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Ratgeber geprüft: Seilbahn-Rettung

Sicher aus luftiger Höhe

Seilbahn

MIt dem Lift hoch hinaus?

Mit Beginn der Saison laufen in vielen Ski-Gebieten wieder die Seilbahnen an. Gemessen an den Fahrgastzahlen sind sie eines der sichersten Verkehrsmittel. Trotzdem kann immer etwas passieren. Wie kommt man unbeschadet aus einer Seilbahn?

Millionen Menschen zieht es jedes Jahr zur Skisaison mit Gondeln, Liften und Seilbahnen hinauf in die Berge. Immer länger und immer höher sind die Bahnen. Weit oben, auf 1.500 Metern an der Brauneckbahn im bayrischen Lenggries, schaut sich Reporterin Susanne Gebhardt die Vorbereitungen für den kommenden Winter an.

Überprüfung der Bahn

Seilbahn-Wartung

Seilbahn-Wartung

Das Seil wird abgehoben, die Rollen werden überprüft und abgeschmiert und die Seillage geprüft, erklärt Peter Lorenz von der Bergbahn Brauneck.

Dabei wird ganz besonders gründlich nachgeschaut. Denn 2010 passierte, was eigentlich nicht passieren darf: Nichts ging mehr. Eine Gondel verfing sich an einem Mast. Rund 100 Einsatzkräfte waren an der Bahn, um die Touristen zu bergen. Auch Herbert Streibel von der Bergwacht aus dem nahegelegenen Bad Tölz war mit dabei. Normalerweise hat er einen ganz besonderen Arbeitsplatz: Die Halle, in der Rettungsaktionen geübt werden können. Er berichtet, dass hier jährlich rund 3.000 Bergretter trainiert werden.

Rettung aus dem Lift

Abseilen aus einer Gondel

Abseiltraining in der Halle

Wie man aus einer Gondel oder einem Sessellift herauskommt, möchte Susanne Gebhardt jetzt selbst testen. Hoch geht es zur ersten Station, einem Sessellift. Die Bergretter klettern auf den nächstgelegenen Masten.

Im Ernstfall wären die Retter nicht so schnell hier oben und draußen ist es auch viel kälter. Dabei kann es passieren, dass man möglicherweise mehrere Stunden oben sitzt.

Einmal auf dem Mast, geht alles ganz schnell. Herbert Streibel sichert sich und lässt sich mit Hilfe einer Seilfahrrolle ab.

Immerhin können die Retter Personen aus einer Höhe von bis zu 200 Metern abseilen. Susanne Gebhardt wird schon bei den wenigen Metern und gut gesichert in der Übung mulmig, berichtet sie. Aus 200 Metern abgeseilt zu werden ist sicher nicht jedermanns Sache.

Schnelle Retter

Bei technischen Störungen vergehen meist zehn Minuten, in denen die Bahnbetreiber versuchen, den Fehler zu beheben. Erst dann wird die Bergrettung alarmiert. Dann bleiben nach der Seilbahnrichtlinie bei offenen Bahnen, den Rettern zwei Stunden Zeit, die Passagiere in sicheres Gelände zu bringen. Bei geschlossenen Kabinen haben sie drei Stunden Zeit, erklärt Herbert Streibel.

Voraussetzung ist aber, dass das Wetter mitspielt und z.B. der Hubschrauber überhaupt starten kann, denn manche Abschnitte lassen sich nur aus der Luft evakuieren.

Hubschraubertraining in der Halle

Training am Hubschrauber

Auch das probiert Susanne Gebhardt jetzt aus. Die Trainingshalle ist ein kleines technisches Wunderwerk. Früher fielen die Übungen oft aus, weil das Wetter in den Bergen zu schlecht war. Jetzt kann hier jeden Tag trainiert werden. Besonders kritisch: Der Punkt, an dem der Hubschrauber direkt über der Gondel steht und die Einsatzkräfte zu den Passagieren ablässt.

Während Susanne Gebhardt gesichert wird, lässt sich ein zweiter Helfer abseilen. Er nimmt sie dann mit nach oben. Alles läuft präzise wie ein Uhrwerk und ist im hohen Grade standardisiert.

Herbert Streibel erklärt dazu, dass durch die Standardisierung  Sicherheit und Schnelligkeit komme und im Ernstfall können Betroffene sicher gerettet werden.

Stand: 25.11.2012 17:39 Uhr

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