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Retter in der Luft
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Notfall in der Bergwand - die Rettung kommt oft aus der Luft. Gerade jetzt ist Wanderzeit und kein Wochenende vergeht, an dem nicht Bergtouristen in Not geraten. Dann sind die Bergretter gefragt. Aber wer bezahlt für die teuren Einsätze?
Rettungsflieger RK2 aus Reutte in Österreich: Wenn sonst keiner mehr helfen kann, werden sie alarmiert. Dabei fliegt Pilot Jörg Straub über Berge und Grenzen hinweg. Heute ist er zu einem medizinischen Notfall auf einer Berghütte bei Oberstdorf in Deutschland unterwegs. Viel mehr weiß Notarzt Martin Schmölz noch nicht.
Am Einsatzort erwartet ihn eine Überraschung. Der angebliche Patient sonnt sich in 2.000 Metern auf der Terrasse und will gar nichts von ihm wissen. Seine Kameraden haben die Bergrettung alarmiert. Nach einem Toilettenbesuch hatte der Wanderer nicht mehr zurückgefunden. Eine Art leichter Schlaganfall, vermutet Notarzt Schmölz. Mit seinen Untersuchungen will er weitere Komplikationen ausschließen. Der Patient soll in jedem Fall in die Klinik geflogen werden.
Kein lebensbedrohlicher Notfall. Doch den Abstieg aus 2.000 Metern Höhe würde er kaum schaffen. Dabei hat er Glück im Unglück. Die Krankenkasse übernimmt die Kosten.
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In schwindelnder Höhe
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Nur ein paar hundert Meter weiter auf der österreichischen Bergseite dagegen, müssen Wanderer im Notfall den teuren Hubschrauberflug selbst zahlen. In den Alpen entscheidet allein der Notfallort. Liegt er in Deutschland, gilt das deutsche Kassenrecht, liegt er im Ausland, gilt das ausländische Kassenrecht - auch für Deutsche. Hier in Deutschland werden die Kosten voll übernommen, in Österreich gar nicht und in der Schweiz zur Hälfte. Eine private Reisekrankenversicherung kann dabei nützlich sein.
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Lebensretter ständig im Einsatz
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Nächster Einsatz: Diesmal meldet die Leitstelle einen Absturz. Die Retter werden erfolgreich helfen. Wie in neun von insgesamt zehn Einsätzen an diesem Wochenende. Aber nicht immer sind Menschen verletzt, wenn der RK2 alarmiert wird.
Hilferufe aus dem Schattenberg. Die Handyverbindung ist schwach, wie so oft in den Bergen. Die mühsame Suche hat Erfolg: Ein Wanderer steht mutterseelenallein auf dem winzigen Vorsprung, kann weder vor noch zurück. Unter ihm gähnen hunderte Meter Abgrund. Das Leben des Wanderers und des Bergretters hängen jetzt an viereinhalb Millimetern Drahtseil und am Können der Crew. Der Rest ist Routine. Und der Grund für die aufwändige Rettungsaktion? Er sei immer dem Weg mit dem roten Punkt gefolgt, erklärt der Wanderer. Irgendwann sei der Punkt dann weg gewesen und er sei weiter gelaufen. Weiterlaufen ohne Ortskenntnis, ohne Bergführer - ein fataler Fehler!
Wer sich verläuft, muss den Einsatz selbst bezahlen. Es sei denn, man hat eine spezielle Versicherung für Bergunfälle oder ist zum Beispiel Mitglied im Alpenverein. Der RK2 muss weiter. Allein an diesem Wochenende werden die Retter ein halbes Dutzend verirrte und ausgepowerte Touristen aus der Steilwand holen.
Dieser Text informiert über den Fernsehbeitrag vom 30.09.2012. Eventuelle spätere Veränderungen des Sachverhaltes sind nicht berücksichtigt.