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Stoßdämpfer

Wie gefährlich sind Defekte?

Stoßdämper
Stoßdämper

Defekte Stoßdämpfer können lebensgefährlich sein. Viele Autofahrer meinen, das müsste man doch selbst bemerken. Unsere Reporterin prüft, ob das tatsächlich stimmt und wie gefährlich es ist, mit mangelhaften Dämpfern unterwegs zu sein.
Wie viele Autos mit defekten Stoßdämpfern auf deutschen Straßen fahren, dazu gibt es unterschiedliche Angaben, eine Prüforganisation sagt 3 Prozent, andere bis zu 15 Prozent. Fühlt der Fahrer eigentlich, wenn die Stoßdämpfer kaputt sind? "Ratgeber geprüft" hat sich das Thema vorgeknöpft.

Stoßdämpfer mit Altersschwäche

Reporterin Susanne Gebhardt trifft sich mit Thomas Schuster von der KÜS (Kraftfahrzeug-Überwachungsorganisation freiberuflicher Kfz-Sachverständiger). Mit ihm fährt sie zu einer Werkstatt. Dort wartet schon der Mechaniker. Er hilft uns, den VW Bora Baujahr 2004 für den eigentlichen Test vorzubereiten.
Dazu wird der Stoßdämpfer, der Fachmann sagt auch Schwingungsdämpfer dazu, angebohrt. Zunächst einmal entnehmen wir nicht so viel Flüssigkeit, damit wir einen mittelschweren Defekt simulieren, wie beim Verschleiß an einem alten Auto. Hauptaufgabe der Stoßdämpfer ist nicht, Straßenunebenheiten auszugleichen, damit der Fahrer bequemer sitzt, sondern er gewährleistet Fahrstabilität und Bodenkontakt.

Nachteile schon bei langsamer Fahrt

Die erste Testfahrt besteht aus 70 Metern Slalomfahrt. Dabei fällt unserer Reporterin kein wirklicher Unterschied auf. Das nächste ist eine Kurvenfahrt. Obwohl sie nur mit 30 Stundenkilometern unterwegs ist, spürt sie einen deutlichen Unterschied. Auf freier Strecke wäre sie vielleicht auf die Gegenfahrbahn gerutscht. Anschließend folgen Schlaglöcher und Vollbremsung. Es holpert und klappert deutlich und der Bremsweg ist verlängert.

Kontrollverlust bei stark beschädigten Dämpfern

Jetzt wiederholen wir den Test mit stark beschädigten Stoßdämpfern. Dafür lassen wir das restliche Öl aus den hinteren Stoßdämpfern. Bei der Slalomfahrt fühlt sich das Fahrzeug unberechenbar an und in der scharfen Kurve lässt sich der Wagen sogar bei Tempo 30 nicht mehr in der Spur halten. Beim Härtetest war das Rad mehr in der Luft als auf dem Boden.

Schleichender Mangel, keine Eigenkontrolle möglich

Thomas Schuster weiß, dass Stoßdämpferverschleiß ein schleichender Mangel ist und Autofahrer, die jeden Tag mit dem Fahrzeug unterwegs sind, sich einfach an die Veränderungen gewöhnen und deswegen den Defekt nicht merken.
Früher ließ sich der Zustand der Stoßdämpfer noch durch Draufdrücken an den Kotflügeln – einen sogenannten Federtest – prüfen. Das ist heute nicht mehr so einfach, sagt Thomas Schuster. Die Fahrzeuge sind schwerer geworden, die Federungen härter, so dass man das Nachschwingen einfach nicht mehr feststellen kann.
Die Werkstätten machen eine Sichtprüfung auf Undichtigkeiten. Außerdem achten Fachleute darauf, ob das Profil der Reifen unregelmäßig abgefahren ist, ob Traggelenke oder Achsbestandteile ausgeschlagen sind.

Regelmäßige elektronische Prüfung empfehlenswert

Außerdem gibt es noch den sogenannten Schockertest. Das ist eine Apparatur im Werkstattboden. Sie übermittelt die Funktionsdaten von jedem der vier Stoßdämpfer an einen Computer.
Das ist übrigens kein Teil der Hauptuntersuchung. Dennoch empfiehlt Thomas Schuster, dass die Stoßdämpfer zu jeder großen Inspektion, spätestens alle 30.000 bis 40.000 Kilometer durch einen Fachmann geprüft werden sollten. Schließlich ist Fahren mit defekten Stoßdämpfern gefährlich.

Stand: 07.11.2012 20:17 Uhr

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