SENDETERMIN So, 25.05.14 | 16:30 Uhr

Ratgeber geprüft: Ablenkung durch Multimedia im Auto

Ablenkung durch Multimeida beim Fahren
Ablenkung durch multimediale Spielereien

Moderne Autos können über den richtigen Weg, das Wetter, den Verkehr und vieles mehr informieren. Doch je mehr Helfer und Spielereien es im Auto gibt, umso größer ist die Gefahr der Ablenkung. Wir messen und simulieren den Blindflug.

Das Auto, in dem unsere Reporterin Susanne Gebhardt sitzt, ist ein rollendes Labor, alles voller Technik. Kleine Kameras zeichnen Augenbewegungen und Blickrichtung auf.

Telefonbedienung

Monitor zeigt Augenbewegungen
Wohin geht der Blick wirklich?

Obwohl das Telefon mit der Konsolensteuerung verbunden ist und alles einhändig über einen Kombischalter bedient wird, schaut Susanne Gebhardt beim Wählen oft aufs Display. Dabei ist sie nicht nur kurz, sondern sekundenlang von der Straße abgelenkt. Das haben auch frühere Tests mit anderen Probanden gezeigt. Dabei soll die Bedienung über die Konsole das Telefonieren ja eigentlich sicherer machen.

Für den Experten Manfred Tscheligi von der Universität Salzburg haben die Hersteller damit zwar schon die Telefonbedienung verbessert, aber keine Lösung gefunden, um gefährliche Ablenkung wirklich zu vermeiden.

Wer meint, dass man  "mit einem Auge" trotzdem auf der Straße sei, wenn man mal was am Display eingibt, der täuscht sich. Auch das zeigten die Versuche. In Wahrheit ist es ein Blindflug.

Blindflug

Spezialhelm zur Ablenkungssimulation
Blindflug durch Ablenkung

Um das Risiko der sekundenlangen Ablenkung zu zeigen, setzt Susanne Gebhardt einen Spezialhelm auf. Das Visier des Helms wird auf Knopfdruck undurchsichtig, die Dunkelphasen entsprechen in der Länge einem Blick aufs Display. Jetzt spürt man wirklich, wie gefährlich die kurzen Blicke auf Displays etc. sein können. In nur zwei Sekunden legt man im Stadtverkehr beispielsweise rund 30 Meter zurück - blind!

Für den Experten Manfred Tschegili ist das Abschalten der Nachrichtensysteme während der Fahrt trotzdem keine Lösung, da dann wohl andere, mobile Geräte genutzt würden. Eine Lösung wäre nach seiner Meinung nur, integrierte System zu schaffen und das Gefährdungspotential wegzudesignen.

Das ist offenbar nicht so einfach, wie eine Nachfrage bei Autoherstellern zeigt: Das Ablenkungsrisiko ist allen bewusst. Trotzdem gibt es immer mehr elektronische Dienste im Auto. Angeblich wollen die Kunden nicht mehr darauf verzichten. Die meisten Hersteller setzen deshalb auf Sprachsteuerung. Die soll sicherer sein.

Susanne Gebhardt probiert die Sprachsteuerung ebenfalls aus und fühlt sich damit deutlich weniger abgelenkt. Das haben auch die Ergebnisse von Studien bestätigt. Doch gebannt ist die Gefahr damit noch immer nicht. Deshalb sollten sich Autofahrer der großen Gefahr durch immer mehr Ablenkung im Auto zumindest bewusst sein.

Stand: 25.05.2014 18:56 Uhr

Sendetermin

So, 25.05.14 | 16:30 Uhr

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Diese Sendung wurde vom
Südwestrundfunk produziert.