer müssen Autofahrer wirklich zahlen.

Ach so?! Bußgelder im Ausland

Ignorieren von roten Ampeln oder zu schnelles Fahren im Ausland, und dann einfach ab über die Grenze  zurück nach Deutschland.  Da passiert doch sowieso nichts, denken viele Reiselustige, und ignorieren erst mal die Zahlungsaufforderungen, sprich: das Knöllchen. Ratgeber Auto - Reise - Verkehr ist dazu drei Fragen nachgegangen:

1. Kann man Knöllchen, die man in den Nachbarländern erhält, ignorieren?

Hier gilt der Grundsatz: Auch wer im Ausland Verkehrsregeln missachtet, muss dafür gerade stehen. Der Halter bekommt in der Regel aus dem europäischen Ausland eine Zahlungsaufforderung nach Hause geschickt, und diese muss er auch bezahlen. Tut er das nicht, wird der Verkehrsünder vom deutschen Bundesamt für Justiz zur Kasse gebeten. Im schlimmsten Fall steht der Gerichtsvollzieher vor der Tür.

Allerdings müssen folgende Voraussetzungen erfüllt sein:

-  Der Bußgeldbescheid aus dem Ausland muss in deutscher Sprache verfasst sein. Wer also etwa in Spanisch, Ungarisch oder Polnisch Post bekommt, muss nicht bezahlen.

- Ab 70 Euro Bußgeld inklusive Verfahrensgebühr legen die Behörden erst  los. Ausnahme: Österreich: Hier werden Fahrer schon ab 25 Euro belangt.

Für die eigentliche Höhe des Knöllchens kommt es auf die Regeln im Ausland an. So kann es sein, dass Fahrer dort für den gleichen Verkehrsverstoß weitaus mehr berappen müssen als in Deutschland.

2. Gelten für das Ausland verhängte Fahrverbote und Punkte auch in Deutschland?

Blitzer

Was passiert, wenn man im Ausland geblitzt wird?

Durchgesetzt werden in Deutschland nur Geldstrafen, nicht aber Fahrverbote oder Punkte. Wer also in Frankreich, Spanien oder Italien etwa wegen zu schnellen Fahrens geblitzt wird, bekommt keine Punkte in Flensburg, und er muss auch nicht befürchten, dass er hier in Deutschland ein Fahrverbot bekommt.

3. Was passiert, wenn man als Verkehrssünder nochmals in dasselbe Land reist?

Wer nochmals in das Land einreist, in dem er als Verkehrssünder erwischt wurde, muss mit Konsequenzen rechnen, falls er seine Geldbußen nicht beglichen hat. In manchen Ländern kann das schon am Flughafen bei der Passkontrolle auffallen, in anderen Ländern erst, wenn man dort noch mal im Verkehr negativ auffällt. Dann wird man gleich zur Kasse gebeten, oder es wird die Autokralle angelegt.

Tipp:

Ein Einspruch gegen das Knöllchen sollte gut überlegt sein. Es macht nur dann Sinn, wenn wirkliche Zweifel an der Rechmäßigkeit der Zahlungsaufforderung vorhanden sind - etwa, weil man zu dem genannten Zeitpunkt gar nicht am angegeben Ort war.

Viele EU-Länder schlagen nämlich bei Erfolglosigkeit des Einspruches kräftig drauf.  Demgegenüber gibt es in manchen Ländern auch einen Rabatt für die Verkehrssünder, die das Bußgeld innerhalb einer kurzen Frist begleichen.

Fazit:

Am besten ist es, sich auch bei unseren Nachbarn an die Verkehrsregeln zu halten. Schließlich geht es um die eigene Sicherheit - und um die der anderen Verkehrsteilnehmer.

Stand: 20.06.2013 16:33 Uhr

Sendetermin

So, 17.02.13 | 16:30 Uhr

Produktion

Diese Sendung wurde vom
Saarländischen Rundfunk produziert.