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Bankkunden beim Beratungsgespräch
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Jahrelang hat Susanne Freist für ihre 10.000 Euro gespart und jetzt sollen sie Zinsen bringen. Eine mühsame Suche beginnt. Mit ihrem Ersparten läuft sie von Bank zu Bank und hofft auf eine reiche Ernte, aber das Werbeversprechen geht nicht in Erfüllung. Da sie keinerlei Risiko eingehen und außerdem jederzeit Zugriff auf ihr Geld haben möchte, kommt für sie nur ein Tagesgeldkonto in Frage – und der Zinssatz dafür ist frustrierend niedrig. Das beste Angebot, das sie in den Bankfilialen findet, liegt bei 0,65 Prozent und somit weit unter der Inflationsrate. Dazu Susanne Freist: "Also, das ist mir eindeutig zu wenig. Ich schaue, ob ich woanders etwas Besseres finde."
Von Online-Recherchen verspricht sie sich mehr Erfolg. Im Internet bieten auch ausländische Banken Tagesgeld für deutsche Sparer an und zahlen erheblich höhere Zinsen – manche sogar mehr als 2,0 Prozent. Auch in Sachen Einlagensicherung – also der Kapitalrückzahlung im Insolvenzfall - scheint auf den ersten Blick alles perfekt. Sie findet insgesamt vier ausländische Geldinstitute, die sogar Mitglied im Einlagensicherungsfonds des Bundesverbandes deutscher Banken sind. Das klingt nach optimaler Sicherheit. Konkret handelt es sich dabei um die Bank of Scotland, Cortal Consors, die Barclays Bank und die Icici Bank. Eine deutsche Einlagensicherung und dazu noch zahlreiche Auszeichnungen: Susanne Freist: "Das hört sich super an."
Der Haken versteckt sich - wie so oft - in den Details und die sind für die Kleinanlegerin ziemlich verwirrend: Zitat: "Durch den gesetzlichen britischen Einlagensicherungsfonds sind Einlagen bis 85.000 britischen Pfund abgesichert. Darüber hinaus werden alle Einlagen durch den Einlagensicherungsfonds des Bundesverbandes deutscher Banken vollständig geschützt. Das habe ich jetzt nicht verstanden."
Wer steht denn nun bei einer Pleite tatsächlich für Ihre 10.000 Euro gerade – Deutschland oder das Heimatland der Bank? Das will sie nun vom Bundesverband deutscher Banken wissen. Dazu Tanja Beller vom Bundesverband deutscher Banken: "Um hier Missverständnisse zu vermeiden: Bei ausländischen Banken aus Europa zahlt immer zuerst das Heimatland und erst danach würde der Einlagensicherungsfonds einspringen – also auch bei Banken, die bei uns Mitglied sind."
Susanne Freist muss ihre 10.000 Euro im Insolvenzfall also doch im Ausland einfordern. Was ist die Mitgliedschaft im Bundesverband deutscher Banken dann eigentlich wert? Ein Verbraucherexperte spricht Klartext: Niels Nauhauser von der Verbraucherzentrale Baden-Württemberg
"Die Sicherheit ist hier trügerisch, denn die ersten 100.000 Euro sind weiterhin im Ausland abgesichert. Und hier stellt sich die Frage, ob bei einer Pleite genug Geld vorhanden ist im Sicherungstopf, oder ob der Steuerzahler im Ausland auch deutsche Sparer entschädigen möchte."
Aus der Traum. Anleger, die ab dem ersten Euro eine deutsche Einlagensicherung wollen, sollten von ausländischen Banken die Finger lassen.
Bericht: Lisa Wurscher
Stand: Ende Oktober 2012
Dieser Text informiert über den Fernsehbeitrag vom 27.10.2012. Eventuelle spätere Veränderungen des Sachverhaltes sind nicht berücksichtigt.