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Aufmachergrafik zu Ratgeber: Geld
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Kunst als Kapitalanlage

Kunstauktion (Bild: picture-alliance/dpa) Bild vergrößern bzw. verkleinern Bildunterschrift: Kunst als Kapitalanlage ]
Das ist wohl der Traum eines jeden Kunstsammlers: günstig ein Gemälde erstehen und dann auf einer Auktion für Millionen verkaufen. In der Realität hat die Kapitalanlage Kunst mehr mit Geduld als mit schnellem Reichtum zu tun. Denn viele Werke gewinnen nur langsam an Wert. In der Hoffnung auf bessere Renditen als mit Anleihen oder Festgeld strömen dennoch immer mehr Anleger in den Markt. ARD-Ratgeber Geld zeigt, was bei der Kapitalanlage in Kunst zu beachten ist.

Günstiges im Auktionshaus

Samstagmittag, kurz vor einer Versteigerung im Auktionshaus Ketterer in München. Es geht es zu wie im Taubenschlag. Die Mitarbeiter haben Telefonbieter in der Leitung, etliche Sammler sind persönlich gekommen und auch per Fax trudeln Gebote ein. Picasso, Dalí, Miró – heute gibt es große Namen zum eher kleinen Preis. Im Kunstmarkt heißt das: ab 1.000 Euro aufwärts. Vor allem sind es signierte Drucke, die in kleiner Auflage erschienen sind.

Gute Wertanlage

Auch Wolfgang Kramm will investieren. Der Inhaber eines Ingenieurbüros kommt regelmäßig aus dem Raum Dortmund her. Im Auktionshaus hat er schon die eine oder andere gute Wertanlage erstanden, sagt er. "Es gibt Leute, die kaufen sechsstellig, das tue ich sicher nicht, kann ich auch nicht, aber auch im kleinen Bereich kann man Kunstwerke erwerben, die sicherlich ihren Wert behalten oder auch künftig wertvoller werden."

Die Konkurrenz ist groß. Immer mehr Leute wollen in Kunst investieren und das treibt die Preise nach oben. Allein an diesem Wochenende verzeichnet das Auktionshaus 30 Prozent Neubieter.

Vorsichtig kaufen

Um herauszufinden wann und wo sich Kunst als Geldanlage lohnt, wollen wir uns zunächst einen Überblick über den Markt verschaffen. Wir besuchen eine Fachmesse mit exklusiven Skulpturen und betrachten die Konditionen von Kunstfonds.

Doch zunächst die Auktion: Ein handsignierter Druck von Picassos "Femme dans l´atelier" von 1956, wechselt für 8.000 Euro den Besitzer. Wolfgang Kramm hat es aber auf ein Einzelstück abgesehen: Die Gouache „Zwischen dem Erwachen“ von Gerhard Hoehme. Der Schätzpreis von 3.000 Euro ist schon nach wenigen Sekunden überschritten. Wolfgang Kramm bietet noch kurz weiter mit, doch dann muss er sich geschlagen geben. Erst bei 13.000 Euro erfolgt der Zuschlag – gut das Vierfache des erwarteten Preises. Zumindest für den Vorbesitzer war das Hoehme-Werk eine Top-Investition.

Experten ansprechen

Doch wie lernt man Preise einzuschätzen? In Wien hat der Gemäldeexperten Herbert Giese eine bekannte Galerie. Er beobachtet den Kunstmarkt seit Jahrzehnten und rät Neueinsteigern, sich langsam heranzutasten und Fachleute anzusprechen.
Sie können helfen, die bestmögliche Qualität für das eigene Budget zu entdecken, sagt Giese: "Es ist jeder Museumsdirektor, jeder Galerist, jeder Kurator bereit, wenn man ihm auf eine elegante Art und Weise kommt, Auskunft zu geben. Und – ich würde dann gar nicht mehr aufhören mit Fragen."

Antizyklisch kaufen

Vor Auktionen sollte man sich die zuletzt erzielten Preise ansehen, gelistet sind sie auf Fachseiten im Internet. Lohnenswert kann es auch sein, gegen die Mode zu handeln und aktuell etwa in eine Rembrandt-Radierung zu investieren. Giese empfiehlt: "Ich würde Kunst kaufen die momentan nicht in allen Auslagen oder Hochglanzmagazinen steht, die kostet immer um das bisserl mehr als das was sie grad wert ist."

