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Bildunterschrift:
Eine Impfung gibt es nur gegen Hepatitis A und B.
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Oliver Weber ist ständig auf Achse. Egal, ob zu Hause in Dachau oder im Urlaub. Kein Reiseziel ist ihm zu weit weg, keines zu exotisch, keines zu gefährlich. Oliver Weber: "Ein gewisses Risiko birgt so eine Reise immer. Ich habe ziemliches Glück gehabt, aber man kann nicht alles einkalkulieren, nicht alles beachten."
Auf volles Risiko geht er auch im Urlaub in Nepal: Er ist aktiv, geht wandern - plötzlich bekommt er Übelkeit, Fieber und heftige Bauchkrämpfe. Welche Krankheit er hat, weiß er zu diesem Zeitpunkt noch nicht. Oliver Weber: "Das Schlimmste war in diesem Moment mit Sicherheit die Angst, weil man denkt, es ist vorbei, dann denkt man an alles, als an einen guten Ausgang."
Erst in Deutschland erfährt er, dass er sich mit dem Hepatitis-Virus infiziert hat. Es führt zu Leberentzündungen und endet im schlimmsten Fall tödlich. Doch Oliver Weber hat Glück: Er hat sich mit Hepatitis A infiziert. Die Erkrankung verläuft in der Regel relativ milde. Die einzige Therapie, die es gegen diesen Typ gibt, sind Bettruhe und Medikamente, die die Symptome lindern - zum Beispiel Schmerzmittel. Oliver Weber wird wieder ganz gesund.
Wie eine Hepatitis-Infektion verläuft, hängt auch vom Virustyp ab. Schwere Leberschäden können die Folge sein.
Dr. med. Nikolaus Frühwein, Tropenmediziner, München: "Hepatitis A heilt eigentlich immer wieder aus. Hepatitis B und C können chronisch werden, das heißt, da bleibt das Virus in der Leber erhalten und man hat immer eine leichte Leberentzündung, die auch bis zur Leberzirrhose - also zur Verfestigung der Leber - oder zum völligen Versagen der Leber führen kann. Es sind dann auch Leberkrebserkrankungen deutlich häufiger."
Wie sich Oliver Weber angesteckt hat, weiß er bis heute nicht. Der Infektionsweg bei den verschiedenen Typen ist unterschiedlich: Eine Hepatitis-A-Übertragung erfolgt durch Schmier- oder Kontaktinfektion sowie durch Sex. Aber auch kontaminiertes Trinkwasser oder Lebensmittel wie Muscheln können Überträger des Virus sein. Es kommt unter anderem im Mittelmeerraum oder in Südostasien vor.
Bei Hepatitis B kann eine Infektion beispielsweise über Nadeln im Tattoo-Studio oder Blut erfolgen. Auch eine sexuelle Übertragung ist möglich.
Eine Hepatitis-C-Übertragung ist in erster Linie über Blut möglich. Je nach Viruskonzentration im Blut kann das Virus auch in anderen Körperflüssigkeiten, wie Sperma, nachweisbar sein. Eine Ansteckung ist laut Robert-Koch-Institut aber sehr unwahrscheinlich. Beide Virustypen kommen zum Beispiel in Afrika oder Südostasien vor.
Jürgen Hopf hat sich vermutlich in den 80er-Jahren in Südostasien bei einem Friseurbesuch angesteckt. Wie viele Hepatitis-C-Patienten hat er seine Infektion nicht bemerkt. Erst Jahre später stellte sein Arzt eine chronische Leberentzündung fest. Drei Therapieversuche waren erfolglos, vergangenes Jahr begann er die vierte - auch die hat starke Nebenwirkungen.
Jürgen Hopf: "Sie sind selbst zu fast nichts mehr fähig, insbesondere am Anfang. Ich habe fast nur gelegen, ein Viertel Jahr nur gelegen. Kaum mal bewegt, ich wollte nicht raus, ich habe meine Frau gebeten, ans Telefon zu gehen. Ich habe kein Telefon abgenommen, weil ich einfach innerlich so fertig war."
Seit Herbst 2011 gibt es eine neue Therapie gegen Hepatitis C: Die sogenannte Triple-Therapie. Ein Jahr lang nehmen Patienten wie Jürgen Hopf drei verschiedene Medikamente. Neben den bisherigen Wirkstoffen Ribavirin und Interferon, die das Immunsystem bei der Virusbekämpfung unterstützen, gibt es einen dritten Wirkstoff: Telaprevir. Dr. Fabian Geisler setzt diese Triple-Therapie ein.
Dr. med. Fabian Geisler, Hepatologe, Klinikum rechts der Isar, TU München: "Letztendlich haben wir eine ganz neue Substanzklasse verfügbar, wo wir auch genau wissen, dass sie genau definiert in den Replikationszyklus, also in den Vermehrungszyklus des Virus eingreift, und deshalb sehr, sehr potent wirkt."
Reisende können durch eine Impfung geschützt werden. Doch nur gegen Typ A und B. Eine Impfung gegen Hepatitis C gibt es nicht.
Dr. Nikolaus Frühwein rät folgendes: Bei Reisen in alle wärmeren Länder sollten sich Urlauber über mögliche Schutzimpfungen beim Hausarzt oder einem Reisemediziner informieren. Im Idealfall sollte vier bis fünf Wochen vor Reiseantritt ein Beratungsgespräch stattfinden. Aber auch wenige Tage vorher ist eine sinnvolle Grund-Immunisierung möglich. Auch Last-Minute-Reisende können gut geschützt werden.
Autorin: Katharina Kerzdörfer
HSM Hepatitis Selbsthilfe München e. V.
Beratungstelefon: 089-29 160 209
Dienstag: 17.00 - 19.00 Uhr
www.hepatitis-muenchen.de
Dieser Text informiert über den Fernsehbeitrag vom 03.11.2012. Eventuelle spätere Veränderungen des Sachverhaltes sind nicht berücksichtigt.