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Wassergenossenschaften

Wie funktioniert die Gründung?

Wasser (Bild: coulorbox) Bild vergrößern bzw. verkleinern Bildunterschrift: Wie gründet man eine Wassergenossenschaft? ]
Schmitzhöhe in Nordrheinwestfalen. ARD-Ratgeber Geld besucht eine der ältesten Wassergenossenschaften Deutschlands. Helmut Larisch ist dort Geschäftsführer. Hier, 30 Kilometer östlich von Köln, ist die Wasserversorgung in privaten Händen. Anteilseigner und angeschlossene Haushalte sind damit zufrieden. Sie bräuchten das Wasser nicht anderswo zu kaufen, so Helmut Larisch:

"Wir haben da einen günstigeren Einstandspreis. Und dadurch, dass wir eine sehr schlanke Verwaltung mit ehrenamtlich tätigen Bürgern aus den Reihen der Genossen haben, die sich Feierabends hier hinsetzen und dann überlegen, wie wir die Wassergenossenschaft, die Wasserversorgung hier organisieren.“

Auch deshalb sind die Wasserpreise von Genossenschaften meist günstiger als bei kommunalen Versorgern. So reicht der Preis bei 11 ausgewählten deutschen Städten von 1,58 € in München bis zu 2, 56 € in Stuttgart. Bei der Genossenschaft Schmitzhöhe kostet der Kubikmeter hingegen nur 1,07 €. Und das hat seinen Grund, meint Helmut Larisch:

„Die Mitglieder profitieren über ihre Genossenschaftsanteile am wirtschaftlichen Erfolg. Und wir sind keinem Investor einer großen Rendite verpflichtet, wie das vielleicht bei großen Gesellschaften der Fall ist.“

Helga Hück vom Gesundheitsamt präsentiert die Prüfergebnisse für das Genossenschaftswasser: „Das Wasser hier in Schmitzhöhe hat eine sehr gute Qualität, sowohl mikrobiologisch, als auch physikalisch chemisch.“ Natürlich gelten hier die gleichen Hygiene-Vorschriften, wie bei den kommunalen Versorgern.

Die Wassergenossenschaft ist keine neue Idee, Schmitzhöhe gibt es schon seit 1925. Der 83-jährige Vorsitzende des Aufsichtsrates Willi Selbach, zeigt uns die historische Ecke in den Büroräumen der damaligen Anteilseigner. Genau mit diesem Schreibgerät haben die Genossen die ersten Rechnungen geschrieben und mit Behörden korrespondiert. Wir dürfen sogar einen Blick auf die Listen der ersten angeschlossenen Haushalte werfen, damals waren es 22, heute sind es 716.

Wer kann eine Genossenschaft gründen und wie?

Diese Frage stellen sich derzeit zahlreiche Bürger, die im kleinen Verbund günstiges Wasser nutzen wollen. Geregelt ist das in den Gemeindeordnungen und die sind von Bundesland zu Bundesland verschieden. Schlimmstenfalls kann eine Gemeinde, eine Genossenschaft verbieten. 

Im bayerischen Eberhardsberg bei Passau: Hier kämpfen die Genossen gerade für ihre ganz kleine Wassergenossenschaft mit nur 29 Anteilseignern. Diese vier Genossen wollen zum Hochbehälter. Er liegt ungefähr 60m höher, als der höchste Punkt des Ortes. Deshalb funktioniert die Versorgung auch ohne Strom. Wie immer, wenn die Genossen hier sind, testen sie ihr Wasser. Und das hier sogar nur 41 Cents pro Kubikmeter. Ein echtes Schnäppchen! Bisher hat Geschäftsführer Alois Thoma eine vorläufige Genehmigung für zwei Jahre erwirkt, der wasserrechtliche Genehmigungsantrag für die dauerhafte Einrichtung der Genossenschaft läuft noch. Bürgern, die darüber nachdenken, ebenfalls eine Wassergenossenschaft zu gründen, empfiehlt Alois Thoma:

„Interessierte sollten sich zunächst mit den zuständigen Fachstellen zu unterhalten, kurzzuschließen und dann in einem zweiten Schritt mit der Gemeinschaft festzustellen, wer in welchem Maße bereit ist, Eigeninitiative und ehrenamtliche Tätigkeit einzubringen.. Wenn das alles zusammenspielt, dann kann es klappen.“

Was die Bürger angeschlossener Haushalte begrüßen: Genossenschaften setzen auf optimale, wirtschaftliche Versorgung, nicht auf maximalen Gewinn. Gerade für die Wasserversorgung eine Idee mit Zukunft!

Bericht: Sabina Wolf

Dieser Text informiert über den Fernsehbeitrag vom 16.02.2013. Eventuelle spätere Veränderungen des Sachverhaltes sind nicht berücksichtigt.

Sendetermin
Sa, 16.02.13 | 17:03 Uhr