Die Tipps vom Experten: Um 5.000 Euro gibt es gute Radierungen, ab 25.000 Euro erstklassige Aquarelle. Junge Kunst, frisch von der Akademie, ist für Giese eher Spekulations-, als Investitionsobjekt. Denn in der Preisentwicklung sind solche Werke unkalkulierbar.

Exklusives auf der Messe

Wer große Investitionen plant, wird beispielsweise auf Fachmessen fündig. Auf der Highlights in München gibt es vor allem Unikate – und das hat seinen Preis. Ein Alabasterrelief aus dem 15. Jahrhundert kostet 130.000 Euro.
"Im ersten Moment mag das jemandem viel Geld vorkommen – und er wird sagen: Um Gottes Willen, wenn ich das Geld ausgebe, ja kriege ich das denn jemals wieder zurück. Sie kriegen es dann zurück, wenn sie sich die beste Qualität gekauft haben", sagt Skulpturenexperte Florian Eitle-Böhler.

Der Vorteil solcher Investitionen: der Werterhalt ist quasi garantiert. Damit beim Verkauf aber eine ordentliche Rendite rausspringt, muss man teure Stücke mindestens 10 bis 15 Jahre halten. Banken bieten inzwischen oft auch Kunstberatung an, um passende Investitionsobjekte zu finden. Eine Echtheitsprüfung sollte dann ebenfalls dazugehören.

Kunstfonds – besser hochwertig

Eine dritte Anlagemöglichkeit sind Kunstfonds. Dabei wird in einen Mix aus unterschiedlichen Werken investiert. Das birgt allerdings auch ein Risiko. Denn etliche Fonds werben zwar mit hohen Renditen und Namen großer Künstler, tatsächlich haben sie aber nur zweitklassige Werke im Portfolio. Der Art Photography Fund aus Wien setzt zumindest auf eine hochwertige Werkauswahl. Experten haben Prunkstücke klassisch Moderner Fotografie zusammengetragen – von Anselm Adams bis Man Ray.

"Das ist Museumsware, das sind anerkannte Positionen. Künstler, die in der Kunstgeschichte einen Stellenwert haben, die sie in jedem Lexikon finden. Das heißt also vergleichsweise sichere Werte und etablierte Positionen am Kunstmarkt", sagt einer der Direktoren des Art Photography Fund, Friedrich Kiradi.

Der Fonds verzeichnet konstant Zuwächse, zieht wegen seiner hohen Einlage von 70.000 Euro aber überwiegend institutionelle Anleger an. In Österreich können Privatanleger über ihre Bank einsteigen, das wäre auch in Deutschland denkbar. Allgemein gilt für Fonds: Die Manager sollten Kunstmarkt-Erfahrung haben. Ein hochwertiges Portfolio, gestreut von Gemälden bis Fotografie, ist die beste Wahl. Und - nur etwa fünf Prozent des Vermögens sollten in einen Fonds wandern.

Investition: Soulages

Auf der Auktion ist fast jedes Werk über den veranschlagten Schätzpreis gestiegen. Wolfgang Kramm steigert bei „Eau-forte VX“ von Pierre Soulages noch einmal mit. Das Werk ist ein Farbaquatinta von 1961, von dem es 100 Stück gibt. Eines davon wird bald an einer Wand bei Wolfgang Kramm daheim hängen – für 4.000 Euro erhält er den Zuschlag. Er ist zufrieden.
"Weil das einfach ein ganz interessantes Werk ist – und, weil es mir auch gut gefällt. Ich wollte ohnehin gerne mal was von Pierre Soulages haben", sagt er. Ob das Geld in dem abstrakten Gemälde gut angelegt ist, wird sich wohl erst in einigen Jahren herausstellen. Ein Aspekt zählt eben auch beim Investieren in Kunst: dass sie dem Käufer gefällt.

Bericht: Vanessa Lünenschloß
Stand: Ende Oktober 2012

Adressen & Links

Auktionspreise im Internet vergleichen auf
www.artnet.com
und
www.artprice.com

Dieser Text informiert über den Fernsehbeitrag vom 27.10.2012. Eventuelle spätere Veränderungen des Sachverhaltes sind nicht berücksichtigt.

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Sa, 27.10.12 | 17:03 Uhr