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Schnäppchen – Wie gut sind die Skipässe aus dem Internet?

Online-Skipass

Mit dem Online-Skipass auf die Piste.

Der Skiurlaub ist keine billige Angelegenheit. Allein die Skipässe reißen Jahr für Jahr ein größeres Loch ins Reisebudget. Zwei Internetanbieter werben neuerdings mit Skipässen zum Schnäppchenpreis. Beim Onlinekauf versprechen sie erhebliche Preisnachlässe. Doch für welche Pisten gibt es eigentlich die billigen Pässe – und wann lässt sich wirklich Geld sparen? Wir haben die neuen Angebote unter die Lupe genommen.

Ski- und Snowboardfahren in den Alpen: Jedes Jahr steigen die Preise der Skipässe. Für einen Tag Winterspass verlangen die meisten Skigebiete Preise zwischen 30 und 50 Euro. Die neuen Internetportale „snowbon.com“ und „mountaindayz.com“ bieten seit dieser Saison Pässe für ausgewählte Skigebiete mit Rabatten von bis zu 50 Prozent an – je nach Datum des Skitages. Wie umfassend sind die Angebote der beiden Anbieter? Und wodurch unterscheiden sie sich?

Das Prinzip ist einfach: In auslastungsschwachen Tagen und Wochen bieten Bergbahnen über die beiden Webseiten vergünstigte Skipässe an – so sollen Urlauber angelockt und das Geschäft vor Ort angekurbelt werden.

Wie funktioniert die Buchung? Und welchen Vorteil hat der Internet-Kauf?

Das System: Vorab kauft der Kunde online seinen Skipass. Per E-Mail wird ihm ein Bestätigungs-Voucher zugesandt. Später geht er damit im Skigebiet an die Kasse, um das Voucher gegen den regulären Skipass einzutauschen. Eine Zeitersparnis vor Ort bringt dem Urlauber der Skipasskauf im Internet also nicht: Genau wie alle anderen muss er sich zum Erwerb des Skipasses an der Kasse anstellen.

Snowbon vertreibt seine Angebote zusätzlich über Reisebüros – aus gutem Grund: Im Gegensatz zur Konkurrenz MountainDayz bietet Snowbon vermehrt Rabatte auf Ein- und Mehrtagespässe an, die Angebote sind dadurch auch interessant für Urlauber, die eine ganze Woche Ski fahren wollen.  MountainDayz hingegen setzt zurzeit mehr auf Tagesausflügler – auf der Webseite findet man größtenteils nur Ein- Tages-Passangebote.

Wie viele Skigebiete sind im Angebot?

Die Geschäftsidee ist neu, Snowbon und MountainDayz sind erst seit dieser Saison auf dem Markt. Sie kooperieren bislang nur mit kleinen bis mittelgroßen Skigebieten, die während der Nebensaison besonders den Gästemangel zu spüren bekommen. Ende Januar hatte Snowbon 27 Bergbahnen im Angebot, hauptsächlich in Österreich und Deutschland. Bei MountainDayz waren es 17, die meisten in der Schweiz gelegen. Über Suchmasken können die Gebiete und ihre Angebote auf den Portalen gefunden werden.

Aber aufgepasst - beide Portale führen die Kunden ein Stück weit in die Irre: Sie listen auf ihren Internetseiten bei den Suchergebnissen weit mehr Skigebiete auf, als sie Schnäppchen-Partner im Angebot haben. Bei Snowbon können Kunden hier lediglich Tickets zum regulären Preis via Internet kaufen, was aber keinerlei Vorteil für den Kunden bedeutet. Auch MountainDayz listet die Skigebiete in den Alpen auf, auch wenn sie keine Schnäppchen bieten. Hier kann man noch nicht einmal die Skipässe zum regulären Preis erstehen. Die Liste dient lediglich dem Preisvergleich. Alexander Mahr, Geschäftsführer von MountainDayz: „Mag sein, dass das für den einen oder anderen ein bisschen verwirrend ist, dass man viel mehr andere Listings sieht als unsere Angebote. Wir werden daran arbeiten und das verbessern.“

Wie viel Geld kann ich sparen?

Die Rabatte liegen zwischen fünf Prozent und 50 Prozent und werden von den Bergbahnen der jeweiligen Skigebiete festgelegt. Die Bergbahnen sind auch die Verhandlungspartner für die beiden Online-Portale. Allerdings werden die Rabatte ständig neu verhandelt. Eine Gesetzmäßigkeit, wann, wo und mit welchen Rabatten zu rechnen ist, gibt es nicht. Man sollte also die Rabatte regelmäßig verfolgen. Mit ihren Schnäppchen gleich auf der Startseite locken MountainDayz und Snowbon  die Gäste bewusst in schwach besuchte Skigebiete. Das verleitet viele Kunden zum Spontan-Kauf im Voraus, lange bevor es in den Skiurlaub geht.

„Ratgeber Auto - Reise - Verkehr“ hat im Januar 2013 die Online-Skipässe für zwei Skigebiete in Österreich getestet: Zahmer Kaiser und Innerkrems. Das Team hat jeweils nur die Hälfte des regulären Preises bezahlt:

Zahmer Kaiser: 14 Euro statt 28 Euro für 1 Tag

Innerkrems: 17,75 Euro statt 35,50 Euro für 1 Tag

Welche Risiken gibt es durch den Internetkauf?

Das Risiko beim Skipass-Kauf lange im Voraus: Das Skigebiet könnte aus Schneemangel zum Zeitpunkt des Urlaubs geschlossen sein. Snowbon und MountainDayz bieten ihren Kunden hierzu unterschiedliche Versicherungen an:

Snowbon: Die auf der Webseite ausgewiesene „100 Prozent Schneegarantie“ erweist sich als Versprechen, das nicht eingehalten wird: Der Anbieter garantiert eine Rückerstattung des Kaufpreises bis zum Zeitpunkt der Einlösung des Vouchers an der Bergbahnkasse. Schließt das Skigebiet jedoch beispielsweise am zweiten oder dritten Tag des Skiurlaubs, muss man mit der Bergbahn verhandeln.  Die Entscheidung über eine Rückerstattung liegt lediglich in deren Ermessen, dazu verpflichtet ist sie nicht.

MountainDayz: Das Portal bietet seinen Kunden noch weniger Versicherungsschutz: Nur wenn das Datum des Saisonstarts wegen Schneemangel nachträglich nach hinten oder das Saisonende nach vorn verschoben wird, das Skigebiet für den Zeitraum des gekauften Skipasses also geschlossen ist, gibt es für alle bezahlten Tage das Geld zurück.

Immerhin: Snowbon bietet zusätzlich eine Versicherung für den Krankheitsfall an: Bei Vorlage eines ärztlichen Attestes gibt es für den Käufer für alle Tage das Geld zurück.

Für wen sind die Angebote interessant?

Seit kurzem hat MountainDayz auch große Skigebiete im Angebot, z.B. Verbier in der Schweiz. Auch Snowbon stellt eine  Zusammenarbeit mit großen Gebieten in Aussicht. Wir dürfen auf mehr gespannt sein. Ansonsten gilt: Kurzentschlossene Schnäppchenjäger, die sich mit kleinen und mittelgroßen Skigebieten zufrieden geben und die auch mal ein unbekannteres Skigebiet erkunden möchten, können bei den Anbietern viel Geld sparen.

Links:

https://mountaindayz.com

www.snowbon.com/de

Stand: 20.06.2013 16:33 Uhr

Sendetermin

So, 17.02.13 | 16:30 Uhr

Produktion

Diese Sendung wurde vom
Saarländischen Rundfunk produziert.