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Für wen lohnt sich der Pflegebahr?
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Leider ist es keine Selbstverständlichkeit, ein hohes Alter bei guter Gesundheit zu erreichen. Wenn Körper oder Geist nicht mehr mitspielen, ist man auf die Hilfe anderer Menschen angewiesen. 2,4 Millionen Menschen in Deutschland erhalten Leistungen aus der Pflegeversicherung. Das Thema Pflege wird für immer mehr Menschen wichtig. Experten gehen davon aus, dass im Jahr 2030 weit über drei Millionen Menschen Hilfe benötigen werden. Wer wird sich um sie kümmern? Seit Jahreswechsel bezuschusst die Bundesregierung eine private Pflegezusatzrente. Ratgeber Geld hat die ersten Tarife unter die Lupe genommen.
Walter Bschor aus München. Er ist berufstätig und seine 87-jährige Mutter lebt 200 Kilometer entfernt in einem Heim. Für ihren Platz mit Pflegestufe 2 zahlt er monatlich rund 3000 Euro. Von der Pflegekasse gibt es aber nur den festen Satz von 1.279 Euro, den Rest muss die Familie aufbringen.
Für die gesamte Pflegezeit einer Person kann je nach Pflegestufe und Dauer eine Lücke von 40.000 bis 100.000 Euro klaffen. Muss jemand für Mutter und Vater aufkommen, verdoppelt sich diese Summe noch einmal.
Zurück zu Familie Bschor. Das Beispiel von Oma und Vater schreckt die Enkelin Laura auf. Sie will für sich selbst vorsorgen! Da eilt ihr nun seit Anfang Januar der Staat zu Hilfe mit einer sogenannten "geförderten ergänzenden Pflegeversicherung", salopp "Pflegebahr", benannt nach dem gegenwärtigen Gesundheitsminister Daniel Bahr. Der Pflegebahr soll zumindest einen Teil der privaten Lücke schließen.
Und das funktioniert so: Mindestens 10 € Eigenanteil muss Laura monatlich einzahlen, dann legt der Staat noch je 5 € Förderung drauf, im Jahr also 60 Euro.
Wer bis Juni abschließt, bekommt noch die volle Jahresförderung. Alle Pflegepflichtversicherten ab einem Alter von 18 Jahren können den Pflegebahr in Anspruch nehmen.
Kommt es zum Pflegefall müssen laut Gesetz in Pflegestufe I monatlich mindestens 180 € ausgezahlt werden, in Pflegestufe II 360 € und in Pflegestufe III 600 €. Laura könnte dann frei über das Geld verfügen. Allerdings gibt es nach Vertragsabschluss eine Wartezeit von 5 Jahren, bevor Gelder ausgezahlt werden.
Doch Vorsicht, wer seinen Vertrag vorzeitig kündigt, ist das eingezahlte Geld los. Der Pflegebahr ist eine reine Risikoversicherung, kein Sparvertrag!
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Die Menschen werden immer älter und werden zum Pflegefall.
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Wer bietet diese Policen überhaupt an? Laura geht zu einem Versicherungsmakler, hier wird sie unabhängig beraten. Die Angebote kommen von den privaten Krankenversicherern. Schlecht für den Makler, gut für Laura: die Abschlussprovision ist staatlich gedeckelt, ebenso die laufenden Verwaltungskosten. Ebenfalls gesetzlich geregelt: Der Kunde muss sich nicht um die Zulage kümmern.
Bei den Leistungen allerdings gibt es ziemliche Unterschiede zwischen den Gesellschaften. Das Analysehaus Morgen und Morgen hat die ersten Tarife für verschiedene Altersgruppen untersucht. Bei gleicher Einzahlung des Mindestbeitrags eines 30 Jährigen reichen die monatlichen Auszahlungen später zum Beispiel in Pflegestufe III von 815 € bis über 1.400 €. Vergleichen lohnt also.
Die gesamte Tabelle der Tarife finden sie hier:
Peter Przybilla, Versicherungsmakler, München: „Der Pflegebahr wird der berühmte Tropfen auf den heißen Stein bleiben, wir kennen die Prämienentwicklung nicht, wir wissen nicht, wie die Inflation ist, wir wissen nicht wie sich die Pflegeplatzpreise entwickeln, das heißt, der Pflegebahr ist eine Miniabsicherung, ein erster Schritt vielleicht in die richtige Richtung, den die Regierung gemacht hat, aber jeder muss sich im Klaren sein, dass das nicht ausreichend ist, auf gar keinen Fall.“
Das Gute: den Pflegebahr darf jeder haben, es gibt keine Gesundheitsprüfung, keine Leistungssausschlüsse oder Risikozuschläge. Doch das birgt auch die Gefahren.
Noch ein Tipp zum Schluss: Den Eigenanteil, den Versicherte in den Pflegebahr einzahlen, können sie als Vorsorgeaufwendungen steuerlich anrechnen lassen.
Info-Box: Bürgertelefon zur Pflege vom Bundesministerium für Gesundheit (BMG) unter: 030 / 340 60 66 – 02 (montags bis donnerstags von 8 bis 18 Uhr und freitags von 8 bis 15 Uhr)
Bericht: Reinhard Weber
Dieser Text informiert über den Fernsehbeitrag vom 16.02.2013. Eventuelle spätere Veränderungen des Sachverhaltes sind nicht berücksichtigt.