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Welche Tücken lauern in Gratiskrediten?
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Das neue Smartphone oder den Tablet-PC in kleinen Monatsraten abbezahlen – ganz einfach, mit einer Null-Prozent Finanzierung. Dieses Werbeversprechen klingt verlockend. Doch es lohnt sich die Angebote genauer unter die Lupe zu nehmen. Oft stecken in den Gratiskrediten Zusatzkosten wie Gebühren, Kreditkartenzinsen, oder ein Preisaufschlag.
Verlockende Werbeversprechen
Im Vorweihnachtstrubel interessieren sich besonders viele Kunden für die günstigen Finanzierungsangebote. So geht es auch Kathrin und Sebastian Selke, die in der Fußgängerzone mit ihrer kleinen Tochter unterwegs sind. Die Familie sucht eine neue Waschmaschine. Eigentlich wollten sie das Gerät bar zahlen, doch dann haben sie die Werbung mit Finanzierungsangeboten entdeckt.
"Da haben wir gedacht Null-Prozent oder den ganzen Betrag jetzt in einer Summe zahlen, dann können wir es auch in Raten ohne Zinsen zahlen", sagt Kathrin Selke.
Preisaufschlag statt Zinsen
Im Elektronikmarkt Saturn wird die Familie schnell fündig. Sie interessieren sich für eine Waschmaschine zum Preis von 629 Euro. Vater Sebastian Selke will bei der Finanzierung auf keinen Fall zu viel zahlen und gibt das Modell bei einem Preisvergleich im Internet ein. Er ist positiv überrascht. So günstig gibt es die Maschine sonst nicht.
Doch das sei nicht immer so, warnt Frank Lackmann von der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen. Mit einem Preisaufschlag wird häufig der Zins wieder reingeholt. Eine Digitalkamera, die mit der Null-Prozent-Finanzierung 599 Euro kosten würde, entdeckt Lackmann bei einem Internethändler für 512 Euro. Wer auf einmal zahlt, spart also 80 Euro.
"Da sieht man jetzt – einmal kurz eingegeben und schon finde ich im Internet ein deutlich billigeres Angebot", sagt Frank Lackmann.
Dürftige Beratung
Dennoch ist die Ratenzahlung ein Erfolgsmodell für den Handel. Schon ein Drittel der Deutschen zahlt nach Auskunft des Bankenfachverbands regelmäßig Konsumgüter über einen Ratenkredit ab.
Die Finanzierung läuft dabei über eine Bank – allerdings wird der Vertrag in den Geschäften geschlossen. Werden die Kunden dort auch über Zusatzkosten informiert? Zumindest das Finanzierungsgespräch der Familie Selke verläuft enttäuschend. Bei Nachfragen wirkt die Mitarbeiterin zunehmend überfordert.
Sebastian Selke will wissen, ob er den Kredit früher ablösen kann und ob dann eine Gebühr oder Vorfälligkeitsentschädigung fällig wird. Die Mitarbeiterin vermutet nur, dass eine Gebühr fällig wird. Wie hoch die genau ist, soll sich das Paar bei der Bank ausrechnen lassen.
Bearbeitungsgebühren
Von sich aus informieren Banken und Handel die Kunden kaum über Gebühren. Eine Ratgeber Geld-Zuschauerin berichtet von ihrem Fall:
Bei einem Möbelhaus finanzierte sie eine Küche. Als nur noch eine Restschuld von 300 Euro übrig war, löste sie den Betrag vorzeitig bei der Santander Bank ab. Die Quittung: 40 Euro Bearbeitungsgebühr. Dabei habe die Bank solche Kosten vorher nie erwähnt, sagt sie. Auch im Vertrag fehle ein Hinweis auf Bearbeitungsgebühren. Dennoch zahlte sie.
"Ratgeber: Geld" fragt bei der Bank an, wie sich die Gebühren allgemein zusammensetzen. Um darüber Auskunft zu geben, müsse der Einzelfall geprüft werden, heißt es. Die Verbraucherzentrale rät in solchen Fällen: Wenn in Vertrag, AGBs und Preis-, Leistungsverzeichnis kein Gebührenhinweis zu finden ist, soll der Kunde sein Geld zurückfordern.
Kreditkarte wider Willen
Noch eine Kostenfalle sind Kreditkarten. Für solvente Kunden gibt es die bei einigen Null-Prozent-Finanzierungen einfach dazu – ob man will oder nicht. So ist es etwa im Onlineshop des Fachhändlers A.T.U.. "Ratgeber: Geld" fragt in einem der Ladengeschäfte nach, ob die Null-Prozent-Finanzierung nicht auch ohne die Kreditkarte zu bekommen ist. Doch die Mitarbeiter verneinen. Man empfiehlt uns, den Kreditrahmen in Höhe von mehreren tausend Euro einfach nicht zu nutzen und die Karte beiseite zu legen.
Verbraucherschützer Frank Lackmann beobachtet die Kreditkarten-Masche skeptisch. Denn wenn der Kunde die Karte doch einsetzt, kann es teuer werden.
"Bei diesen Kreditkarten wird schnell mal ein Jahreszins von 15 Prozent fällig und das macht das Angebot natürlich wahnsinnig teuer. Da muss ich aufpassen, dass ich mich dadurch nicht am Ende überschulde", sagt Frank Lackmann.
Fazit
Vor allem weil der Preis stimmt entscheidet sich Familie Selke den Finanzierungsvertrag zu unterschreiben. Doch das Gespräch hat sie ernüchtert. "Das war nicht superseriös", sagt Kathrin Selke. Ihr Mann stimmt zu: "Das muss ich auch sagen – auf die Frage, ob eine Vorfälligkeitsentschädigung fällig wird, hieß es ja nur, das müssten wir mit der Bank klären. Also eine Beratung war das nicht."
Trotz verlockender Werbung – bei Gratiskrediten muss der Kunde sehr genau hinschauen, damit er am Ende nicht drauf zahlt.
Autorin: Vanessa Lünenschloß
Dieser Text informiert über den Fernsehbeitrag vom 24.11.2012. Eventuelle spätere Veränderungen des Sachverhaltes sind nicht berücksichtigt.