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Unsere Berichterstattung zeigt Wirkung: der erste Autohersteller zieht auch nach Warnungen des ARD Ratgebers Auto-Reise-Verkehr ein gefährliches Kältemittel aus dem Verkehr. Gedacht war es zum Schutz der Umwelt. Das Problem: im Brandfall kann es giftige Gase entwickeln und zur Gefahr für Insassen und Rettungskräfte werden.
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Klimasteuerung im Pkw
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Die Klimaanlagen brandneuer Modelle kühlen schon umweltfreundlich oder sie sollten es zumindest - mit dem neuen Kältemittel R1234yf. Eine große Allianz wollte dieses Mittel - Autoindustrie, die EU und deutsche Behörden. Das Problem: Das klimafreundliche Kältemittel ist in Fachkreisen seit Jahren umstritten. Im Brandfall entwickelt sich giftiger Fluorwasserstoff, lebensgefährlich für Insassen und Rettungskräfte. Das haben verschiedene Tests nachgewiesen - auch wir im Laborversuch.
Doch die Industrie hat bestritten, dass von dem Kältemittel eine Gefahr ausgehe. Klar sind dagegen die Vorteile für sie - es kann in die vorhandenen Klimaanlagen ohne große Probleme eingefüllt werden. Das spart Kosten.
Wir dagegen haben einen Laborversuch durchführen lassen und am 24. März 2012 im Ratgeber Auto und Verkehr über die Gefahren berichtet. Danach wollte Daimler der Kritik an dem neuen Kältemittel ein Ende bereiten und hat zunächst intern einen eigenen Test durchgeführt: Streng wissenschaftlich - eine Unfallsimulation. Das Ergebnis erläutert Christoph Horn von der Daimler AG: "Nachdem Fahrer und Beifahrer das Fahrzeug verlassen haben, haben wir das Mittel ausströmen lassen, eine realistische Menge Kältemittel. Und es kam zu einer Entflammung, die wir nicht erwartet haben."
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Pkw-Produktion
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Seitdem lehnt Daimler das neue Kältemittel ab, der Sicherheit zuliebe. Ihren Kunden wolle das Unternehmen dieses Kältemittel nicht zumuten. Christoph Horn dazu: "Wir haben ausgeschlossen, dass wir ein solches Mittel in unsere Fahrzeuge einbringen und haben die wenigen Fahrzeuge, die auf dem Markt waren, zurückgerufen, den Behörden das mitgeteilt und darum gebeten, mit uns und der Industrie jetzt zu sprechen, wie es weitergeht, das heißt, welches Mittel können wir zukünftig einsetzen." Immerhin, Daimler zeigt Einsicht. Aber jetzt rächt sich die Haltung der Vergangenheit. Klimaanlagen für andere umweltschonende Mittel, so heißt es, seien derzeit nicht verfügbar.
Deshalb soll auch für die neuesten Daimler-Modelle wieder das alte Kältemittel herhalten. Von ihm geht zwar keine solche Gefahr für die Insassen aus, dafür schadet es dem Erdklima umso mehr. Deshalb hat es die EU für neu zugelassene Automodelle verboten. Die Deutsche Umwelthilfe ist empört. Sie hatte zuvor jahrelang gegen den bisherigen Klimakiller gekämpft. Jürgen Resch von der Deutschen Umwelthilfe: "Das finden wir unglaublich. Die EU-Kommission hat dieses Mittel seit Januar 2011 für neue Fahrzeuge verboten. Und Ende 2012, fast zwei Jahre später, sagt Daimler: Wir werden einfach die nächsten Jahre dieses Mittel einsetzen. Wissend, dass es rechtswidrig ist."
Daimler aber sagt: "Eine andere Wahl haben wir im Augenblick nicht." Eine selbst verschuldete Zwickmühle, denn zum Jahresende läuft auch die Übergangsfrist ab, die die Europäische Kommission der Industrie noch eingeräumt hat. Das Problem:
Ohne ein neues Kältemittel können die Hersteller keine neuen Automodelle zulassen. Wird die EU jetzt den Klimaschutz opfern? Christoph Horn von der Daimler AG sagt dazu, dass man nicht wisse, wie die EU entscheiden wird. Man sei in Gesprächen mit der EU und dem Kraftfahrtbundesamt (KBA). Man habe alle Ergebnisse der Untersuchungen offengelegt und müsse nun sehen, wie man gemeinsam mit den anderen Herstellern zu einer Lösung komme.
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Klimaanlage oder Umweltschutz?
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Die anderen Hersteller sitzen mit in der Zwickmühle. Kia, Mazda und Toyota wollen kritisch prüfen, ob sie das neue Kältemittel in ihren neuesten Modellen weiterhin verwenden. Und die anderen deutschen Hersteller? Keiner außer Daimler hat derzeit so neue Modelle auf dem Markt, dass sie das neue Kältemittel jetzt schon verwenden müssten. Doch das Problem stellt sich demnächst für alle. Die Deutsche Umwelthilfe geht davon aus, dass Daimlers Vorstoß die anderen mitzieht. Jürgen Resch von der Deutschen Umwelthilfe sagt dazu: "Daimler wird erfolgreich sein bei den anderen Autoherstellern, Wir wissen das von informellen Kontakten, dass sich zumindest die europäischen Hersteller schon lange von R1234 verabschiedet haben. Und wir gehen ganz fest davon aus, dass die anderen Autohersteller folgen."
Das neue Kältemittel zu gefährlich, das alte verboten - eine ausweglose Lage? Nein! Klimafreundliche Alternativen, wie beispielsweise das natürliche Kältemittel CO2, wären möglich. Die Technik ist längst entwickelt, den Autoherstellern war sie aber bisher offenbar zu teuer.
Dieser Text informiert über den Fernsehbeitrag vom 28.10.2012. Eventuelle spätere Veränderungen des Sachverhaltes sind nicht berücksichtigt.