SENDETERMIN So, 20.01.13 | 16:30 Uhr

Reisekrankheit - Was hilft?

Für viele beginnt der Urlaub mit Leiden. Im Auto, im Bus, im Flugzeug oder auf dem Schiff wird nicht nur Kindern regelmäßig übel. Warum aber werden wir "reisekrank" und was hilft wirklich dagegen?

Reisekrankheit - Ursachenforschung

Forschung zur Reisekrankheit

Wissenschaftler sind dem Problem der Reisekrankheiten auf der Spur und haben auch Lösungen. Sogar am Deutschen Luft- und Raumfahrtzentrum wird rund um die Reiseübelkeit geforscht. Das ist notwendig, wie Institutsleiter Prof. Dr. Rupert Gerzer berichtet. Es werde zwar nicht allen Astronauten und Astronautinnen in der Schwerelosigkeit schlacht, aber doch deutlich über der Hälfte. Nach fünf bis sechs Tagen habe sich aber jeder an die Schwerelosigkeit gewöhnt.

Ursachenforschung

Aber warum wird Menschen in Raumschiffen oder auch im Auto, im Bus oder im Flugzeug oft schlecht? Im Bogengang des Ohrs ist eine Flüssigkeit. Wenn sich der Körper bewegt, weil beispielsweise das Flugzeug ein wenig wackelt, dann bewegt sich auch diese Flüssigkeit im Innenohr und meldet eine Bewegung ans Gehirn. Wenn das Auge aber diese Bewegung gar nicht genau wahrnehmen kann, weil der Reisende eben im geschlossenen Raum des Flugzeugs ist, dann kommen unterschiedliche Informationen ans Gehirn und Menschen kann schlecht werden.

Höhenkrankheit

Prof. Dr. med. Thomas Küpper,  Reise- und Arbeitsmediziner am Uni-Klinikum Aachen, berät Reisende, wie man Übelkeit vermeiden kann. Wer auf über 2500 Meter hoch will, der kann mit Prof. Küppers Hilfe sogar im Höhenforschungszentrum trainieren. Hier wird das Klima in einer Höhe von über 3.000 Metern simuliert. Ob Alpenwandern oder Treckingtour im Himalaya, die Anstrengungen werden oft unterschätzt. Bei höhenbedingter Übelkeit helfe eines überhaupt nicht: Noch höher hinauf. Man darf solange keineswegs höher, bis man sich wieder beschwerdefrei fühle, erklärt Prof. Küpper. Sonst könne es schwere bis lebensgefährliche Zwischenfälle geben.

Tipps vom Experten

Kleinflugzeug auf holpriger Piste

Kleinflugzeug

Im Flugzeug kann es helfen, den Kopf im Kurvenflug nicht zu drehen. Meist ist in den kleinen Fliegern die Tür zum Cockpit offen und man kann vorn beim Piloten hinausschauen.

Vorne sitzen und rausschauen hilft auch im Auto oder Bus.

Außerdem gilt: Wenig Essen vor einer Reise hilft, dann wird der Magen nicht belastet.  Und frische Luft wirkt.

Es hilft auch, den Blick auf feste, stationäre Objekte, zum Beispiel den Horizont, zu richten. In Fahrzeugen sollte man sich in Bereichen aufhalten, wo sie sich am wenigsten bewegen. Das wäre bei Schiffen und Flugzeugen in der Mitte.

Zusätzlich können auch Medikamente helfen: Pflaster, Zäpfchen, Tropfen und sogar Kaugummis. Einige sind verschreibungspflichtig. Die meisten wirken gut, aber oft wird man müde. Einfacher geht es mit guter Ablenkung.

Ein Tipp vom Experten: "Flirten hilft immer, ein interessanter Gesprächspartner, bevor Ihnen übel wird, das ist sicherlich eine der probatesten Methoden und auch ein der angenehmsten."

Oder einfach die Augen schließen, dann wird der Gleichgewichtssinn ausgeschaltet und man kann schon mal von phantastischen Zielen träumen.

Stand: 20.06.2013 17:01 Uhr

Sendetermin

So, 20.01.13 | 16:30 Uhr

Produktion

Diese Sendung wurde vom
Südwestrundfunk produziert.