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Bildunterschrift:
Vorsicht bei Strom-Lockangeboten
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Ihr täglicher Stromverbrauch hat Familie Puke aus Münster schon eine ganze Menge Energie gekostet. Sylvia Puke berichtet, wie der Ärger anfing: "Ende letzten Jahres haben wir uns auf die Suche gemacht nach einem neuen Stromanbieter. Rein interessehalber. Einfach um zu schauen, ob man dadurch nicht den einen oder anderen Euro sparen kann." Ein Fall für Ehemann Thomas: Ran an den Computer, rein in die Vergleichsportale.
Im Internet findet er eine Riesenauswahl an verschiedenen Tarifen. Was ihm sofort ins Auge springt, sind die Angebote der Strom-Discounter. Ihre Preise sind unschlagbar. Beim günstigsten kann er – inklusive Bonus - 160 Euro im Jahr sparen. Das sind fast 25 Prozent. Dazu Thomas Puke: "Die wollten zwar eine Vorkasse haben. Das war mir eigentlich nicht so richtig recht. Das fand ich nicht ansprechend – aber das Angebot war extrem lukrativ und die Ersparnis war enorm, so dass ich mich dann dafür entschieden habe."
Ein Fehler, denn Preisdumping am Strommarkt hat ganz natürliche Grenzen - und deshalb warnt Simone Vintz von der Stiftung Warentest vor Verträgen mit außergewöhnlich günstigen Tarifen: "Der Strompreis – das muss man wissen – setzt sich zu 65 Prozent aus fixen Abgaben und Gebühren zusammen. Das sind die Netzentgelte, die Mehrwertsteuer, EEG-Umlage etc. Nur 35 Prozent des Preises bleibt übrig für den Anbieter. An der Stelle kann er drehen. Das sind die Vertriebskosten, das sind die Kosten für den Einkauf der Energie an sich. Das heißt, die Ersparnis für unsere Familie wäre rund 80 bis 100 Euro. Alle Angebote, die darüber hinausgehen, sind Lockangebote."
Das hat Familie Puke inzwischen auch festgestellt. Die Freude über das Stromschnäppchen war nur von kurzer Dauer. Schon wenige Monate nach dem Wechsel zum Discounter flatterte ein Brief ins Haus - und der wäre nach dem Öffnen beinahe im Müll gelandet. Was auf den ersten Blick aussieht wie ein harmloses Werbeschreiben, entpuppt sich als deftige Preiserhöhung. Bei der Grundgebühr sogar plus 100 Prozent. Ganz unten steht das, gut getarnt. Thomas Puke ist verärgert:"Das ist echt Wucher und auch einfach nicht nachvollziehbar. Das ist für mich eine absolute Frechheit, dass man hier so im Kleingedruckten nur so nebensächlich darüber informiert wird, dass es so eine deutliche Preiserhöhung geben wird." Erst Lockangebot, dann Wucherpreis. Ein Problem, das offenbar viele Discountstrom-Kunden haben. In Internet-Foren machen sie ihrer Wut Luft. Von Betrug und Abzocke ist die Rede.
Rechtelos sind die Verbraucher im Fall einer plötzlichen Strompreiserhöhung natürlich nicht. Simone Vintz von der Stiftung Warentest klärt auf: "Preiserhöhungen müssen sechs Wochen vorher ganz deutlich den Kunden kommuniziert werden – so, dass es wirklich jeder versteht. Dann hat er ein Sonderkündigungsrecht und kann aus dem Vertrag raus. Das gilt natürlich nicht im Fall einer Erhöhung zum Beispiel der Mehrwertsteuer oder der EEG-Umlage."
Familie Puke hat ihren Vertrag mit dem Billiganbieter gekündigt und ist um eine Erfahrung reicher: Beim Strompreis sind die Einsparmöglichkeiten begrenzt. Abhängig von Wohnort und Verbrauch sind im Schnitt einfach nicht mehr als zehn bis 13 Prozent Ersparnis drin.
Bericht: Lisa Wurscher
Stand: Ende Oktober 2012
Dieser Text informiert über den Fernsehbeitrag vom 27.10.2012. Eventuelle spätere Veränderungen des Sachverhaltes sind nicht berücksichtigt.